Blackhawks krönen sich zum Stanley Cup Champion

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Die Chicago Blackhawks haben es vollbracht!

Nach 2010 und 2013 sicherte sich das Team aus der „Windy City“ auch 2015 den Stanley Cup und untermauerte damit die derzeitige Vormachtstellung in der NHL.

Die Blackhawks setzten sich in Spiel 6 gegen die Tampa Bay Lightning mit 2:0 durch und entschieden die Finalserie mit 4:2 für sich. Duncan Keith und Patrick Kane erzielten die Treffer für Chicago, das die wichtigste Trophäe im Eishockey zum insgesamt sechsten Mal gewinnen konnte.

LAOLA1 hat alles Wissenswerte zum Stanley Cup Finale:

TAMPA BAY LIGHTNING vs. CHICAGO BLACKHAWKS - 2:4

Spiel 6: Chicago - Tampa Bay 2:0 (0:0,1:0,1:0)

Bereits nach 30 Sekunden musste Ben Bishop zum ersten Mal eingreifen, er hatte bei einem Weitschuss von Jonathan Toews allerdings keine Probleme. Praktisch im Gegenzug kamen die Lightning einem Tor schon näher, doch Valtteri Filppula verpasste eine Hereingabe von Steven Stamkos knapp.

Nach drei Minuten stand dann erstmals Nikita Kucherov, dessen Einsatz bis kurz vor Spielbeginn fraglich war, im Mittelpunkt. Johnny Oduya konnte den Russen bei einem Breakaway aber grade noch am Abschluss hindern.

Kurz darauf hatten die Lightning Glück, dass die Pfeife des Schiedsrichters stumm blieb, als Andrej Sustr Kris Versteeg regelwidrig behinderte. Doch auch die Blackhawks durften sich bei Fortuna bedanken, als Stamkos in der achten Minute nur die Torumrandung traf. „Ich habe mich umgesehen, um sicherzugehe, dass er nicht drin ist“, gab Corey Crawford, der insgesamt 25 Schüsse abwehrte, nach der Partie zu.

Tampa Bay startete aktiver

Insgesamt waren die Gäste in den ersten zehn Minuten aktiver, das sollte sich aber ändern, da Cedric Paquette wegen eines völlig unnötigen Beinstellens in der Offensivzone vom Eis musste. Tampa Bay überstand diese kritische Phase, doch nur kurz darauf leistete sich Brian Boyle das nächste dumme Foul.

Hatten die Blackhawks im ersten Powerplay nur eine große Möglichkeit, erspielten sie sich diesmal mehrere Einschuss-Möglichkeiten. Vor allem Toews hätte die Scheibe nach Idealvorlage von Patrick Kane über die Linie drücken müssen, doch der Kapitän rutschte weg und so konnte Bishop in extremis retten.

In den letzten vier Minuten kamen die Lightning wieder etwas auf, Paquette scheiterte alleine vor Crawford und Verteidiger Jason Garrison ließ nach sehenswerter Vorarbeit von Kucherov ebenfalls eine gute Einschussmöglichkeit ungenutzt.

Das Schussverhältnis nach dem ersten Drittel lautete zwar 13:4 für die Gastgeber, ein Großteil davon kam allerdings in den beiden Überzahl-Spielen, die Anzahl der tatsächlichen Torchancen war relativ ausgeglichen.

Perfekter Konter beendet Tampas Träume

In diesem schien sich die Geschichte des Mittelabschnitts zunächst zu wiederholen, hatten die Gäste doch mehr Spielanteile und fanden durch Brian Boyle zwei gute Chancen vor.

Doch die Blackhawks fanden rasch wieder zu ihrem Rhythmus und diktierten den Spielverlauf zusehends. Bishop stand ein ums andere Mal im Mittelpunkt, vor allem einen abgefälschten Schuss von Niklas Hjalmarsson wehrte er stark ab.

Als Tampa Bay dann mehr riskierte, nutzte Chicago gleich die erste gute Konter-Chance zur Entscheidung. Brandon Saad proftierte von einem gebrochenen Stock von Brayden Coburn und zog ins Angriffsdrittel, wo er für Brad Richards ablegte. Der Routinier bewies Übersicht und spiele die Scheibe auf Kane ab, der souverän abschloss.

Stamkos vergibt "Hundertprozentige"

Tampa-Coach Jon Cooper schien während der Unterbrechung die richtigen Worte gefunden zu haben, jedenfalls spielten einmal nur die Lightning. Doch wie schon während der gesamten Final-Serie, ließen sie zu viele Chancen liegen.

Erst vergab Stamkos einen „Sitzer“, er war eigentlich schon an Crawford vorbei, brachte den Puck aber nicht über dessen Schoner. Dann verpasste Anton Stralman einen Querpass vom gefällig spielenden Youngster Jonathan Drouin um Zentimeter.

Dies sollte sich rächen, mit Fortdauer des Drittels wurde Chicago immer gefährlicher, die Lightning konnten sich phasenweise nur sehr schwer aus dem eigenen Drittel befreien. Alleine Patrick Sharp hatte nach 32 gespielten Minuten drei Großchancen innert weniger Sekunden, doch noch war Bishop ein Fels in der Brandung.

Keith erzielt den Game-Winner

In der 37. Minute war es dann aber soweit und es musste ein Verteidiger das erledigen, was die Stürmer zuvor nicht zustande brachten.

Marathon-Mann Duncan Keith, der insgesamt in den Playoffs über 700 Minuten auf dem Eis stand, verwertete nach Kane-Pass seinen eigenen Rebound und brachte das bis auf den letzten Platz restlos ausverkaufte United Center zum Kochen.

Zehn Sekunden vor der Pausensirene hätte mit Brent Seabrook ein weiterer Defender noch ein Tor drauflegen könne, doch die Stange verhinderte den Doppelschlag und so ging es mit der knappsten aller möglichen Führungen in den Schlussabschnitt.

Duncan Keith erhielt die Conn Smythe Trophy

Mit dem Mut der Verzweiflung

Danach agierte Tampa mit dem Mut der Verzweiflung. Eine Strafe gegen Andrew Desjardins eröffnete den Lighting noch einmal die große Chance, das Ruder herumzureißen. Cooper nahm Bishop erwartungsgemäß vom Eis, doch auch bei sechs gegen vier sollte den Lightning kein Treffer mehr gelingen, und somit wurde das entscheidende Spiel 6 als einziges dieser Final-Serie mit mehr als einem Tor Unterschied entschieden.

Nach der Schlusssirene kannte der Jubel naturgemäß keine Grenzen mehr. Erst wurde Keith mit dem Conn Smyhte Tropy als wertvollster Spieler der Playoffs ausgezeichnet, kurz darauf durfte Toews bereits zum dritten Mal in seiner Karriere den Stanley Cup in die Höhe strecken.

„Es fühlt sich an wie im Traum“, so der 27-jährige Kanadier. Es wird von Mal zu Mal besser, es ist ein unbeschreibliches Gefühl.“ Der zweite, der den Cup in Empfang nehmen durfte war Kimmo Timonen, der seine Karriere beendet und sich wohl kein besseres Ende hätte wünschen können.

"Ich habe mir das 17 Jahre erträumt, in den letzten Sekunden gingen mir sämtliche Spiele, sämtliche Zweikämpfe meiner Laufbahn durch den Kopf“, so der Finne. „Ich bin ein Stanley Cup Champion!“

Er und all die anderen Blackhawks auch.

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