"King" Carter und endende Rekord-Serie

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Spektakulärer Abend in der National Hockey League!

Nicht nur auf dem Eis überschlugen sich die Ereignisse, auch der Spieler-Markt hatte eine faustdicke Überraschung parat. Ein königlicher Trade.

Jeff Carter darf künftig in der „City of Angles“ seine Künste zum Besten geben. Im Gegenzug verließ der nicht minder talentierte Defender Jack Johnson die L.A. Kings Richtung Columbus.

„Es ist kein klassischer Trade Deadline Deal. Das ist ein Wechsel zweier guter Spieler“, erklärte General Manager Dean Lombardi in Anbetracht des am Montag schließenden Transfer-Marktes.

Sportlich hatten die Donnerstag-Begegnungen ebenfalls einiges zu bieten. Unter anderem eine Pleite für Andreas Nödls Carolina Hurricanes und ein bitteres Ende der Rekord-Serie Detroits. Doch dazu etwas später.

Es bestand Handlungsbedarf

Erste Gerüchte um Carter kursierten bereits in den vergangenen Tagen, wurden jedoch insbesondere von den Medien forciert. Warum der Trade letztlich schneller als erwartet über die Bühne ging, liegt auf der Hand. Die Franchises hatten Handlungsbedarf.

Erst im Sommer wechselte der Center im Zuge eines Mega-Trades der Philadelphia Flyers zu den Blue Jacktes. Mitunter erhielten die Kings dabei auch Mike Richards. Nun sind die einstigen Kollegen in Los Angeles wieder vereint.

„Die Probleme in der Offensive waren offensichtlich. Wir mussten einen sehr guten Spieler abgeben, aber wir haben in der Hintermannschaft genug Tiefe. Und Jeff bringt das mit, wonach wir suchten“, zeigte sich Lombardi, der zugleich Präsident ist, hoch zufrieden.

Vom Schlusslicht zum „Titel-Anwärter“

Aufgrund anhaltender Ladehemmung rutschten die Kings sogar aus den Playoff-Rängen. Punktgleich hinter den achtplatzierten Dallas Stars und Calgary Flames ist man derzeit Zehnter. Überdies war der Angriff um Topscorer Anze Kopitar (51 Punkte) der mit Abstand harmloseste der NHL.

Der Tiefstwert von 129 Toren soll nun mithilfe Carters angehoben werden. Durchaus berechtigte Hoffnungen, denn der Center übertraf in den vergangenen drei Spielzeiten stets die 30er-Marke. Sein Career-High liegt bei 46 Volltreffern sowie 38 Assists aus der Saison 2008/09.

„Ich freue mich riesig, hier in L.A. spielen zu dürfen. Zu Saisonbeginn war ich überzeugt, dass dieses Team in einer guten Position ist, um den Stanley Cup mitzuspielen“, erklärte der Kanadier, der bisher verletzungsbedingt bei lediglich 15 Toren und zehn Assists in 39 Spielen hält.

Die Canucks jubeln bei den Red Wings

Johnson: Nummer drei im Crosby-Draft

„Jeff fand bei uns nicht zu gewohnter Stärke. Er unterschrieb zuvor in Philadelphia einen langfristigen Vertrag und wurde zu uns geschickt. Es war hart, sich damit abzufinden“, betonte Columbus‘ General Manager Scott Howson. Nun regiert auch bei den Blue Jackets Zufriedenheit.

„Johnson war die Nummer drei im Draft mit Sidney Crosby. Er ist talentiert, technisch beschlagen und ein unglaublicher Skater. Wir sind wirklich sehr glücklich, das verbessert die Situation.“ Der 25-Jährige soll der löchrigen Defense – 198 Gegentore sind schlechtester Wert im Westen - die nötige Stabilität verleihen.

Mit diesem Wechsel dürften wohl auch die Spekulationen über ein Geschäft der Blue Jackets mit den New York Rangers beendet sein. Immer wieder fiel dabei ein Name: Rick Nash.

„Es war ein unglaublicher Lauf“

Zum Sportlichen: Die unglaubliche Rekord-Serie der Red Wings ist zu Ende. Nach 23 Heim-Erfolgen in Serie musste sich der elffache Stanley-Cup-Champ geschlagen geben. Gegen die Vancouver Canucks verlor Detroit mit 3:4 im Shootout.

„Es war wirklich sehr eindrucksvoll, was mein Team leistete. Es war ein unglaublicher Lauf, der uns in eine gute Position für die Playoffs brachte“, analysierte Head Coach Mike Babcock trocken. In der Joe Luis Arena lag Detroit drei Mal in Führung, dennoch rettete Daniel Sedin die Gäste 16 Sekunden vor der Schluss-Sirene in die Overtime.

Nach torloser Verlängerung ging es in das Penaltyschießen, wo Alexandre Burrows als einziger Akteur seinen Versuch verwandeln konnte. Der Matchwinner gab danach mit Schadenfreude zu: „Es ist toll, diesen Streak zu beenden.“

In der Western Conference liegt Detroit nur mehr einen Zähler vor dem ersten Verfolger Vancouver.

Nödl und die „Canes“ verloren

Eine Niederlage setzte es für die Carolina Hurricanes. Mit ÖEHV-Angreifer Andreas Nödl musste man sich zu Hause den Anaheim Ducks mit 2:3 im Shootout geschlagen geben. Jerome Samson (14.) bzw. Jamie McBain (26.) schoßen die Hurricanes zweimal in Front, doch Luca Sbisa (15.) und Corey Perry (50.) schaffen den Ausgleich. Im Shootout sorgt Saku Koivu für den Ducks-Sieg.

Nödl, der als Left Wing 16:25 Minuten auf dem Eis stand und drei Torschüsse abfeuerte, blieb ohne Scorerpunkt. Der Rückstand Carolinas auf die Playoff-Ränge beträgt acht Punkte, denn die direkten Konkurrenten mussten ebenfalls Federn lassen.

Die Toronto Maple Leafs verloren gegen die San Jose Sharks und die Tampa Bay Lightning kassierten eine 3:4-Pleite bei den Winnipeg Jets.

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