"St. Louis ist eine der besten Mannschaften - wir auch"

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Thomas Vanek startet mit den Minnesota Wild am Donnerstag ins Play-off der nordamerikanischen NHL. Die Wild treffen in der "best of seven"-Serie auf die St. Louis Blues und bestreiten die ersten zwei Spiele auswärts.

Die Blues waren im Grunddurchgang das zweitbeste Team der Western Conference, dennoch rechnet sich Vanek gute Chancen für die Wild aus.

Im Gespräch mit der "APA" erklärte Vanek die Gründe für das Auf und Ab der Wild und für sich selbst im Grunddurchgang und worauf es gegen die St. Louis Blues ankommen wird.

Frage: Minnesota war zu Jahresbeginn weit außerhalb der Playoff-Plätze, ist aber seit 15. Jänner die punktbeste Mannschaft. Wie ist dieser Umschwung erklärbar?

Vanek: Im Jänner ist Devan Dubnyk gekommen, seither haben wir einen sehr guten Torhüter. Darcy Kuemper wird auch einmal einer der besten Torhüter der Liga werden, aber er ist noch jung, war sechs Wochen super, hatte dann aber nicht mehr den Erfolg und ist dann nicht mehr rausgekommen. Es fängt bei jeder Mannschaft hinten an, du brauchst den Rückhalt für das Selbstvertrauen. Aber ich habe nicht gedacht, dass wir so eine Serie hinlegen.

Frage: Habt ihr trotz des wochenlangen Tiefs immer daran geglaubt, dass ihr es noch schaffen könnt?

Vanek: Bei den Meetings haben wir Älteren immer gesagt, wir brauchen keine Panik bekommen. Wir wussten, dass wir eine gute Mannschaft haben, aber auch, dass Druck von den Medien kommt, wir aber positiv bleiben müssen. Während der All-Star-Pause (Ende Jänner) habe ich gelesen, dass wir nur noch 6 Prozent Chance auf das Play-off haben. Wir hatten nie das Gefühl, dass wir nur 6 Prozent Chance haben.

Frage: Für Sie persönlich ist es ähnlich gelaufen, auch Sie sind erst im Jänner richtig in Fahrt gekommen. Woran liegt das?

Vanek: Als ich im Sommer hier unterschrieben habe war mir klar, dass ich eine andere Rolle bekommen werden. Wenn es mir nur um Tore und Punkte gegangen wäre, hätte ich bei den New York Islanders unterschrieben und mit John Tavares gespielt. Für mich war es schwer, den Rhythmus zu finden. Ich habe einmal linker Flügel gespielt, dann wieder rechter, was ich nicht so gerne spiele, und die Linien sind viel gemischt worden. Es war nicht optimal, aber ich habe gewusst, dass wir was finden müssen, damit wir drei gute Linien finden. Der Trainer hat viel mit mir geredet und war meistens zufrieden mit mir, auch wenn ich keine Tore gemacht habe. Ich habe gewusst, dass ein Extra-Druck da ist, aber das motiviert mich.

Frage: Jetzt passt es?

Vanek: Ich habe gewusst, es wird kommen, Eishockey ist ein Spiel mit Selbstvertrauen. Das härteste war, positiv zu bleiben. In den letzten drei Monaten haben wir gutes Eishockey gespielt, wir haben viele Chancen herausgespielt.

Frage: Sie haben im März meist mit Charlie Coyle und Justin Fontaine eine erfolgreiche Linie gebildet. Bleibt das so?

Vanek: Ich spiele jetzt mit Coyle und Nino Niederreiter.

Frage: Bei den Special Teams ist es in Minnesota sehr unterschiedlich gelaufen. Das Penalty-Killing ist die Nummer eins der Liga, im Powerplay liegt Minnesota nur auf Platz 27. Welche Erklärung haben Sie dafür?

Vanek: Ab und zu, wenn du viele gute Spieler hast, dann ist man oft auf das perfekte Tor aus. Es fängt immer mit Schüssen an und oft ist weniger besser: wir brauchen nicht sieben, acht Pässe, sondern zwei gute Pässe, einen Schuss, einen Spieler vor dem Tor und auf die Rebounds gehen. St. Louis blockt Schüsse gut, da kann man nicht passen und warten, bis das Tor leer ist oder auf den perfekten Schuss. Unser Powerplay war nicht das beste, da bin auch ich verantwortlich.

Frage: Jetzt geht es gegen St. Louis. Wie schätzen Sie die Chancen von Minnesota ein?

Vanek: St. Louis ist eine der besten Mannschaften, aber wir auch. Ich glaube, wir haben eine gute Chance. Wir wissen das und sie auch. Als ich hier unterschrieben habe war für mich wichtig, dass die Mannschaft gut gebaut ist. Derzeit hätten wir sechs Linien, die spielen könnten, da kannst du was erreichen. Unsere Mannschaft erinnert mich an die ersten zwei Jahre in Buffalo. Wir haben gute ältere und sehr gute junge Spieler.

Frage: Was macht St. Louis so stark?

Vanek: Sie sind ähnlich gebaut wie wir. Sie haben gute Verteidiger. Sie haben große Stürmer, so wie wir. Sie haben auch ein paar kleine, aber sehr kreative Stürmer, wie wir. Es sind ähnliche Mannschaften mit einem ähnliche Stil.

Frage: Worauf wird es in dem Duell ankommen?

Vanek: In den Playoffs brauchst du einen sehr guten Torhüter und drei, vier Linien, die Druck machen können. Wer die Chancen besser nützt, wer die Tore zum richtigen Zeitpunkt macht, wird gewinnen.

Frage: Hat sich für Sie ein Favorit herauskristallisiert?

Vanek: Im Westen gibt es keinen Favoriten. Du kannst alle zusammenwürfeln und jeder hat eine gute Chance. Ich spiele heuer mein erstes Jahr im Westen und man hat im Grunddurchgang gesehen, wieviele Punkte man braucht, um ins Play-off zu kommen. Es gibt so viele gute Mannschaften.

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