Déjà-vu für die Bruins

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Keine Sorge, keine Panik, aber auch kein Bergeron

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Die Boston Bruins stehen mit dem Rücken zur Wand.

Die Männer aus „Beantown“ liegen im Stanley Cup Finale gegen die Chicago Blackhawks mit 2:3 zurück und müssen Spiel 6 gewinnen, um eine Entscheidungspartie zu erzwingen.

Die Bruins verfallen aber nicht in Panik, im Gegenteil, sie strahlen vor dem sechsten und vielleicht letzten Spiel um den Stanley Cup Optimismus aus.

„Ich habe niemanden mit hängendem Kopf gesehen. Ich habe eher das Gefühl, dass die Mannschaft sich auf die Herausforderung freut und das ist ein großartiges Zeichen“, gibt Coach Claude Julien zu Protokoll. Warum auch nicht? Beim letzten Titel 2011 befanden sich die Bruins in der exakt gleichen Situation.

Guter Start vonnöten

Die Vancouver Canucks kamen als beste Grunddurchgangs-Mannschaft mit einer 3:2-Führung nach Boston, doch statt die Serie für sich zu entscheiden, lagen sie nach neun Minuten und 45 Sekunden mit 0:4 zurück und verloren am Ende 2:5. Im Entscheidungsspiel um den Stanley Cup ließen die Bruins den Canucks dann mit 4:0 keine Chance.

Ein ähnlicher Start wie in Spiel 6 vor zwei Jahren ist zwar unwahrscheinlich, dennoch sind die Bruins gut beraten, wenn sie in den ersten Minuten nach dem ersten Bully anders agieren, als bisher. Zwar wirkte sich die schwache Anfangsphase in den ersten drei Partien nicht negativ auf den Spielverlauf aus, die letzten beiden Duelle gingen aber genau darum verloren.

„Gerade in Spiel 5 sind uns zu Beginn ein paar vermeidbare Fehler unterlaufen. Es war alles andere als ein optimaler Start, so etwas kann sich dann auf die restliche Partie auswirken. Das wollen wir natürlich verbessern“, weiß auch Julien.

Kill speed, play Bruins hockey

Neben einem konzentrierten Einstieg ins Spiel, werden die Bruins vor allem das Tempo aus den Angriffen der Blackhawks nehmen müssen. Chicago verfügt über technisch starke Verteidiger, die den ersten Pass im richtigen Moment spielen können und so die schnellen Stürmer perfekt einsetzen.

„Wir müssen noch aggressiver im Forecheck sein und sie zum Abspiel zwingen, wenn die Angreifer noch nicht in Position sind. Wenn wir das schaffen, können wir vielleicht auch ein paar Turnover erzwingen“, gibt Brad Marchand die Marschrichtung vor.

Ein weiterer Faktor wird auch sein, ob die Bruins wieder mehr zu ihrem Spiel finden und Chicago aus einer geordneten Defensive ihren Matchplan aufzwingen, wie sie es im dritten Duell der Serie perfekt demonstriert haben.

„Wir müssen allesamt besser agieren als in Spiel 5, um die Serie am Leben zu erhalten und wir sind zuversichtlich, dass wir das schaffen“, nimmt Julien zwar das gesamte Team in die Pflicht, ist aber von der Einstellung seiner Mannschaft überzeugt.

Julien baut auf die Erfahrung

Daher hält er es auch nicht für nötig, eine große Motivationsrede vor der Partie haten zu müssen. Zu groß ist sein Vertrauen die Erfahrung der Cracks.

„Dieser Truppe muss man in so einer Situation nicht viel sagen. Wir sind eine erfahrene Mannschaft, die viel durchgemacht hat“, spielt Julien darauf an, dass sich das Team seit dem Titelgewinn 2011 fast gar nicht verändert hat.

„Ich muss mich nicht vor die Spieler stellen und eine lange Ansprache halten, um sie heiß zu machen. Die wissen genau, was auf dem Spiel steht und haben das schon früher bewiesen. Wir haben jetzt die Möglichkeit, das wieder zu tun.“

Fragezeichen hinter Bergeron

Einer wird diese Möglichkeit jedoch höchstwahrscheinlich nicht haben. Patrice Bergeron verletzte sich bei der 1:3-Niederlage am Samstag, weswegen die Bruins die „do-or-die“-Situation wohl ohne ihren besten Zwei-Wege-Stürmer meistern müssen.

Wie in der NHL üblich, wurde allerdings nicht viel über seinen Zustand verraten. „Wir werden über seinen Einsatz kurz vor dem Spiel entscheiden“, war alles, was der Coach dazu sagen wollte.

„Er ist augenscheinlich ein wichtiger Teil unserer Mannschaft. Er gibt alles für das Team, aber wir dürfen uns nicht bemitleiden, falls er nicht dabei sein kann. Wir müssen einfach mit den Jungs spielen, die wir haben“, will Goalie Tuukka Rask den möglichen Ausfalls Bergerons nicht als Ausrede  gelten lassen und beschwört wie sein Trainer den Geist der Vergangenheit.

„Wir konzentrieren uns nur auf das Spiel und was wir auf dem Eis zeigen müssen. Wir fokussieren uns auf unseren Job, damit sind wir bislang gut gefahren.“

 

Fabian Santner

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