"Last Turn" im Transferkarussell

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Letzte Möglichkeit für Tauschvorgänge steht bevor

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Nach der Olympia-Pause ist vor der Entscheidungsphase der Regular Season in der NHL.

Bevor es allerdings am Eis so richtig rund geht, wird es in den Büros der General Manager der 30 NHL-Teams noch einmal heiß her gehen. Am 5. März ist Trade Deadline und damit das Ende aller Tauschvorgänge bis Saisonende. Bis 21 Uhr MEZ haben die Vereine Zeit, Spieler, Prospects (Nachwuchstalente) und Draftpicks untereinander zu tauschen.

LAOLA1 wirft einen Blick auf die interessantesten Tradeaktien und Gerüchte.

Thomas Vanek, LW, New York Islanders: Aus österreichischer Sicht die heißeste Aktie ist ganz klar Thomas Vanek. Es scheint so gut wie sicher, dass die New York Islanders den Flügelstürmer vor Ablauf der Trade Deadline abgeben werden, um noch Spieler, Prospects und/oder Draftpicks retour zu bekommen. Vanek wird im Sommer zum vertragslosen Unrestricted Free Agent – kurz UFA – und kann daher frei wählen, bei welchem Team er unterschreiben möchte. Dieser Umstand bedeutet für die Islanders einen großen Nachteil. Aufgrund der ungewissen Vertragssituation wird kein anderes Team gewillt sein, außerordentlich viel für ihn herzugeben. Es scheint also fast fix, dass die New Yorker den Tradewert, den sie für Vanek an Buffalo entbehrt haben (Moulson, Erstrunden-Pick 2014, Zweitrunden-Pick 2015), nicht in voller Kompensation zurückbekommen werden.

Mögliche Tradepartner: Als heißester Kandidat auf eine Verpflichtung Vaneks gelten die Los Angeles Kings. Der Stanley-Cup-Sieger von 2012 hat die fünftschlechteste Offensive der Liga (147 Tore) und würde dringend einen Scorer wie den Österreicher benötigen. Weitere Teams im engeren Favoritenkreis sind die Pittsburgh Penguins und die Montreal Canadiens.

LAOLA1-Prognose: Vanek wird spätestens Montag-Abend nicht mehr das Dress der New York Islanders tragen und somit zu seinem dritten Team in dieser Saison wechseln.

Matt Moulson, LW, Buffalo Sabres: Die Buffalo Sabres sind mit Abstand das schlechteste Team der NHL und schon lange aus dem Playoff-Rennen. Dementsprechend geistern immer wieder Spielernamen des Ex-Klubs von Vanek als mögliche Tradekandidaten herum. Mit Ryan Miller und Steve Ott sind auch bereits zwei Stützen abgegeben worden. Der im Vanek-Trade zu den Sabres gewechselte Angreifer Matt Moulson könnte der Nächste auf der Liste sein. Der 30-Jährige ist ab Sommer vertragslos, würde offensiv strauchelnde Teams auf jeden Fall verstärken und im Gegenwert auch nicht übermäßig teuer sein.

Mögliche Tradepartner: Mannschaften für die ein Vanek z.B. zu „teuer“ ist. Interesse bekundeten schon die Los Angeles Kings, Phoenix Coyotes, Ottawa Senators, New Jersey Devils und Anaheim Ducks.

LAOLA1-Prognose: Matt Moulson hat keinerlei Verbundenheit zu Buffalo und wird daher vor dem Sommer auch keinen Vertrag bei der Franchise aus dem Bundesstaat New York unterschreiben. Dementsprechend wird auch er in den nächsten Tagen einen neuen Arbeitgeber bekommen.

Jaroslav Halak, G, Buffalo Sabres: Ob Halak jemals im Dress der Sabres zu sehen sein wird, steht in den Sternen. Der slowakische Team-Goalie wurde zwar erst am Freitag von den St. Louis Blues zu Buffalo getradet, allerdings gibt es Überlegungen, ihn sofort wieder abzugeben und dafür weitere Draftpicks und Prospects für ihren Rebuild zu erhalten. Außerdem wird man vermutlich versuchen, Jhonas Enroth als neuen Einser-Goalie zu forcieren.

Mögliche Tradepartner:  Teams, die durch Verletzungen und schlechte Leistungen Probleme auf der Torhüterposition haben. Besonders erwähnenswert hierbei sind die Minnesota Wild, Chicago Blackhawks und Washington Capitals.

LAOLA1-Prognose: Halak sollte sich nicht zu sehr mit dem Umfeld in Buffalo anfreunden, denn er wird nicht allzu lange bleiben dürfen. Die Sabres werden ihn bis spätestens nächsten Mittwoch wieder auf die Reise schicken.

Ryan Callahan, RW, New York Rangers: Die Franchise aus dem Herzen des „Big Apple“ und ihr Kapitän konnten sich bisher nicht auf einen neuen Vertrag einigen. Ein Abschied des US-amerikanischen Olympiateilnehmers liegt also durchaus im Bereich des Möglichen. Mit einer Verpflichtung von Callahan würde man zwar nicht die Punkteausbeute eines Vanek oder Moulson bekommen, aber eine absolute Führungspersönlichkeit auf und abseits des Eises, die jede Sekunde alles für den Verein gibt.

Mögliche Tradepartner:  Mehrere Quellen berichten, dass ein Eins-zu-Eins-Tausch von Callahan und Tampa-Bay-Lightning-Kapitän Martin St. Louis diskutiert wird, dies darf aber als höchst unwahrscheinlich angesehen werden. Weitere Teams, die im Zuge seiner Wechselgerüchte erwähnt werden, sind die St. Louis Blues, Vancouver Canucks und Boston Bruins.

LAOAL1-Prognose: Callahan ist als Kapitän und Führungsspieler der Rangers ein ganz wichtiger Teil der Mannschaft, allerdings hat er ein deutliches Zeichen gesetzt, dass er den Markt im Sommer testen will. Die Rangers werden ein gutes Package für ihn retour bekommen, daher wird er den Verein wechseln.

Martin St. Louis, RW, Tampa Bay Lightning: Nachdem der 38-Jährige im ersten Kader der kanadischen Olympiamannschaft - den unter anderem der Tampa Bay General Manager Steve Yzerman mitnominiert hat - nicht berücksichtig wurde, soll St. Louis angeblich um einen Trade gebeten haben. Diese, etwas überzogene Trotzreaktion von St. Louis soll nach seinem Goldmedaillengewinn in Sotschi schon wieder etwas in Vergessenheit geraten sein. Immerhin ist er seit mittlerweile 13 Jahren für die Franchise aus Florida tätig und eine absolute Identifikationsfigur. Außerdem besitzt er einen no-movement clause im Vertrag, daher muss er zu jeder Transaktion die seine Person betrifft, seine Zustimmung geben.

Mögliche Tradepartner:  Mit absoluter Sicherheit hätten eine Menge Teams Interesse an einem Spielmacher der Klasse von St. Louis, allerdings dürfte er nur im Falle eines Trades zu den Rangers gewillt sein, seine NMC außer Kraft zu setzen. Wie bereits zuvor erwähnt, wird über einen direkten Tausch mit ihm und Callahan spekuliert, doch Lightning-GM Yzerman wird etwas mehr für seinen Star-Spieler wollen, als "nur" einen kommenden UFA.

LAOAL1-Prognose: Dass St. Louis, ob seiner Nichtnominierung enttäuscht war, ist kein Geheimnis. Dennoch Yzerman und er werden dieses Problem ausdiskutieren und er wird den „Bolts“ weiterhin die Treue halten (können).

Dan Boyle, D, San Jose Sharks: Auch Dan Boyle wird nach dieser Saison vertragslos und es könnte durchaus sein, dass er mit seinen 37 Jahren den Markt im Sommer noch einmal testen und einen möglichst langen und gut dotierten (letzten) Vertrag herausholen will. Der Routinier bringt jahrelange NHL-Erfahrung mit, ist ein offensivstarker Verteidiger und weiß, trotz seiner eher durchschnittlichen Größe, seinen Körper gekonnt einzusetzen.

Mögliche Tradepartner: Alle Stanley-Cup-Anwärter, die ihre Blueline noch einmal verstärken wollen. Gerade im Powerplay kann Boyle einen großen Unterschied ausmachen.

LAOAL1-Prognose: Auch wenn sich Boyle und San Jose vor der Trade Deadline auf keinen neuen Vertrag einigen können, wird ihn Sharks-GM Doug Wilson nicht hergeben. Die kalifornische Franchise will heuer endlich den Stanley Cup gewinnen und für dieses Vorhaben ist der Kanadier ein ganz wichtiger Bestandteil.

Andrew MacDonald, D, New York Islanders: Der langjährige Teamkollege von Michael Grabner ist in den letzten Jahren zum absoluten Leistungsträger bei den Islanders avanciert und somit ein begehrtes Ziel einiger Teams, zumal er bereits ein Vertragsverlängerungs-Angebot von Islanders-GM Garth Snow abgelehnt hat. Er kann sowohl in Überzahl wie auch in Unterzahl spielen und führt seine Mannschaft mit durchschnittlich 25:33 Minuten Eiszeit pro Spiel in dieser Kategorie an. Allerdings wird der Preis auch bei ihm nicht gerade gering sein.

Mögliche Tradepartner: MacDonald wird nun für die Anaheim Ducks ein Thema, da der Girardi-Deal geplatzt ist. Weitere mögliche Destinationen sind die Detroit Red Wings, Colorado Avalanche, Boston Bruins und Los Angeles Kings.

LAOAL1-Prognose: Die Saison der Islanders hat sich in eine komplett andere Richtung entwickelt, als es erwartet wurde. Auch aus dem Plan, MacDonald frühzeitig zu verlängern, wurde (noch) nichts. GM-Garth Snow wird den 27-Jährigen somit zur Trade Deadline hergeben.

Sam Gagner, C, Edmonton Oilers: Der KAC-Lockout-Spieler ist ohne Frage ein äußerst talentierter Center, der durchaus das Potenzial hat, langfristig als Mittelstürmer einer zweiten Linie zu agieren. Allerdings scheint es so, als ob er in Edmonton nicht an seine Leistungsgrenze gehen kann. Immer wieder wird Gagner dafür kritisiert und es dürfte wohl für beide Parteien das Beste sein, ihn abzugeben.

Mögliche Tradepartner: Vor der Olympia-Pause wurde über einen Trade zu den Los Angeles Kings spekuliert. Dies ist aber mittlerweile etwas abgeklungen, da die Kings generell viele potentielle Optionen für Trades, die ihnen weiterhelfen könnten, haben. Als weitere Möglichkeiten für Gagner gelten die Nashville Predators, New Jersey Devils, Carolina Hurricanes, Toronto Maple Leafs und Buffalo Sabres.

LAOAL1-Prognose: Es wird passieren. Sam Gagner und die Oilers werden noch vor der Trade Deadline getrennte Wege gehen und der 24-Jährige wird sein Glück wo anders suchen können.

Mike Cammalleri, C, Calgary Flames: Auch Cammalleri wird ab 1. Juli ein UFA sein, allerdings wurde ihm von Flames-GM Brian Burke am Dienstag ein neues Vertragsangebot unterbreitet, über das noch verhandelt werden muss. Trotzdem gilt er als ein möglicher Tradekandidat für die kanadische Franchise. Mit seinen 31 Jahren ist er noch im besten Hockeyalter und könnte mit seiner Erfahrung sicherlich einigen Teams Tiefe in den Offensivreihen verleihen.

Mögliche Tradepartner: Die New Jersey Devils sehen sich nach einer Verstärkung auf der Mittelstürmerposition um und werden mit Cammalleri in Verbindung gebracht. Auch Vancouver, Ottawa, Phoenix und Detroit haben ihre Fühler nach ihm ausgestreckt.

LAOAL1-Prognose: Calgary ist diese Saison in einer recht aussichtslosen Situation und Cammalleri macht nicht den Anschein, als ob er seinen Vertrag vor der Trade Deadline verlängern würde. Daher wird er ab nächster Wocher nicht mehr Teil der Flames sein.

Martin Brodeur, G, New Jersey Devils: Eigentlich ist es unvorstellbar, den mittlerweile 41-Jährigen in einer anderen Uniform als jener von New Jersey zu sehen, spielte er doch immerhin seine komplette NHL-Karriere (21 Saisonen) bei den Devils. Allerdings wurde ihm heuer Cory Schneider vor die Nase gesetzt, mit dem er sich den Goalie-Job teilt. Trainer Peter DeBoer wird sich aber Richtung entscheidende Saisonphase auf einen fixen Einsergoalie festlegen müssen und das wird vermutlich Schneider sein. Dies könnte einige Teams dazu veranlassen, bei den Devils wegen Brodeur anzufragen, der mit fortschreitendem Alter zwar etwas von seiner Extraklasse eingebüßt hat, aber immer noch ein Meister seines Fachs ist.

Mögliche Tradepartner: Vor allem Minnesota muss hier berücksichtigt werden, die aufgrund der ständigen Ausfälle ihrer Standard-Torhüter Bäckström und Harding einen Leitwolf für den jungen Hoffnungsträger Darcy Kuemper gebrauchen könnten. Auch der amtierende Stanley-Cup-Sieger aus Chicago zeigt Interesse.

LAOAL1-Prognose: Diese Verbundenheit mit einer einzigen Franchise gibt es in der schnelllebigen NHL nur mehr ganz selten. Daher wird der zukünftige Hockey-Hall-of-Famer seine großartige und einzigartige Karriere auch beim jenem Team beenden dürfen, für das er seine komplette NHL-Karriere am Eis stand.

Marc Schwarz

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