Thomas: Auszeit und Abschied aus Boston?

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Nimmt sich NHL-Star-Goalie Tim Thomas wirklich eine Auszeit?

Laut Peter Chiarelli, General Manager der Boston Bruins, denkt der 38-Jährige ernsthaft über ein Jahr ohne Eishockey nach.

„Ich bin enttäuscht, aber solche Dinge passieren. Damit müssen wir klarkommen. Wenn er das für die Familie macht, gilt es das zu respektieren“, klärt der Verantwortliche auf.

Thomas‘ Kontrakt beim bald entthronten Stanley-Cup-Champion läuft noch eine Saison. Zwar möchte ihm die Franchise keine Deadline setzen, dennoch betont Chiarelli: „Ich muss jetzt unter der Prämisse arbeiten, dass er uns demnächst nicht zur Verfügung stehen wird.“

Über die Hintergründe lässt sich indes nur spekulieren, ein Statement des zweifach ausgezeichneten Schlussmannes sei nicht zu erwarten, so die Klub-Spitze.

„Er will weiterspielen!“ – nur nicht 2012/13?

„Nach einem Meeting meinte er, dass er ermattet sei. Nach all den Ereignissen in der Vergangenheit, Siegen und Niederlagen, fühlt er sich nicht bei hundert Prozent. Dennoch will er noch weiterspielen“, gibt Chiarelli zu verstehen.

Selbst mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung ließ sich der 38-Jährige nicht locken, für kommende Spielzeit zuzusagen.

Nun könnte es der „Spätzünder“ einigen „Hochkarätern“ gleich tun. Scott Niedermeyer oder Dominik Hasek verkündeten ihren kurzzeitigen Rücktritt, um danach nochmals durchzustarten. „Einige Spieler entschieden sich für diesen Schritt. Dennoch gebe ich zu bedenken, dass man mit 38 nicht einfach ein Jahr aussetzen und dann ein gelungenes Comeback feiern kann.“

Chiarelli ist überzeugt, mit Tuukka Rask (25) und Anton Khudobin (26) gerüstet zu sein. Obwohl nicht unbedingt Handlungsbedarf besteht, möchte er einen Trade des Routiniers nicht ausschließen.

Wird Thomas das „Weiße Haus“ zum Verhängnis?

„Es gibt zu viele Fragezeichen“, so der Bruins-GM. Ob Thomas bei einem „Abschied auf Zeit“ wirklich in Boston bleibt, darf bezweifelt werden. Sein makelloses Image erlitt zuletzt tiefe Kratzer.

Nach sieben Jahren mit Hauptwohnsitz in „Beantown“ zog die Familie während des Grunddurchgangs nach Colorado um. Warum, darüber lässt sich munkeln. Jede Menge Sympathien verspielte er mit der nicht wahr genommenen Einladung in das „Weiße Haus“ zu Präsident Barack Obama. Damit bewegte er sich auf politisches Glatteis.

Plötzlich schwappte ihm eine Welle der Proteste entgegen. Dass er die Laufbahn in Boston fortsetzen wird, scheint trotz jahrelanger Verbundenheit unwahrscheinlicher denn je.

Mit seiner Auszeit könnte sich Thomas bereits vorzeitig aus der einst geliebten Ostküsten-Metropole verabschieden.

Thomas, der sich erst 2006/07 in der NHL etablieren konnte, stieg im Vorjahr zum Publikums-Liebling auf. Der US-Amerikaner führte die „Bruins“ nach 39-jähriger Durststrecke zum sechsten Stanley-Cup-Triumph.

Seine Glanzparaden brachten ihm überdies die „Conn Smythe Trophy“ für den Playoff-MVP und seine zweite „Vezina Trophy“ für den besten Torhüter der Saison ein. An die brillante Performance konnte er heuer nicht anknüpfen.

Chiarelli: Enttäuscht und skeptisch

Thomas‘ Save-Percentage brach während der Regular Season auf 92,0 Prozent (2010/11: 93,8%) ein – in den Playoffs waren es anstatt 94,0 nur 92,3 %. Zwar ein mehr als respektabler Wert, in Anbetracht seiner Konkurrenz allerdings zu wenig. Das enttäuschende Erstrunden-Aus gegen Washington dürfte Spuren hinterlassen haben.

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