NHL-Comeback! Pöck heuert in Colorado an

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Sensationelles Comeback in der National Hockey League: Thomas Pöck kehrt nach drei Jahren in Europa zurück und heuert bei den Colorado Avalanche an.

Der 30-Jährige unterzeichnet einen Two-Way-Kontrakt, der sowohl für die Elite-Liga als auch für das AHL-Farmteam Lake Erie Monsters gilt.

Für das einjährige Engagement soll der Verteidiger rund 500.000 Dollar einstreifen.

Vater und Eishockey-Legende Herbert bestätigt gegenüber LAOLA1: „Er ist in Übersee, hat nur bis zuletzt noch nicht gewusst, wohin sein Weg führt. Es ist eine neue Chance für ihn."

Bereits im April brodelte die Gerüchteküche, nun ist es hoch offiziell: Pöck betritt wieder die veritabelste aller Eishockey-Bühnen.

122 Einsätze in New York

Als vor drei Monaten erste Spekulationen die Runde machten, war der Teamspieler selbst zu keinem Statement bereit. Lediglich Familien-Oberhaupt Herbert gab zu verstehen: „Es ist die Möglichkeit aufgetaucht, in Übersee unterzukommen. Er möchte diese wahren und sich alle Optionen offen halten.“

Vier Saisonen, oder besser gesagt 122 Einsätze, in der NHL hat Thomas auf dem Buckel. Er lebte den Traum eines jeden Cracks. Früh kehrte er dafür Familie sowie Freunden den Rücken, wechselte nach Nordamerika.

Als 19-Jähriger profilierte er sich an der University of Massachusetts. Vier Saisonen später führte sein Weg direkt zu den New York Rangers. Ohne jemals im Draft berücksichtigt worden zu sein, debütierte Pöck 2003/04.

Pöck spielte in der NHL zuletzt bei den "Isles"

KAC-Absage und Abwarten

Der New Yorker Agent kümmert sich seit zehn Jahren um Pöcks Belange. Und wieder fädelte er einen Deal zur Zufriedenheit des gebürtigen Klagenfurters ein.

Um nochmals im Wunderland des Kufensports zu reüssieren, erteilte er Heimatverein KAC eine Absage. Lange standen die „Rotjacken“ hoch im Kurs, letztlich soll es am Gehalt gescheitert sein.

„Sie legten ihm ein Angebot vor, das nahm er nicht an. Er meinte, es sei in Ordnung, aber er will abwarten“, kannte Herbert Pöck die Beweggründe.

Zu groß war die Sehnsucht. Zu verlockend das medial forcierte Interesse einiger Franchises – neben dem zweifachen Stanley-Cup-Champ Colorado wurde er zudem mit den Vancouver Canucks und Phoenix Coyotes in Verbindung gebracht.

Pöck zögerte, spielte auf Zeit. Mit der NHL im Hinterkopf. Dies macht sich bezahlt.

Vierter Österreicher im „Big Business“

Der Papa ist stolz auf seinen Sohnemann, dennoch kennt auch er die Mechanismen nur zu gut: "Noch hat er es nicht geschafft. Er muss zuerst das Sommer-Camp überstehen, seine Leistungen bringen. Er weiß genau, was auf ihn zukommt."

Vorausgesetzt er übersteht die gnadenlose "Auslese", wird kommende Saison neben Thomas Vanek (Buffalo), Michael Grabner (NY Islanders) sowie Andreas Nödl (Carolina) ein Vierter das rot-weiß-rote Eishockey in der NHL vertreten.

"Nachdem Colorado in der Abwehr nicht die Tiefe hat, besteht auf jeden Fall eine Chance, in die Top-Sieben zu rutschen. In New York hatte er damals das Problem, dass es kaum Verletzungen gab."

Schafft es Pöck, wäre sein Comeback endgültig eine Sensation.

Christoph Köckeis

Die Folgejahre glichen einer Berg- und Talfahrt. Einer zwischen Anspruch, der glamourösen Laufbahn im Rampenlicht, und Wirklichkeit, dem tristen Alltag im Farmteam.

Letztlich landete Pöck im Sommer 2007 auf der Waiver-List, als unerwartet die NY Islanders zuschlugen.

Umfunktionierung als Hindernis?

59 Begegnungen der Regular Season rundeten das Abenteuer endgültig ab. Eine tragende Rolle konnte er nie ausfüllen. Verantwortlich dafür, sei eine zu College-Zeiten vollzogene Umfunktionierung gewesen.

"Mir fehlten 15 Jahre Erfahrung als Defender, dann sollst du gegen Superstars wie Sidney Crosby bestehen, das geht nicht“, begründete der gelernte Angreifer rückblickend.

Mit dem Bedürfnis regelmäßiger Einsatzzeit wagte er den "Rückschritt", entschied sich für Rapperswil.

Gute Kontakte in die NHL

Beim Schweizer Nationalliga-A-Klub wusste er zu überzeugen, wie im hohen Norden. Seine Leistungen mit MODO, dem Neo-Arbeitgeber von ÖEHV-Goalie Bernhard Starkbaum, fanden Anerkennung.

Er empfahl sich für höhere Ämter. Seine schwedischen Vorgesetzten ermutigten ihn, im „frühen Herbst“ seines Werdegangs nochmals Risiko zu nehmen: „Sie sagten, dass sie keinen Grund sehen, warum er es nicht wieder schaffen sollte“, verriert Herbert Pöck

Sie, das sind General Manager Markus Näslund wie auch Head Coach Ulf Samuelsson. Beide pflegen dank ihrer Vergangenheit beste Kontakte in die NHL. Selbiges gilt für Paul Theofanous.

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