"Wir haben alles, um im Play-off weit zu kommen"

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Andreas Nödl darf sich mit den Philadelphia Flyers in der National Hockey League (NHL) über eine perfekte erste Woche freuen. Die Flyers feierten in den ersten drei Spielen drei Siege, nach dem Stanley-Cup-Sieger Boston Bruins (2:1) bezwangen sie am Mittwoch auch den unterlegenen Finalisten Vancouver Canucks mit 5:4.

Nödl machte seine Sache beim Saison-Heimdebüt vor 19.632 Zuschauern im ausverkauften Wells Fargo Center im Unterzahlspiel sehr gut, kassierte mit seiner Linie aber einen Gegentreffer.

Defensive als Prunkstück der Mannschaft


"Zufall ist es nicht, dass wir drei relativ starke Gegner besiegt haben. Es sind erst drei Spiele, aber was man so gesehen hat, hat unsere Mannschaft alles, was es braucht, um im Play-off weit zu kommen", gab sich Nödl zuversichtlich. Vor allem die Defensive soll das Prunkstück sein.

Mit Ilja Bryzgalow haben die Flyers einen starken Torhüter verpflichtet, und "unsere Verteidiger sind ein Wahnsinn. In dieser Saison werden wir sicher sehr gut in der Verteidigung sein, wir werden nicht sehr viele Tore bekommen.

Ich weiß nicht, ob wir genauso viele Tore schießen werden wie in den vergangenen Jahren, weil wir viele Stürmer abgegeben haben. Ich würde aber sagen, dass wir defensiv um einiges stärker sind als in den vergangenen Jahren", sagte der Wiener.

Saisonauftakt gelungen

Der gute Saisonauftakt war aber nach dem umfangreichen Umbau der Mannschaft nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Seinen Beitrag dazu hat auch Nödl geleistet, wenn auch keinen offensiven.

Er kam gegen die Canucks mit seinen Partnern Max Talbot und Zac Rinaldo im vierten Sturm nur selten in Bedrängnis. Im ersten Drittel holte seine Linie zudem gleich drei Strafen heraus, ein daraus resultierendes Powerplay verwertete Kapitän Chris Pronger zum 2:0.

Einen Einsatz allerdings verpatzte das Trio, als es im Mitteldrittel den Treffer von Chris Higgins zum 3:4 kassierte (36.).

"Der Einsatz war lange, etwa 1:15 Minuten, und wir haben die Scheibe nicht unter Kontrolle gebracht. Im Großen und Ganzen war es aber nicht so schlecht", meinte Nödl zu seiner Leistung.

Vor allem in Unterzahl stand er seinen Mann. Der 24-Jährige kam mit Matt Read im "Penalty-killing" über drei Minuten zum Zug und blieb gegen das beste Powerplay-Team der vergangenen Saison ohne Gegentreffer.

Rückkehr von Altmeister Jaromir Jagr in der NHL


Ihr Powerplay wollen die Flyers, die im Überzahlspiel nur auf Rang 19 lagen, heuer verbessern. Große Hoffnungen setzten das Trainerteam um Peter Laviolette dabei in Altmeister Jaromir Jagr.

Der 39-jährige Tscheche ist nach drei Jahren in Russland in die NHL zurückgekehrt und wurde von den Fans in Philadelphia lautstark begrüßt. Vergessen sind die vielen Pfiffe, die Jagr früher bei seinen Gastspielen mit dem Lokalrivalen Pittsburgh Penguins geerntet hatte.

"Es ist nett, wenn die Fans dir zujubeln, aber wichtiger ist, wenn sie mir nach der Saison zujubeln", meinte der Routinier.

"Es hat einen Grund, warum er einer der Besten ist"

Jagr ist auf dem Eis auch mit 39 noch immer eine Augenweide. Der fünffache Scorerkönig ist kaum von der Scheibe zu trennen und besticht durch Ruhe und Übersicht. Ein Produkt seiner Einstellung, meint Nödl.

"Er kommt auch manchmal am Abend in die Halle und trainiert. Es hat einen Grund, warum er einer der Besten ist", sagte der Wiener über den großen Star in der Mannschaft, der sich allerdings freundlich und introvertiert gibt. "Er ist ein ganz netter Kerl", betont Nödl.

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