NHL-Vorschau: Pacific Division

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Schon in der vergangenen Saison war die Pacific Division die ausgeglichenste aller sechs Unterteilungen.

Auch in dieser Saison wird es zwischen den Beteiligten ein Kopf-an-Kopf-Rennen geben, wobei die Sharks wohl erneut vor den anderen Mannschaften anzusiedeln sind.

LAOLA1 wirft in der Vorschau-Reihe einen Blick auf die Pacific Division:

 

Roster:

Es hat sich einiges getan bei den San Jose Sharks. So hat man speziell mit den Wild einiges an Spielern getauscht. Der wohl bekannteste Abgang ist Dany Heatley, der die Kalifornier in Richtung Minnesota verlassen hat. Dem 30-jährigen Left Wing folgen Charlie Coyle und Devin Setoguchi.

Im Gegenzug sichern sich die „Haie“ die Dienste von Martin Havlat, James Sheppard und Brent Burns. Letzterer, der für fünf Jahre ein fürstliches Gehalt von 28,8 Millionen Dollar einstreicht, soll in der kommenden Spielzeit die Defensive gemeinsam mit den erfahrenen Neuerwerbungen Jim Vandermeer (Oilers) und Colin White (Devils) weiter stabilisieren.

Überhaupt ist Erfahrung die Trumpfkarte der Sharks im Kampf um den Stanley Cup, denn auch im Angriff sind junge Leistungsträger Mangelware. Neben den altbekannten und-bewährten Patrick Marleau und Joe Thornton sicherten sich die Sharks mit Michal Handzus von den L.A. Kings und dem schon erwähnten Havlat weitere lang-erprobte NHL-Cracks. Große Hoffnung setzt man neben den Routiniers auch auf den 27-jährigen Joe Pavelski, der in der letzten Saison eine neue persönliche Bestmarke von 66 Punkten aufstellte und  in seiner sechsten Saison bei den Sharks weiter in eine Führungsrolle hineinwachsen soll.

Im Tor vertraut man wie schon im letzten Jahr auf finnische Keeper-Power. Antti Niemi und Antero Niittymaki bilden nach einer ersten Saison mit vielen Ups und Downs bei den Sharks das Torhütergespann. Da sich Letzterer aber erst im September einer Hüftoperation unterziehen musste und somit zwölf Wochen zum Zuschauen verdammt ist, bekommt der Deutsche Thomas Greiss die Chance als Back-up von Niemi.

Erwartungen:

Nachdem bereits zwei Mal in Folge im Finale der Western Conference Endstation war, wollen die Sharks nun endlich um den Stanley Cup spielen und diesen auch zum ersten Mal in der Geschichte der Franchise gewinnen. Darauf ist alles ausgelegt und das ist das klare Ziel für die Spielzeit 2011/12.

Prognose: Platz eins in der Pacific Division

 

Roster:

Teemu Selanne ist wieder in Anaheim und war eigentlich gar nie weg. Nachdem der Finne am Ende der Saison 2010/11 seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängert hatte, entschied er sich im September doch wieder für die Ducks aufzulaufen. Eine Aktion, die in Anaheim natürlich begrüßt wurde, erzielte der mittlerweile 41-jährige Right Wing doch in der abgelaufenen Spielzeit 80 Punkte. Seine Linienkollegen Saku Koivu (45 Punkte, 36 Jahre) und Jason Blake (32 Punkte, 38 Jahre) dürfte dies genauso freuen, profitieren die beiden Oldies doch vom alternden Finnen.

Neben dem finnischen Superstar sind die Augen auf einen weiteren "Rückkehrer“ gerichtet. Torwart Jonas Hiller meldet sich, nachdem er im Vorjahr nach überzeugender Saison verletzungsbedingt nach 49 Spielen zusehen musste, wieder fit. Die Meinungen über das Können des 29-jährigen Torhüters sind durchwegs positiv. Er kann und wird, sollte er denn in ähnlicher Verfassung wie vor seiner Verletzung spielen, den Unterschied machen.

Vor dem Schweizer setzt man in Anaheim in der ersten Linie auf die bewährten Kräfte Lubomir Visnovsky und Toni Lydman, eine Schlüsselrolle dürfte aber auch Kurtis Foster übernehmen, der in die Fußstapfen des abgewanderten Andy Sutton treten soll. Er wird das Verteidiger-Paar mit Luca Sbisa bilden, während Cam Fowler (19) nach einer guten Rookie-Saison dem 31-jährige Kanadier Francois Beauchemin zur Seite gestellt wird.

Die Sturmreihen der Ducks zeigen wenig Veränderung auf, hat General Manager Bob Murray mit Andrew Cogliano doch nur einen Stürmer verpflichtet, der in der Vorsaison überzeugen konnte.

Erwartungen:

Die Ducks haben für die kommende Saison große Ziele und nehmen hier vor allem Torwart Hiller in die Pflicht. Den Ausfall des Schweizers machte man zuletzt dafür verantwortlich, dass bereits in der ersten Playoff-Runde gegen die Nashville Predators Schluss war. Nun ist der Schweizer wieder fit und mit ihm hat man den Titel in der Western Conference im Auge.

Prognose: Platz zwei in der Pacific Division

 

Rooster:

Bei den Coyotes hat vor allem ein Mann eine große Lücke hinterlassen. Keeper Ilya Bryzgalov, der in den letzten zwei Saisonen jeweils zum MVP in Phoenix gewählt wurde, kehrte der Franchise den Rücken und wechselte nach Philadelphia. Mike Smith, der im letzten Jahr 22 Spiele für Tampa Bay absolvierte, soll nun den abgewanderten Russen ersetzen. Unterstützt wird der 29-jährige Kanadier vom bisherigen Back-up-Keeper Jason LaBarbera.

Neben Bryzgalov hat ein weiterer Defensiv-Routinier den Verein verlassen. Ed Jovanovski suchte nach fünf Jahren in Phoenix eine neue Herausforderung und heuerte wieder bei den Panthers an. Nun sollen junge Wilde den Routinier ersetzen und in die Pflicht genommen werden. Erster Kandidat dafür ist der Schwede Oliver Ekman-Larsson, der in seine zweite Saison bei den Coyotes geht und trotz seiner gerade mal 20 Jahre mehr Verantwortung übernehmen muss.

Ein großes Fragezeichen steht hinter Neuverpflichtung Daymond Langkow, der Eric Berlanger (Islanders) im Sturmzentrum ersetzen soll. Dass der kanadische Center über Qualität verfügt, hat er in über 1.000 NHL-Spielen und mit 642 Punkten bewiesen. Allerdings war der 35-jährige Angreifer in der vergangenen Saison lange verletzt und machte für die Flames gerade mal vier Spiele. Vollkommen genesen soll er nun in der ersten Linie seine alte Klasse für Phoenix in die Waagschale werfen. Wie er nach einem Jahr Verletzungspause in seinem fortgeschrittenen Alter verkraftet, ist abzuwarten.

Erwartung:

Es hat einige Umstrukturierungen im Kader gegeben und vor allem auf die Leistung der Torhüter darf man gespannt sein. Die Vereinsführung ist davon überzeugt, dass mit der neuen Truppe mehr drin ist als im letzten Jahr, als man nach der ersten Playoff-Runde die Segel streichen musste. „Wir haben durchaus die Chance in diesem Jahr weiter zu kommen als zuletzt“, sagt General Manager Dan Maloney. Diese Meinung hat er wohl exklusiv.

Prognose: Platz fünf in der Pacific Division


 

Roster:

In Zahlen gesprochen haben sich die Kings für die kommende Saison 121 Punkte ins Boot geholt. Der Hauptanteil, nämlich 106 Zähler, gehen auf das Konto der Neuzugänge Simon Gagne (40 Punkte/Lightning) und Mike Richards (66/Flyers). Die beiden Stürmer wurden von Trainer Terry Murray auch prompt in eine gemeinsame Linie gesteckt, in welcher sie an die Leistungen der vergangenen Spielzeiten anschließen sollen.

Doch die Mannschaft aus der Filmhauptstadt hat nicht nur sogenannte „Granaten“ geholt, sondern auch verdiente Spieler wie Michal Handzus (Sharks) und Ryan Smyth (Oilers) abgegeben. Die beiden Oldies werden vor allem in puncto Erfahrung fehlen.

In der Defensive haben die Kings keinerlei Veränderung vorgenommen. Nachdem im letzten Jahr nur fünf Teams weniger Gegentreffer hinnehmen mussten, sahen die Verantwortlichen keinen Bedarf auf dem Transfermarkt aktiv zu werden, zumal kein Verteidiger das Team verlassen hat. Auch im Tor vertraut man in Person von Jonathan Quick auf altbewährte Kräfte, hatte der US-Amerikaner doch großen Anteil der der starken Defense-Performance im letzten Jahr.

Erwartungen:

Für die Kings war bereits in der ersten Playoff-Runde Schluss. Gegen die San Jose Sharks hatte man mit 3:4 das Nachsehen. In diesem Jahr plant Los Angeles zumindest mit den Playoffs und geht es nach Abwehrspieler Jack Johnson hat man aus der Niederlage viel gelernt und ist reifer geworden. Bleibt abzuwarten, ob diese Reife sich auf die Leistung auf dem Platz niederschlägt

Prognose: Platz vier in der Pacific Division


 

Roster:

Die wohl wichtigste Veränderung bei den Texanern ist der neue Trainer Glen Gulutzan. Er folgt Marc Crawford nach, der nach der verpassten Postseason seinen Hut nehmen musste.

Mit dem neuen Trainer kamen gleich sieben Spieler zu den Stars, wobei Michael Ryder vom Stanley-Cup-Sieger Boston der namhafteste Neuzugang ist. Dem gegenüber steht vor allem der Abgang von Brad Richards, der nun bei den Rangers unter Vertrag steht. Seinen Weggang gilt es zu kompensieren, will man im Kampf um die Playoffs ein Wörtchen mitreden.

Ziel der zahlreichen Transfers war es dem Dallas-Kader mehr Tiefe zu geben, um somit längerfristig erfolgreich spielen zu können. So sind zwar die Verpflichtungen der Abwehrspieler Adam Pardy und Sheldon Souray keine sogenannten Kracher, dennoch kann man diese als solide NHL-Spieler bezeichnen.

Die eigentliche Lebensversicherung der Stars im Vorjahr stellte aber Torhüter Keri Lehtonen dar, doch der Finne soll ebenso von der Tiefe des Kaders profitieren und seine Pausen bekommen. So hoffen die Verantwortlichen, dass auch Backup Andrew Raycroft seine Leistung bringt und wollen in der kommenden Spielzeit vermehrt rotieren - auch um Verletzungen vorzubeugen.

Erwartungen:

Der Stachel sitzt noch tief bei den Stars. Durch eine Niederlage im letzten Spiel der Regular Season gegen Minnesota verpassten die Texaner in der abgelaufenen Spielzeit die Postseason und mussten verfrüht den Sommerurlaub antreten. In diesem Jahr soll nach drei erfolglosen Versuchen ein Playoff-Platz gesichert werden. Alles andere wäre Draufgabe.

Prognose: Platz drei in der Pacific Division

Sebastian Rauch

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