Die Pacific-Division im LAOLA1-Check

Aufmacherbild
 

Es geht wieder los!

Die NHL startet in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in ihre 99. Saison.

LAOLA1 checkt die jeweiligen Divisions in vier Teilen. In der Pacific Division streiten sich die Anaheim Ducks, Vancouver Canucks, Calgary Flames, Los Angeles Kings, San Jose Sharks, Edmonton Oilers und Arizona Coyotes um den Platz an der Sonne.

In der einzigen Division ohne österreichische Beteiligung stellen sich einige Fragen: War das Verpassen der Playoffs nur ein Ausrutscher der Los Angeles Kings oder straucheln sie erneut? Sind die Ducks zu biegen? Wie schlägt sich "Wunderkind" Connor McDavid in seiner ersten NHL-Saison?

LAST SEASON

Die Ducks waren in der letzten Saison mit 109 Punkten das Maß aller Dinge im Westen. Zum dritten Mal in Folge sicherten sich die Kalifornier den Division-Titel, zum Stanley Cup reichte es erneut nicht. Wieder einmal musste man sich in einem Spiel 7 geschlagen geben, diesmal dem späteren Champion Chicago.

Von vielen wurden die Canucks vor der letzten Spielzeit als überaltetes Durchschnitts-Team abgestempelt, die Kanadier straften ihre Kritiker jedoch Lügen. Einer starken Regular Season mit 101 Zählern folgte jedoch das Erstrunden-Aus in den Playoffs gegen die Flames.

Ebendiese schrieben so etwas wie die "Feel-Good-Story" der Saison. Es wurde erwartet, dass Calgary mit den Sabres um den letzten Platz der Liga rittert, gekommen ist es ganz anders. Die Youngsters um Johnny Gaudreau und Sean Monahan blühten auf, Veteranen wie Jiri Hudler und Mark Giordano zogen nach. In den Playoffs unterlag man den Ducks in Runde zwei.

Auf jedes Hoch folgt ein Tief. Die Kings waren letztes Jahr der erste Champion seit 2007 (Carolina), der in der darauffolgenden Saison die Playoffs verpasste.

Die Saison-Analyse der Sharks sah seit Jahren gleich aus. Starke Regular Season, enttäuchende Post-Season. In der letzten Saison riss jedoch die beeindruckende Serie: Erstmals seit 2003 verpassten die Kalifornier die Playoffs.

Wieder nichts! Wie in jeder der letzten fünf Saisonen wurde im Herbst 2014 erwartet, dass die Oilers aufgrund ihrer zahlreichen hochveranlagten Youngsters ein Top-Team sind. Doch einmal mehr wurden die Anhänger enttäuscht. Mit 62 Punkten war Edmonton das drittschlechteste Team der Liga.

Das Schlusslicht bildete wie erwartet Arizona. Man musste kein Hellseher sein, um vorherzusagen, dass die Coyotes es äußert schwer haben würden. Die Sensation blieb aus und die Franchise aus Phoenix beendete die Saison als zweitschlechtestes Team der NHL.

OFFSEASON

Carl Hagelin wurde im Trade mit den NY Rangers geholt und verstärkt die ohnehin schlagkräftigen Top 6. Zudem wurden Chris Stewart, Kevin Bieksa, Shawn Horcoff und Mike Santorelli verpflichtet. Oldie-Defender Francois Beauchemin verließ die Ducks wie Emerson Etem, Kyle Palmieri und Matt Belesky. Insgesamt hielten sich Ab- und Zugänge die Waage.

Vancouvers Trade mit den Penguins, in dem man Brandon Sutter und einen Drittrunden-Draftpick 2016 erhielt und im Gegenzug Nick Bonino, Adam Clendening und einen Zweitrunden-Pick 2016 abgab, stieß auf viel Unverständnis. Zudem verließen auch Brad Richardson, Shawn Matthias, Zack Kassian, Kevin Bieksa und Goalie Eddie Lack die Kanadier. Für Kassian kam Brandon Prust von den Canadiens.

Die Flames sorgten mit einem spektakulären Trade für Aufsehen. Für einen Erstrunden- und zwei Zweitrundenpicks kam Verteidiger Dougie Hamilton zu den Kanadiern. Zudem konnte noch Michael Frolik erworben werden. So sind auch die Abgänge von Raphael Diaz und David Schlemko mehr als verkraftbar.

Auch die Kings angelten sich einen Star der Boston Bruins. Milan Lucic konnte für Goalie Martin Jones, Colin Miller und den Erstrundenpick 2015 erworben werden. Daneben werden Hoffnungen in Christian Ehrhoff gesteckt. Auf der anderen Seite verließen Justin Williams, Andrej Sekera und Jarret Stoll das Team. Auch abseits des Eises gibt es in Los Angeles immer etwas zu berichten. Slava Voynov kehrte nach privaten (und gesetzlichen) Problemen nach Russland zurück, Mike Richards kämpft vor Gericht gegen die Annulierung seines Vertrags.

Platz

Team

Siege

Niederlagen

OT-Niederlagen

Punkte

Playoff

1

Anaheim

51

24

7

109

ja

2

Vancouver

48

29

5

101

ja

3

Calgary

45

30

7

97

ja

4

Los Angeles

40

27

15

95

nein

5

San Jose

40

33

9

89

nein

6

Edmonton

24

44

14

62

nein

7

Arizona

24

50

8

56

nein

Bei den Sharks blieb kein Stein auf dem anderen. Neuer Coach ist Peter DeBoer, der Kader wurde grundlegend verändert. Nur noch acht Spieler, die 2013 an Bord waren, sind noch dabei. Antti Niemi, Matt Irwin, John Scott und Scott Hannan sind Geschichte, Paul Martin, Martin Jones und Joel Ward die neuen Hoffnungsträger.

Kein Stein auf dem anderen blieb auch in Edmonton. Cam Talbot ist neuer Schlussmann, Erik Gryba, Griffin Reinhart und Andrej Sekera sollen endlich defensive Stabilität bringen. Nachdem Edmonton erneut die Draft-Lotterie gewann, wurde Jahrhundert-Talent Connor McDavid im Draft an erster Position gewählt. Viktor Fasth, Martin Marincin und Derek Roy sind hingegen nicht länger bei den Oilers.

Nach der katastrophalen Saison musste in Arizona ein Umbruch her. Acht Spieler wurden abgegeben, sechs verpflichtet. Richtiger Star findet sich jedoch keiner darunter. Antoine Vermette, Nicklas Grossmann, Zbynem Michalek und Anders Lindback sind die wertvollsten Neuen - Sam Gagner, Martin Erat und Mark Arcobello die schmerzlichsten Verluste.

THIS SEASON

Die Anaheim Ducks sind von der Qualität des Kaders ganz vorne einzuordnen. Mit diesem Team ist ein Stanley Cup möglich, ja sogar wahrscheinlich. Die Playoffs sind ohnehin Pflicht, in der Post-Season müssen Getzlaf, Perry und Co. endlich den großen Wurf schaffen.

Die Canucks sind die Wundertüte der Division. Zwar kann eine totale Pleiten-Saison ausgeschlossen werden - dafür sind alleine die Sedin-Zwillinge zu gut - die Playoffs sind aber alles andere als sicher.

Die Flames sind ein junges, aufregendes Team. Dass es solche in einem Jahr nach einem unerwarteten Höhenflug nicht immer einfach haben, bestätigte Colorado in der letzten Saison. Für den ganz großen Coup ist es in Calgary vielleicht noch zu früh, die Playoffs dürfen aber als Minimalziel erwartet werden.

Die Kings sind nach wie vor ein Top-Team. Der Kader ist ausgeglichen, Goalie Jonathan Quick einer der Besten seines Fachs. Allerdings waren die Kalifornier auch letzte Saison am Papier so einzuschätzen - das Ergebnis ist bekannt. Läuft alles "normal", erreichen die Kings die Playoffs. Aber was ist in der NHL schon normal?

Die Erwartungen in San Jose sind nach wie vor hoch. Eine Franchise mit derart vielen Playoff-Teilnahmen in den letzten Jahren kann eine längere Postseason-Abwesenheit nicht hinnehmen. Der frische Wind durch die zahlreichen Veränderungen kann eigentlich nur gut tun und könnte sogar bei Altstars wie Joe Thornton und Patrick Marleau neues Feuer entfachen.

Diese Saison ist es so weit. Connor McDavid schlägt voll ein, die Defensive stabilisiert sich und Goalie Cam Talbot schließt an seine Glanzleistungen aus Rangers-Zeiten an und die Oilers ziehen in die Playoffs ein. Es könnte alles so einfach sein - ist es aber nicht. Sonst hätte es bereits in den letzten Saisonen funktioniert. Mit McDavid und unzählichen Zugängen muss Edmonton besser abschneiden als in den letzten Jahren, ob das aber auch die Playoff-Teilnahme bedeutet?

Die Coyotes haben einen entscheidenden Vorteil: Niemand erwartet etwas von ihnen. Die "graue Maus" der Liga kann nur überraschen. Und wenn nicht bleibt immerhin der Draft, wo im nächsten Jahr unter den ersten Drei wieder einige Super-Talente warten.

 

Matthias Nemetz

Team

Nemetz

Santner

Freimüller

Anaheim

1

1

2

Vancouver

6

6

6

Calgary

3

2

3

Los Angeles

2

3

1

San Jose

5

4

5

Edmonton

4

5

4

Arizona

7

7

7

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen