Vanek ist ab Dienstag auf dem Transfermarkt der NHL

Aufmacherbild
 

In wenigen Stunden wird es ernst für Thomas Vanek.

Die NHL-Free-Agency öffnet am Dienstag den 1. Juli um 18:00 Uhr unserer Zeit ihre Pforten. Ab diesem Zeitpunkt kann Österreichs NHL-Export bei jedem Verein einen neuen Vertrag unterschreiben.

Vertrag läuft aus

Zuletzt hat der 30-Jährige im Jahr 2007 ein Arbeitspapier unterzeichnet, damals mit den Buffalo Sabres.

Der Siebenjahresvertrag brachte ihm insgesamt 50 Millionen Dollar ein und wurde bei den Transfers zu den New York Islanders (27. Oktober 2013) und den Montreal Canadiens (5. März 2014) jeweils übernommen.

Nun ist dieser Vertrag ausgelaufen und Vanek, der im Februar ein Angebot in ähnlicher Höhe von den Islanders abgelehnt hat, kann den freien Markt testen.

Einer der besten Torschützen

Und dieser wird ihm einiges zu bieten haben. Der Angreifer verbuchte in dieser Saison 68 Punkte, davon 27 Tore für die Sabres, die Islanders und die Canadiens.

In den Playoffs kam er in 17 Einsätzen mit Montreal zwar lediglich auf 10 Punkte und wurde im Conference-Finale gegen die New York Rangers sogar in die vierte Linie verbannt, seinen Marktwert wird das aber kaum mindern.

Seit 2006 haben mit Alexander Ovechkin (370), Jarome Iginla (275) und dem mittlerweile nicht mehr in der NHL aktiven Ilya Kovlachuk (257) nur drei Spieler mehr Tore erzielt, als der Steirer, der insgesamt 252 Mal getroffen hat.

Vanek ist ein Torgarant und hat dies über einen langen Zeitraum bewiesen, einem lukrativen Deal sollte also nichts im Wege stehen.

Spielt Vanek bald in Grün-Weiß?

Zurück in die „zweite Heimat“?

Doch wer wird das Rennen um den Goalgetter machen? Vanek hat stets betont, dass er zu einem Team will, wo er eine realistische Chance auf den Stanley Cup hat. Dies sei sein Hauptziel.

Auf der anderen Seite steht neben dem sportlichen und dem finanziellen Aspekt aber auch der familiäre. Das Wohl seiner Frau Ashely und seiner drei Söhne sind ihm ebenso wichtig wie seine Karriere, weswegen immer wieder mit einem Wechsel zu den Minnesota Wild spekuliert wird.

Er absolvierte an der Universität von Minnesota das College, seine Frau stammt von dort und den Sommer verbringt die Familie Vanek immer in Stillwater/Minnesota. Eine Rückkehr in seine „zweite Heimat“ läge also auf der Hand. Vor allem weil Österreichs Eishockey-Star auch immer wieder öffentlich klar gemacht hat, dass er anstrebt, eine langen Vertrag, vielleicht sogar seinen letzten, zu unterschreiben.

„Wir sind momentan auf gar nichts festgelegt“, wiegelt sein Agent Steve Bartlett jedoch ab. „Vanek ist ein sehr selbstbewusster Typ, der sich alles genau anschauen wird. Die finanzielle Seite, die familiäre und die sportliche.“

Verhandlungen mit Wild

Laut dem „Minneapolis Star“ soll sich Vanek bereits Sonntagnacht mit Verantwortlichen der Wild getroffen haben.

Diese zeigen aber auch Interesse an Iginla, der ebenfalls Free Agent ist. Dass die Franchise aus Minnesota beide Flügelstürmer unter Vertrag nehmen wird, gilt als unwahrscheinlich.

Zwar haben die Wild einiges an Capspace übrig, da Danny Heatlys Vertrag ausgelaufen ist und somit 7,5 Millionen Dollar frei geworden sind, das zusätzliche Geld dürfte aber eher in einen Verteidiger, aller Wahrscheinlichkeit nach Matt Niskanen, investiert werden.

Neben Iginla könnte auch noch die Vertragslaufzeit zum Stolperstein werden. So sollen die Wild Vanek lediglich eine Maximallaufzeit von drei Jahren in Aussicht gestellt haben, was sich nicht mit den Vorstellungen des ÖEHV-Spielers deckt.

Zukunft noch offen

„Ich weiß nicht, wie hoch das Interesse der Wild wirklich ist, das wird sich noch zeigen“, gibt sich sein Agent deshalb bedeckt. „Es gibt viele Teams, die brauchen, was Vanek ihnen bieten kann. Er will sich in aller Ruhe ansehen, was alles möglich ist. Er ist überzeugt davon, dass er jedem Team weiterhelfen kann.“

Alles geht, nichts muss, ist also weiterhin die Devise im Poker um Vanek. Auch wenn es klare Tendenzen in Richtung Minnesota zu geben scheint, ist es völlig offen, wohin es den 30-Jährigen letztlich verschlagen wird.

„Ich glaube nicht, dass bereits am 1. Juli irgendetwas in Stein gemeißelt sein wird“, ist Bartlett jedenfalls der Ansicht, dass das Tauziehen um Vanek noch etwas andauert.

Es könnten also doch noch ein paar Stunden mehr ins Land ziehen, ehe Vaneks Zukunft feststeht.

 

Fabian Santner

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen