Die wichtigsten NHL-Trade-Kandidaten

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Am 26. und 27. Juni findet der NHL-Draft statt.

30 Mannschaften ziehen in insgesamt sieben Runden kommende Stars, durchschnittliche Rollenspieler aber auch Cracks, die es dann doch nie in die beste Liga der Welt schaffen.

Nebenschauplatz Tauschbörse

Neben dieser spannenden Angelegenheit bietet der Draft aber auch einen Nebenschauplatz, der nicht minder interessant ist. Kurz vor und während der Lotterie wird nämlich getradet, was das Zeug hält.

Die Gründe für das vermehrte Tauschaufkommen sind vielfältig. Manche Teams müssen im Hinblick auf den Salary Cap Spitzenverdiener an den Mann bringen, andere wiederum wollen gehaltstechnisch Platz machen, um in der am 1. Juli beginnenden Free Agency nach dicken Fischen angeln zu können. Wiederum andere versuchen, ein paar Draft-Picks abzustauben, um einen Rebuild voranzutreiben.

In den letzten Saisonen gingen prominente Namen wie Ryan Kesler, James Neal, Scott Hartnell, Cory Schneider, Jordan Staal, James van Riemsdyk und Sergei Bobrovsky über den Ladentisch. Auch dieses Jahr ist mit dem einen oder anderen großen Deal zu rechnen.

LAOLA1 kennt die wichtigsten Trade-Kandidaten:

Rick Nash, New York Rangers

Der Power Forward legte eine seiner besten Saisonen seit Jahren hin. Er verbuchte 69 Punkte in der Regular Season und stellte in den Playoffs mit 14 Scorerpunkten einen persönlichen Rekord auf. Warum in aller Welt sollten die Rangers Nash also abgeben wollen? Cap Space! Der 31-jährige Angreifer hat noch drei Jahre Vertrag und verdient 7,8 Millionen Dollar im Jahr. Die Rangers liegen bereits bei 59,5 Millionen, Derek Stepan, Carl Hagelin, J.T. Miller und Jesper Fast haben aber noch keinen Vertrag. Selbst wenn man diese Cracks für insgesamt elf Millionen halten könnte, wäre man an der Obergrenze angelangt und hätte in Zukunft noch weniger Handlungsspielraum. So gesehen ergibt ein Trade von Nash, der allerdings zustimmen müsste, schon Sinn. Unwahrscheinlich ist er dennoch.

Phil Kessel, Toronto Maple Leafs

Die halbe NHL ist hinter dem 27-jährigen US-Amerikaner her, und die Maple Leafs sollen bereits von einigen Teams ernsthafte Angebote erhalten haben. Sollte der eine oder andere interessante Draft-Pick dabei sein, liegt so ein Deal durchaus im Bereich des Möglichen. Toronto ist jedoch in der komfortablen Lage, Kessel nicht zwingend abgeben zu müssen. Der Stürmer ist im besten Alter, und das Gehalt können sich die Leafs ebenfalls leisten. Baut Toronto weiter auf Kessel, sollte Brendan Shanahans Hauptaugenmerk aber darauf liegen, ihm einen ebenbürtigen Center an die Seite zu stellen.

Blackhawks-Stürmer Patrick Sharp gilt als fixer Trade-Kandidat

Ryan O’Reilly, Colorado Avalanche

GM Joe Sakic hat bereits angekündigt, O’Reilly im Tausch für einen starken Verteidiger gehen zu lassen. Er kann es sich auch leisten, sind die Avalanche auf der Center-Position mit Matt Duchene und Nathan MacKinnon äußerst gut besetzt. Einen waschechten Top-4-Defender sucht man in Colorados Lineup allerdings vergeblich.

Craig Anderson oder Robin Lehner, Ottawa Senators

Einer der beiden Torhüter wird vor oder während des Drafts getradet, das ist fix und wurde von den Senators auch so kommuniziert. Ottawa hat „Hamburglar“ Andrew Hammond bereits mit einem Vertrag für die kommende Saison ausgestattet und drei Goalies sind einer zu viel. Wer gehen muss, entscheiden wohl die Angebote der anderen Teams. Ob diese für das Potenzial von Lehner oder die Erfahrung von Anderson mehr ausgeben wollen, wird man sehen.

Bryan Bickell und/oder Patrick Sharp, Chicago Blackhawks

Schon während der NHL-Finalserie wurde ständig darüber diskutiert, wie GM Stan Bowman es schaffen will, den Cap Space nicht zu überschreiten. Chicago hat weniger als sieben Millionen Dollar zur Verfügung, unter anderem haben aber etwa Brandon Saad, der unbedingt gehalten werden soll, und Marcus Kruger noch keinen Vertrag für die neue Saison. Bickell verdient vier Millionen und das noch zwei Jahre lang. Darüber hinaus war er in den Playoffs bei weitem nicht mehr so produktiv wie die Jahre zuvor. Bei ihm wird ein Trade eher an der mangelden Nachfrage denn an Chicagos Bereitschaft scheitern. Wobei Bickell für ein Team, das viel Salary-Space übrig hat, ein durchaus interessanter Kandidat ist.

Der wahrscheinlichste Trade-Kandidat ist aber eindeutig Patrick Sharp. Der Flügelstürmer schlägt sich mit 5,9 Millionen Dollar auf den Cap Space nieder und hat noch Vertrag bis 2017. Er ist vielleicht nicht mehr der Top-Stürmer, der er beim ersten und zweiten Stanley-Cup-Sieg war, aber es gibt wenige NHL-Teams, die einen dreifachen Champion nicht aufnehmen würden.

 

Fabian Santner

Eric Staal, Carolina Hurricanes

GM Ron Francis hat zuletzt zwar immer wieder behauptet, sich nicht vom langjährigen Kapitän trennen zu wollen. Es gibt allerdings ein paar Gründe, die für einen Transfer des 30-jährigen Centers sprechen - vorausgesetzt dieser verzichtet auf seine No-Trade-Clause. Einerseits befinden sich die Canes mitten im Rebuild - ein Abgang des Franchise-Players wäre zwar hart, aber verständlich, wenn man wirklich einen Umbruch wagen will. Andererseits geht Staal in das letzte Jahr seines Vertrages, der sich mit 8,25 Millionen Dollar auf den Salary Cap niederschlägt. Zum jetzigen Zeitpunkt würden sich definitiv mehr Interessenten und bessere Angebote für den Nummer-Zwei-Pick von 2003 finden, als zur Trade-Deadline nächste Saison.

T.J. Oshie, St. Louis Blues

Oshie könnte aufgrund der Tarasenko-Situation zum Handkuss kommen. Der russische Jungstar ist Restricted Free Agent und die Blues haben klar gemacht, dass seine Weiterverpflichtung oberste Priorität hat. Sollte Tarasenko teuer werden – und davon kann man ausgehen – wird Oshie wohl weichen müssen, schließlich verdient er mit knapp über vier Millionen Dollar ebenfalls nicht wenig. Interessenten für einen 20-Tore- und 50-Punkte-Winger sollte es jedenfalls hinreichend geben.

Keith Yandle und Cam Talbot, New York Rangers

Anstatt Nash abzugeben, haben die Rangers auch noch eine andere Möglichkeit, Cap Space freizuschaufeln und diese gilt als weitaus wahrscheinlicher, auch wenn man sich von zwei anstatt nur von einem Spieler trennen müsste. Yandle hat nach seinem Wechsel von Arizona während der Saison die Erwartung in New York nicht erfüllen können, ist aber immer noch ein Top-4-Verteidiger, der das Spiel machen kann. An Angeboten für den 28-jährigen US-Amerikaner sollte es nicht mangeln.

Interessanter wird die Sache bei Talbot. Der Goalie war immer zur Stelle, wenn Henrik Lundqvist verletzungsbedingt pausieren musste und spielte sich einstweilen sogar aus dem übergroßen Schatten des Schweden heraus. In New York wird er allerdings noch länger nicht an „King Henrik“ vorbeikommen, weswegen ein Trade Sinn macht. Allerdings nur, wenn er beim neuen Team die Nummer eins ist.

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