Schlussspurt an der Wechselbörse

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Schlussspurt an der NHL-Wechselbörse

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17 Deals zur Trade-Deadline: Das Ende der NHL-Transferzeit hatte es noch einmal in sich.

Auch wenn die ganz großen Kracher ausblieben oder schon vorher über die Bühne gingen, man denke an Pittsburghs Verpflichtung von Calgary-Ikone Jarome Iginla oder den Neuanfang des ewig jungen Jaromir Jagr in Boston, waren einige interessante Deals dabei:

JASON POMINVILLE (von Buffalo nach Minnesota):

Thomas Vanek verliert also seinen Kapitän. Den Abgang des 30-Jährigen ließen sich die Sabres gut entgelten (siehe Details) – ein Erstrunden-Draftpick ist aller Ehren wert, der talentierte Goalie Matt Hackett ist eine gute Absicherung, sollte der Umbau im Sommer fortgesetzt und auch Star-Keeper Ryan Miller abgegeben werden. Apropos Umbau: Zuvor wurden bereits die routinierten Defender Robyn Regehr (Los Angeles) und Jordan Leopold (St. Louis) an den Mann gebracht, für beide bekam man Draft-Picks. Die Basis, ein junges Team aufzubauen, ist also gelegt. Gleichzeitig ist dieser Neuaufbau jedoch ein Eingeständnis, nach der Machtübernahme von Owner Terry Pegula auch am Transfermarkt auf die falschen Pferde gesetzt zu haben. Damals wurde viel Geld investiert, der Erfolg blieb aus.

MARIAN GABORIK (von New York Rangers nach Columbus):

Gaborik gab die No-Trade-Klausel in seinem Vertrag auf und stimmte einem Wechsel nach Columbus – nicht unbedingt ein Eishockey-Mekka – zu. Das sagt wohl alles darüber aus, wie wohl sich der Slowake zuletzt noch im „Big Apple“ gefühlt hat. Dieser Deal macht für beide Seiten Sinn. Die Blue Jackets haben nach Rick Nash (im Sommer interessanterweise zu den Rangers) wieder einen Akteur mit Superstar-Qualitäten - einen potenziellen 40-Tore-Mann, der sicherlich alles daran setzen wird, Normalform zu erreichen (bislang in dieser Saison erst neun Tore). Die Rangers wiederum gewinnen mit den beiden Ex-Salzburgern Derick Brassard und Derek Dorsett beziehungswiese John Moore an Tiefe.

STEVE MASON (von Columbus nach Philadelphia):

Columbus-GM Jarmo Kekäläinen hatte nicht nur wegen Gaborik einen guten Tag. Steve Mason im Austausch für Michael Leighton und einen Drittrunden-Draftpick in Richtung Philadelphia loszuwerden, kann man nur schwerlich als Fehler bezeichnen. Zu behaupten, der Goalie hätte im Dress der Blue Jackets unter einem schlechten Ruf gelitten, wäre eine Untertreibung. Einst Gewinner der Calder Trophy als Rookie of the Year, konnte er an diese Leistungen nie mehr anschließen, ein Tapetenwechsel war wohl für beide Parteien alternativlos – auch, weil der frühere Philadelphia-Goalie Sergei Bobrovsky in Columbus gute Figur macht. Zudem eiste Kekäläinen den früheren Islander Blake Comeau für einen Fünftrunder aus Calgary los. Dies macht Sinn, da doch der eine oder andere gestandene Spieler im Zuge des Gaborik-Geschäfts nach New York abwanderte.

CORY CONACHER FÜR BEN BISHOP (von Tampa Bay nach Ottawa):

Ein sehr interessanter Deal, der auf den ersten Blick für Ottawa mehr Sinn macht. Die Senators bekommen einen der stärksten Rookies dieser Saison (9 Tore, 15 Assists) und können den Abgang von Goalie Bishop locker verkraften, da mit Craig Anderson und Youngster Robin Lehner ohnehin zwei starke Keeper im Aufgebot stehen. Für Tampa Bay wiederum ging die Verpflichtung von Anders Lindbäck bislang nicht auf, zudem ist der Schwede verletzt, also bestand Handlungsbedarf im Tor. Bishop hat das Potenzial, diese Lücke zu schließen.

MARTIN ERAT (von Nashville nach Washington):

Nach elf Saisonen im Dress der Predators wollte der Tscheche nur noch weg aus Nashville, sein Standing unter Langzeit-Coach Barry Trotz war nicht mehr das Beste. Sein Wunsch wurde ihm erfüllt, in Washington kann der 31-Jährige einen Neuanfang wagen. Die Capitals bekommen mit ihm einen Spieler, der jederzeit für zumindest 20 Saison-Tore gut ist. Nashville wurde dafür im Gegenzug durchaus belohnt. Filip Forsberg gilt als riesiges Talent.

WADE REDDEN (von St. Louis nach Boston):

Nach Jagr surfen die Bruins auch in diesem Fall auf der Oldie-Welle. Der 35-Jährige kommt für einen Siebtrunden-Draftpick. Nachdem er zwei Jahre lang von den Rangers kaltgestellt wurde und erst in dieser Saison wieder in der NHL auftauchte, sind Reddens Glanzzeiten zwar lange vorbei, der einstige Star-Verteidiger bringt im Titelkampf dennoch jede Menge Erfahrung mit und verleiht dem Kader zusätzliche Tiefe.

MATTHEW LOMBARDI (von Phoenix zu Anaheim):

Stellvertretend für zahlreiche routinierte Rollenspieler, die am Schlusstag der Transferzeit getradet wurden. Die Ducks sichern sich zusätzliche Erfahrung für die Postseason, Lombardi stand  in seiner Karriere immerhin schon in 40 Playoff-Spielen auf dem Eis. Die Coyotes wiederum brachten mit Steve Sullivan (New Jersey) und Raffi Torres (San Jose) weitere Routiniers gegen Draft-Picks an den Mann. Letzterer füllt bei den Sharks die durch den Abgang von Ryan Clowe zu den Rangers entstandene Lücke. Ebenfalls neu in San Jose: Defender Scott Hannan, der aus Nashville nach Kalifornien zurückkehrt.

Peter Altmann

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