Einmal Derby, bitte!

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Die Conference-Halbfinal-Paarungen im LAOLA1-Check

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Die Erste Playoff-Runde in der NHL ist kaum Geschichte, schon geht es mit dem  Conference Halbfinale weiter.

Mit Boston gegen New York und Chicago gegen Detroit stehen zwei echte Leckerbissen auf dem Programm. Vier der sechs "Original-Six"-Teams im direkten Duell - so macht Playoff-Hockey noch mehr Spaß.

Aber auch das rein kalifornische Duell zwischen Titelverteidiger Los Angeles Kings und den San Jose Sharks, sowie die Serie der Pittsburgh Penguins gegen die Ottawa Senators bergen Zündstoff.

LAOLA1 verschafft dir einen Überblick über die vier Paarungen und streicht die Ausgangsalge, die bisherigen Duelle und Brennpunkte heraus:

CHICAGO BLACKHAWKS (36-7-5)-DETROIT RED WINGS (24-16-8)


Ausgangslage:

Die Blackhawks wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und eliminierten Minnesota in nur fünf Spielen, wobei drei Siege mit drei oder mehr Toren Unterschied recht deutlich ausfielen. 3,4 erzielte gegenüber nur 1,4 kassierten Treffern pro Spiel ein und ein perfektes Penalty-Killing waren eine Nummer zu groß für die Wild.

Die Red Wings lieferten sich mit den Anaheim Ducks eine äußerst knappe Serie über sieben Spiele, von denen vier erst in der Verlängerung entschieden wurden. Am Ende setzte sich das Team aus der Hockeytown durch einen 3:2-Sieg in Kalifornien durch. Die bisherigen Duelle gegen Chicago gingen allesamt verloren, drei davon allerdings erst in der Overtime, in der Detroit zuletzt Nervenstärke zeigte.

Brennpunkte:

„Z“ is back

Kapitän Henrik Zetterberg scheint rechtzeitig in Playoff-Form gekommen zu sein. Bis zu Spiel sechs hatte der Schwede noch keinen Treffer und nur drei Assists vorzuweisen, in den letzten beiden Partien gegen die Ducks erzielte er drei Tore – davon den entscheidenden in der Overtime in Spiel sechs – und schraubte sein Punktekonto auf acht Zähler. Gegen die Blackhawks werden die Red Wings einen Zetterberg in dieser Form brauchen.

End of Rivalry

Chicago gegen Detroit ist eine der großen Rivalitäten in der NHL. Nicht weniger als 15 Mal stand man sich im Playoff gegenüber, acht Mal hatte das Team aus der „Windy City“ das bessere Ende für sich. Umso unverständlicher, dass in der neuen Division-Aufteilung der NHL die Red Wings in den Osten wandern, und es somit in Zukunft weniger Aufeinandertreffen dieser beiden Traditionsvereine geben wird.

Depth-Chart-Beauty

Die beiden Superstars Jonathan Toews und Patrick Kane blieben in der ersten Playoff-Runde ohne Treffer. Kein Problem für die Blackhawks, da Spieler wie Bryan Bickell, der während des Lockouts in der EBEL bei Znojmo stürmte, oder Michel Frolik, in die Bresche sprangen. Gegen die wiedererstarkten Red Wings werden Toews und Kane aber produzieren müssen.

LOS ANGELES KINGS (27-16-5) - SAN JOSE SHARKS (25-16-7)

Ausgangslage:

Titelverteidiger Los Angeles lieferte sich ein packendes Duell mit den St. Louis Blues und kämpfte sich nach 0:2-Rückstand mit vier Siegen in Serie ins Conference-Halbfinale. Auffallend war, dass alle Spiele mit nur einem Tor Unterscheid entschieden wurden, obwohl nur eine Partie in die Verlängerung ging.

Die San Jose Sharks machten mit den Vancouver Canucks kurzen Prozess und sweepten die Kanadier aus den Playoffs. Vor allem im Angriff zeigten sich die Sharks bissfreudig. 3,75 Tore pro Partie und eine Powerplay-Erfolgsquote von fast 30 Prozent sprechen eine deutliche Sprache. Man kann in diesem rein kalifornischen Duell also von einem klassischen Kampf Offense gegen Defense ausgehen.

 

Brennpunkte:

Who‘s quicker than Quick?

Über Jonathan Quick muss man eigentlich keine Worte mehr verlieren. Der Keeper der Kings war der Hauptgrund für den letztjährigen Stanley-Cup-Triumph und wurde nicht umsonst mit der Conn Smythe Trophy für den Playoff-MVP ausgezeichnet. Auch in dieser Postseason hält der Torwart bislang fast alles, was auf seinen Kasten kommt und brachte die Stürmer der St. Louis Blues mit einer Fangquote von 94,4 Prozent und einem Gegentorschnitt von 1,58 zur Verzweiflung.

Home sweet Home

Mit den Kings und den Sharks treffen zwei der besten Heimteams der regular Season aufeinander. Los Angeles war zu Hause nur fünf Mal unterlegen, die Sharks zogen im HP Pavilion sieben Mal den Kürzeren, davon nur zweimal nach 60 Minuten. Ein Auswärtssieg könnte in dieser Serie schon einen riesigen Vorteil bringen, wobei die Kings dank des Heimvorteils gar keinen benötigen. Vorteil L.A.?

Star Production

Gegen die Canucks konnten sich die Sharks auf ihre Stars verlassen. Joe Pavelski (8 Punkte), Logan Couture (8 Punkte), Joe Thornton (6 Punkte) und Patrick Marleau (5 Punkte) trugen wesentlich zum Sweep über Vancouver bei. Will man gegen die  mächtige Defense der Kings jubeln, werden die Top-Spieler weiter in diesem Ausmaß produzieren müssen.

PITTSBURGH PENGUINS (36-12-0)-OTTAWA SENATORS (25-17-6)

Ausgangslage:

Wer hätte gedacht, dass die Pittsburgh Penguins sich mit den New York Islanders so schwer tun würden? Der haushohe Favorit benötigte sechs Spiele um die Mannschaft von Michael Grabner aus den Playoffs zu kicken. Zweimal setzte man sich erst in der Overtime gegen die Islanders durch. Vor allem mit den aggressiven Forechecks der schnellen Islanders-Stürmer hatten die Pens so ihre Probleme. In wichtigen Situationen, hatte die großartig besetzte Offensive der Penguins aber immer die passende Antwort. 4,17 Tore pro Spiel sind Höchstwert aller Playoff-Teams.

Ottawa dominierte die an zwei gesetzten Montreal Canadiens fast nach Belieben, nach fünf Spielen war die Serie zu Gunsten der Sens entschieden. Dabei konnten sich die Kanadier vor allem auf zwei Spieler verlassen: Goalie Craig Anderson stoppte unfassbare 95 Prozent aller Schüsse auf sein Tor und der wiedergenesene Norris-Gewinner Erik Karlsson verbuchte sechs Scorerpunkte.

Brennpunkte:

Who starts?

Penguins-Coach Dan Bylsma hatte nach vier Spielen genug von den durchwachsenen Leistungen von Marc-Andre Fleury und ersetzte den etatmäßigen Einser-Goalie mit Tomas Vokoun. Der Tscheche brachte die Islanders in Spiel fünf und sechs zur Verzweiflung und war mitentscheidend für den Aufstieg. Wem schenkt Bylsma gegen die Senators zu Beginn das Vertrauen?

Bring on the Boos

Als wenn zwischen Pittsburgh und Ottawa nicht schon genug Rivalität herrschen würde, haben die Fans im Scotiabank Palace dieses Jahr einen Grund mehr, Crosby und Co. einen heißen Empfang zu bereiten. Im Regular-Season-Match am 13. Februar checkte Matt Cooke Erik Karlsson, woraufhin dieser sich eine schwere Achillessehnen-Verletzung zuzog und 31 Spiele verpasste.

Hit ‘em hard

Neben dem spielstarken Karlsson verfügen die Senators vor allem über körperlich robuste Verteidiger wie Marc Methot (1,91 Meter, 102 Kg) Jared Cowen (1,96 Meter, 103 Kg) Chris Phillips (1,91 Meter, 97 Kg) und Eric Gryba (1,91 Meter, 97 Kg). Deren Hauptaufgabe wird es sein, die gegnerischen Angreifer bei jeder sich bietenden Gelegenheit an die Bande zu nageln und zu entnerven, so wie sie es mit den Candiens gemacht haben.

BOSTON BRUINS (28-14-6) - NEW YORK RANGERS (26-18-4)

Ausgangsslage:

Die Bruins setzten sich gegen die Maple Leafs erst in sieben Spielen durch und das, obwohl sie schon 3:1 in Führung lagen. In Spiel 7 zeigten sie allerdings ihre Winner-Mentalität und drehten einen Drei-Tore-Rückstand im dritten Drittel in einen Overtime-Sieg.

New York hatte in der Serie gegen die Capitals Probleme mit der Offense. Dreimal gelang ihnen nur ein Treffer, einmal gingen die Angreifer vom „Big Apple“ sogar leer aus. Doch wenn man so einen Rückhalt wie Henrik Lundqvist hat, kann einem das egal sein und außerdem zeigten die Rangers mit fünf Toren in in Spiel 7, dass sie es doch können.

Brennpunkte:

A long, long time ago

Die beiden „Original-Six"-Teams trafen in den Playoffs zwar bereits acht Mal aufeinander, zuletzt jedoch vor 40 Jahren. Auch in dieser Saison standen sich die Bruins und die Rangers das letzte Mal Mitte Februar gegenüber. Die Coaches werden also einiges an Videostudium zu absolvieren haben.

Defense wins Championships

Die Rangers kassierten nur zwölf Gegentore in sieben Spielen gegen eine so offensivstarke Mannschaft wie die Caps. Henrik Lundqvist und seine Verteidigung sind kaum zu überwinden, in Spiel 6 und 7 gelang dem Keeper sogar jeweils ein Shutout. Die Angreifer der Bruins müssen einen Weg finden, diese Festung zu knacken.

Where the F**k is Nash?

Der vor der Saison von den Columbus Blue Jackets gekommen Superstar spielte zwar keine überragende, aber eine starke Regular Season mit 42 Punkten, davon 21 Tore. In den Playoffs gelang ihm bislang noch kein Treffer, lediglich zwei Assists stehen zu Buche. Für einen Spieler seines Kalibers ist das zu wenig. Es wäre sehr fahrlässig von den Rangers, sich nur auf Lundqvist zu verlassen.

 

Fabian Santner

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