NHL-Free-Agency: Wer bleibt? Wer geht?

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Am Sonntagmittag (Ortszeit) geht in der NHL wieder das hemmungslose shoppen los. Die Agency öffnet ihre Pforten.

Bis dahin haben die NHL-Teams noch das Recht mit den eigenen Spielern, deren Verträge auslaufen, exklusiv zu Verhandeln.

Wettbieten um die Superstars

Danach wird es ein Wettbieten um die Besten der Besten geben, wobei natürlich immer der Salary Cap, der dieses Jahr höchstwahrscheinlich von 64,3 Millionen Dollar auf 70,2 Millionen angehoben wird, im Auge behalten werden muss.

Während man für die klangvollen Namen tief in die Tasche greifen muss, kann sich ein kluger Manager um dasselbe Geld Spieler sichern, die nicht alle auf der Rechnung haben, und so den einen oder anderen Dollar an Gehaltsausgaben freihalten.

Neben Superstars und Geheimtipps kann man seine Mannschaft natürlich wie Jedes Jahr mit einem nicht gerade billigen, aber erfahrenen Altstar verstärken.

LAOLA1 hat eine Übersicht zu den interessantesten Unrestricted Free Agents:

Die Topstars

Parise würde bei einem Wechsel abkassieren

Zach Parise zählt zu den absoluten Stars der diesjährigen Free Agency. Nach eigenen Angaben würde der Devils-Kapitän zwar gerne in New Jersey bleiben, ein Wettbieten auf dem freien Markt könnte sein momentanes Gehalt von sechs Millionen Dollar allerdings um mindestens eine Million pro Jahr anwachsen lassen. Und nach einer Regular Season mit 63 Punkten, acht Playoff-Toren und dem Einzug ins Stanley-Cup-Finale kann er sich seinen Arbeitgeber wohl aussuchen.

Das „schlampige Genie“ Alexander Semin wird es wahrscheinlich auch auf den Markt schaffen. Dem 28-Jährigen wird immer wieder vorgeworfen, nicht konstant genug zu sein und in den wichtigen Spielen zu versagen. Gut möglich, dass die Washington Capitals den Russen deshalb ziehen lassen, um sich sein Gehalt von 6,7 Millionen Dollar aufzusparen.

Der frisch gebackene NHL-Champion Dustin Penner steht momentan ebenfalls noch ohne Vertrag für die neue Saison da. Er bringt Torgefahr (135 Tore in 489 Spielen) und die Erfahrung von zwei Stanely-Cup-Siegen mit. 4,8 Millionen Dollar kassiert er bei Los Angeles momentan, und die Kings wollen ihn auch halten. Eine deutliche Gehaltssteigerung bei einem anderen Klub könnte ihn allerdings zu einem Wechsel bewegen.

Ryan Suter steht bei Nashville im Schatten von Norris-Finalist Shea Weber, weswegen es nicht verwunderlich ist, dass der 27-Jähirge sich nach anderen Angeboten umsehen wird. Die Detroit Red Wings gelten nach dem Karriereende von Nicklas Lidstrom – und sieben Millionen Dollar Gehaltseinsparung - als heißester Anwärter auf eine Verpflichtung des Verteidigers. Aber auch die Minnesota Wild sollen interessiert sein.

Die gute zweite Wahl

Parenteau kam in 80 Spielen auf 67 Punkte

Jason Garrison von den Florida Panthers erzielte diese Saison 16 Treffer und war damit unter den Verteidigern dritter der Schützenliste hinter Norris-Gewinner Erik Karlsson und Weber. Mit zusätzlich 17 Assists spielte er seine bisher beste NHL-Saison. Ein gutes Timing. Sein neuer Vertrag wird deutlich höher dotiert sein, als die 675.000 Dollar, die er zur Zeit einstreicht.

Der Finne Olli Jokinen befindet sich in der komfortablen Lage einer der wenigen starken Center auf dem Markt zu sein. Und die 61 Punkte die er in 82 Spielen für Calagary erzielen konnte, machen ihn sicherlich auch nicht günstiger. Grund genug, die Calgary Flames hinzuhalten und auf ein besseres Angebot von einem anderen Verein zu hoffen.

PA Parenteau von den New York Islanders ist die kostengünstige Variante auf dem Flügel für Mannschaften, die sich Zach Parise nicht leisten wollen oder können. Der Mannschaftskollege von Michael Grabner konnte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten diese Saison endgültig in der NHL etablieren und wird sein Gehalt in Höhe von 1,25 Millionen Dollar bei einem Wechsel sicherlich aufstocken können.

Predators-Winger Andrei Kostitsyn kam erst im Februar von den Montreal Canadiens, konnte in Nashville aber nicht vollends überzeugen. Zudem wurde er vor dem dritten Playoff-Spiel gegen Phoenix zusammen mit Teamkollege Alexander Radulov zu später Stunde in einer Bar erwischt und für die Partie suspendiert. Die Zeichen stehen auf Trennung. Interessenten gibt es sicherlich genug, der 27-jährige Russe hat immerhin in 398 Spielen 222 Punkte erzielt.

Die Veteranen

Jagr wird wohl seinen Marktwert testen

Die Liste der altgedienten Stars führt Jaromir Jagr an. Der Tscheche hat letzte Saison bei den Philadelphia Flyers bewiesen, dass er nach drei Jahren in der russischen KHL immer noch in Nordamerika glänzen kann. Der 40-Jährige formte mit Claude Giroux und Scott Hartnell eine der gefährlichsten Angriffsreihen der Liga. Er hatte zwar laut eigenen Aussagen in dieser Saison „den meisten Spaß“ seiner gesamten Karriere, allerdings würde ein Wettbieten sein Gehalt von 3,3 Millionen Dollar sicher markant erhöhen.

Es gilt als wahrscheinlich, dass Edmontons Ryan Smyth Gehaltseinbußen hinnehmen muss. Nicht dass der 36-Jährige sich auf dem Abstellgleis befindet, die New York Rangers sind nur einer der Interessenten. Die 6,25 Millionen Dollar, die er bisher jährlich erhalten hat, dürfte er nach zwei für seine Verhältnisse mäßige Saisonen, in denen er die 50-Punkte-Marke nicht knacken konnte, aber nicht mehr herausschlagen können.

Ray Whitney spielte die beste Saison seiner Karriere. Und das mit 40 Jahren. Der Flügel der Phoenix Coyotes brachte es auf 70 Scorerpunkte in 82 Spielen und führte die Coyotes in dieser Wertung an. Phoenix will ihn nach den gezeigten Leistungen zwar halten, während den Verantwortlichen jedoch ein Einjahresvertrag vorschwebt, liebäugelt der Kanadier mit einem längerfristigen Engagement, das man ihm woanders wahrscheinlich bieten würde.

Ob Boston den Vertrag mit Brian Rolston verlängern wird ist alles andere als sicher. Der US-Amerikaner, der schon von 1999 bis 2004 in Massachusetts aktiv war, kam zur Trade-Deadline von den New York Islanders und konnte in 21 Spielen 15 Punkte verbuchen. Allerdings wird damit spekuliert, dass die Bruins nach dem frühen Playoff-Aus ihre Mannschaft verjüngen wollen. Und was läge da näher, als den 39-Jährigen ziehen zu lassen.

Daneben gibt es natürlich noch Kaliber wie Martin Brodeur, Teemu Selanne, oder Tomas Holmstrom, bei denen jedoch davon ausgegangen wird, dass sie entweder bei ihren Mannschaften bleiben, oder ihre Karriere beenden werden. Allerdings verdichten sich die Gerüchte, dass Brodeur einen Agenten beauftragt haben soll ihn bei bevorstehenden Verhandlungen zu vertreten...

Schultz war beim Draft noch recht schmächtig

Die Überraschung

Hinter dem 21-jährigen Justin Schultz dürfte fast die gesamte NHL her sein, und das obwohl er noch kein einziges Spiel in der besten Eishockey Liga der Welt bestritten hat. Vor vier Jahren wurde der Verteidiger von den Anaheim Ducks in der zweiten Runde gedraftet, hat aber nicht bei der Franchise aus Kalifornien unterschrieben, da er mit einer Größe von knapp 1,80 Meter und nur 74 Kilogramm ganz einfach körperlich noch zu schwach war. Er verbrachte die letzten drei Jahre auf der Universität von Wisconsin, und misst mittlerweile bei einem Gewicht von 84 Kilogramm 1,88 Meter. In der WCHA kam er auf 123 Punkte in 121 Spielen und sämtliche Scouts sagen ihm eine große Karriere voraus. Der Hauptgrund weshalb aber alle Mannschaften ein Auge auf ihn geworfen haben ist sein Preis: Schultz kann nur einen Standard-Einstiegsvertrag unterschreiben. In seinem Fall, darf die Laufzeit zwei Jahre nicht übersteigen und das Gehalt maximal 925.000 Dollar betragen. Eine günstigere Variante an einen womöglich zukünftigen Starspieler zu kommen, gibt es wohl kaum.

 

Fabian Santner

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