Face-Off: Horror-Verletzung und Vanek-Gustostückerl

Aufmacherbild
 

Es ist wieder Dienstag, höchste Zeit für das Face-Off bei LAOLA1.

Wir lassen die NHL-Woche Revue passieren und nehmen neben den interessantesten Begegnungen natürlich auch die Leistungen unsere drei Legionäre Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl genauer unter die Lupe.

Darüber hinaus küren wir die Stars der Woche, werfen einen Blick in die Statistik-Ecke und analysieren das spannende Rennen um die Playoff-Plätze.

Wie jede Woche laden wir euch auch diesmal ein, fleißig mitzudiskutieren.

Was waren eure Aufreger, wie beurteilt ihr die Leistungen unserer Legionäre und wer schafft es noch in die Playoffs?

DIE TOP-SPIELE

MINNESOTA WILD vs. DETROIT RED WINGS 2:3 SO (1:1,0:1,1:0,0:0,0:1)

Tore: Parise (15., 47.PP); Sheahan (16.), Nyquist (28.PP)

Ein Duell, in dem beide Teams dringend Punkte im Playoff-Kampf benötigen, ist meist nicht sehr schön anzusehen, dafür immer intensiv und spannend.

So war es auch nicht verwunderlich, dass die Wild und die Red Wings ein Shootout benötigten, ehe ein Sieger feststand.

In diesem war auch ÖEHV-Star Thomas Vanek erfolgreich, dennoch reichte es für die Wild nicht. Nachdem auf beiden Seiten alle Stars an der Reihe waren, traf schließlich Darren Helm zum Sieg der Gäste.

"Ich habe Backup-Goalie Petr Mrazek gefragt, wer schießen soll. Er steht den Jungs im Training gegenüber, ich nicht", gab Coach Mike Babcock unumwunden zu, den Siegtorschützen nicht selbst ausgewählt zu haben. 

Umso bitterer für Minnesota: Hätten die Wild gewonnen und die anderen Teams mitgespielt, stünden Vanek und Co. schon in den Playoffs, so müssen sie immer noch zittern.

 

DALLAS STARS vs. ST. LOUIS BLUES 5:7 (1:1,4:3,0:3)

Tore: Moen (20.PS), Benn (21.,35.), Seguin (31.), Roussel (36.); Berglund (18.,21.), Schwartz (21.,40.,60.EN), Michalek (41.), Pietrangelo (50.)

Was war denn da los?

Die Fans im American Airlines Center kamen vergangenen Freitag voll auf ihre Kosten. Zumindest diejenigen, die der Auswärtsmannschaft die Daumen drückten.

Nicht weniger als zwölf Tore durften bejubelt werden, drei davon fielen in der ersten Minute des Mitteldrittels - und das innerhalb 23 Sekunden. Nimmt man das Startdrittel dazu, in dem Moen elf Sekunden vor der Sirene traf, fielen vier Treffer in 49 Sekunden. Das ist neuer NHL-Rekord.

Und als wäre das nicht genug, lagen die siegreichen Blues nach 15:23 gespielten Minuten sogar 3:5 zurück. "Wir verfallen einfach nicht in Panik wenn wir zurückliegen. Wir werden wütend und sauer aber wir bewahren einen kühlen Kopf", verriet Ken Hitchcock das Erfolgsgeheimnis seiner Mannschaft und fügte in gewohnt scherzhafter Manier an: "Beide Teams gaben defensiv gut gespielt."

ÖSTERREICHER-WATCH

Thomas Vanek: Geraten die Minnesota Wild kurz vor Schluss etwa doch noch ins Straucheln? In dieser Woche setzte es drei Niederlagen, bei der Shootout-Schlappe gegen die Detroit Red Wings nahm die Truppe von Coach Mike Yeo wenigstens einen Punkt mit. Thomas Vanek erzielte gegen die New York Rangers sein 21. Saison-Tor, als er einen Abpraller von der Bande ins Tor beförderte. Typisch Vanek eben. Gegen die Red Wings ging er leer aus, traf aber immerhin im Penaltyschießen sehenswert (unten gibt's das Video!). Bei der bitteren Pleite gegen die Winnipeg Jets erspielte er sich einige gute Möglichkeiten, verwertete aber keine davon.

Michael Grabner: Und täglich grüßt das Murmeltier! Wie schon in den letzten Wochen schaffte es Michael Grabner nicht ins Line-Up der Islanders. Acht Spiele schmort der Kärntner nun schon auf der Tribüne - sicher keine angenehme Situation.

Michael Raffl: Punktetechnisch war Michael Raffl in dieser Woche der beste Österreicher - ein Tor und ein Assist in drei Spielen können sich durchaus sehen lassen. Zwar traf der Villacher in dieser Woche zum zweiten Mal in dieser Saison (und überhaupt in der NHL) im Powerplay, 18 seiner 21 Saison-Tore scorte er jedoch im "Fünf gegen Fünf". Damit ist er bester Torschütze der Flyers in Gleichzahl, noch vor Claude Giroux, Jakub Voracek oder Wayne Simmonds. Auch seine Shooting-Percentage (16.3%) ist die beste seines Teams. Und das in seiner erst zweiten NHL-Saison. Hut ab!

VIDEO DER WOCHE

 

Im Fußball würde man sowas einen Übersteiger nennen, wir sagen "Around the World" dazu. Wie auch immer, Thomas Vaneks Shootout-Treffer gegen die Detroit Red Wings ist einfach sehenswert. Goalie Jimmy Howard sieht ziemlich verdutzt drein, als der Puck über ihm im Kreuzeck einschlägt. Braucht er nicht, der Steirer verwendet diesen Move immer wieder im Penaltyschießen. Die sozialen Netzwerke explodierten nach diesem Gusto-Stückerl übrigens, ebenso wie wir.

 

PLAYOFF-PICTURE

EASTERN CONFERENCE:

Was ist da denn los? Da prophezeien wir wochenlang, dass Pittsburgh und Detroit schon so gut wie sicher im Playoff sind und dann das. Beide Teams schwächeln zum Ende der Saison und rutschen auf die Wild-Card-Plätze ab, dafür hat Washington das "X" für die Postseason sicher. Auch die NY Islanders werden dieses eher früher als später vor ihrem Namen stehen haben, die Rangers haben sogar schon das "Y" für den Division-Sieg.

Das Rennen um die Wild-Card-Spots nahm eine ungeahnte Wendung. Mit Boston, Pittsburgh, Detroit und Ottawa rittern vier Teams um drei Plätze, wobei die Penguins nicht auf den Atlantic-Division-Platz, sondern nur auf die Wildcard hoffen dürfen. Die schlechtesten Karten haben die Senators - es wäre ein Schock, wenn Pittsburgh oder Detroit das Playoff verpassen. Eine WM in Prag mit Superstars wie Sidney Crosby, Evgeni Malkin, Henrik Zetterberg und Pavel Datsyuk hätte aber auch etwas.

ATLANTIC

METROPOLITAN

SPIELE

PUNKTE

SPIELE

PUNKTE

1

x - MONTREAL

80

106

1

y - NY RANGERS

75

101

2

x - TAMPA BAY

80

104

2

x - WASHINGTON

80

100

3

BOSTON

79

95

3

NY ISLANDERS

79

99

WESTERN CONFERENCE:

Weniger Überraschendes gibt es aus dem Westen zu berichten. St. Louis hat Nashville überholt und wäre aktuell Minnesotas Playoff-Gegner (weiter unten seht ihr alle Playoff-Paarungen!). Die Ducks haben die Pacific-Division gewonnen und Chicago hat das "X" sicher.

WILD CARD

DIV

SPIELE

PUNKTE

1

PITTSBURGH

M

79

95

2

DETROIT

A

79

95

3

OTTAWA

A

79

93

In dieser Woche setzte es für Minnesota Rückschläge. Zwar warten in den letzten drei Spielen harte Gegner, dennoch sollten Vanek und Co. noch mindestens einen Sieg einfahren. Dieser sollte für die Postseason reichen, da sich die Konkurrenten im Normalfall gegenseitig Punkte wegnehmen. Vancouver hat ebenfalls gute Karten, es deutet sich eher ein Dreikampf zwischen Calgary, Winnipeg und Los Angeles um die letzten zwei Plätze an. Gut möglich, dass am letzten Tag der Regular Season (Samstag, 11. April) noch nicht alle Playoff-Plätze vergeben sind. Winnipeg gegen Calgary könnte dann zum absoluten Entscheidungsspiel werden.

CENTRAL

PACIFIC

SPIELE

PUNKTE

SPIELE

PUNKTE

1

x - ST. LOUIS

79

105

1

y - ANAHEIM

80

107

2

x - NASHVILLE

79

104

2

VANCOUVER

80

97

3

x - CHICAGO

79

102

3

CALGARY

79

93

AKTUELLE PAARUNGEN:

Was wäre, wenn das Playoff heute beginnen würde? So würde das Playoff-Picture derzeit aussehen:

Osten:

Montreal Canadiens vs. Pittsburgh Penguins

Tampa Bay Lightning vs. Boston Bruins

New York Rangers vs. Detroit Red Wings

Washington Capitals vs. New York Islanders

Westen:

Anaheim Ducks vs. Winnipeg Jets

Vancouver Canucks vs. Calgary Flames

St. Louis Blues vs. Minnesota Wild

Nashville Predators vs. Chicago Blackhawks

Im Conference-Halbfinale würden jeweils die Sieger der oberen beiden Spiele und die der unteren beiden Spiele aufeinandertreffen (Montreal/Pittsburgh vs. Tampa Bay/Boston, NY Rangers/Detroit vs. Washington/NY Islanders usw.)

WILD CARD

DIV

SPIELE

PUNKTE

1

MINNESOTA

C

79

96

2

WINNIPEG

C

79

94

3

LOS ANGELES

P

79

93

TWEET DER WOCHE

 

 

Das hätte ins Auge gehen können! Höhö - aber mal ehrlich: Wie viel Glück hatte Drew Miller bitte, als er von Mark Stone mit dem Schlittschuh im Gesicht getroffen wurde? "Ich dachte, ich habe mein Auge verloren", zeigte sich der Red-Wings-Crack danach geschockt. 60 Stiche und zwei Tage später stand er gegen die Boston Bruins wieder am Eis. Weil Eishockey.

THREE STARS OF THE WEEK

Steve Mason: Philadelphia gilt für Torhüter als eines der schwersten Pflaster der NHL, viele Goalies sind in der Vergangenheit am Druck in der "City of Brotherly Love" gescheitert. Nicht so Steve Mason. Teilweise sah es bei ihm in dieser Saison auch so aus, als wäre er nicht der richtige Mann für den Job, in den letzten Wochen agierte er aber in bestechender Form. In dieser Woche raubte er den Penguins rund um Sidney Crosby mehrere Male die Nerven. Vor allem beim zweiten Erfolg, als er 46 der 47 Schüssen abwehrte, überschlugen sich Fans und Experten mit Lobeshymnen. Mit einer Saison Save Percentage von .929% liegt er ligaweit hinter Carey Price und Devan Dubnyk auf Rang drei, bei den Gegentoren pro Spiel mit 2.19 auf Rang vier. Und das mit dieser Flyers-Defense vor sich! Man kann vielen Leute die Schuld für die verkorkste Saison des Teams geben - Steve Mason jedoch nicht.

Nick Foligno: Ding! Ding! Ding Ding! Vier Mal knallte Nick Foligno den Puck in den letzten sieben Tagen in die Maschen. Beim 5:4-Sieg der Blue Jacktes gegen Pittsburgh gelang ihm der erste Hattrick seiner NHL-Laufbahn. Zudem erreichte er als erst dritter Columbus-Crack (nach Rick Nash und Ray Whitney) die 70-Punkte-Marke in einer Saison. Diese starke Performance honorieren wir mit einem Stern!

Jaden Schwartz: "Was Nick Foligno kann, kann ich schon lang!", dachte sich Jaden Schwartz in dieser Woche. Gesagt, getan. Vier Tore und zwei Assists, darunter ein Hattrick beim 7:5-Schützenfest bei den Dallas Stars. Der Mann, der aussieht wie 42, aber erst 22 ist, bestätigt in dieser Saison seine Breakout-Saison vom Vorjahr und setzt sowohl Tore- als auch Punkte-mäßig noch einen drauf. Mit etwas Glück in den letzten drei Spielen ist seine erste 30-Tore-Saison möglich.

ZAHLENSPIELE

50 - Alex the Great! Und wie groß Alexander Ovechkin ist. In dieser Woche knackte er die 50-Tore-Marke - zum bereits sechsten Mal in seiner Karriere. Nur Wayne Gretzky und Mike Bossy haben mit je neun 50-Tore-Saisonen mehr als der Russe. Marcel Dionne, Guy Lafleur und Mario Lemieux halten ebenfalls bei je sechs Saisonen mit mindestens 50 Treffern. Mit 474 NHL-Toren ist er übrigens bester Capitals-Torschütze aller Zeiten und zweitbester Russe hinter Sergei Fedorov, der allerdings nur mehr neun Tore vor Ovechkin liegt.

300 - Dass Sidney Crosby der wohl beste Spieler seiner Zeit ist, scheint unbestritten. In dieser Woche durchbrach er die magische 300-Tore-Marke, die bisher nur 186 Spieler erreichten. Hoffentlich sind es bald 187, Thomas Vanek hält nämlich im Moment bei 298.

1.798 - Zuerst Alex Ovechkin, dann Sidney Crosby. Kann man nicht mehr toppen? Kann man wohl! Und zwar mit folgender Legende: Jaromir Jagr. Der 43-Jährige verbuchte gegen Carolina ein Tor und einen Assist und hält bei 1.798 NHL-Punkten. Seither ist er gleichauf mit Ron Francis viertbester NHL-Scorer aller Zeiten. Auf Gordie Howe und Rang drei fehlen ihm nur noch 52 Punkte. Hängt Jagr noch eine Saison an, ist das allemal möglich!

300 - Mit seinen zwei Assists gegen Washington knackte Erik Karlsson die 300-Punkte-Marke. Er benötigte nur 393 Spiele dafür und ist der schnellste Verteidiger seit 17 Jahren, der diese Schallmauer durchbricht.

23 - So viele Tore erzielte Arizona-Verteidiger Oliver Ekman-Larsson in dieser Saison. Damit stellte der Schwede den Franchise-Rekord für einen Verteidiger ein.

700 - Das nennt man wohl "stilvoll eine Bestmarke erreichen". Henrik Sedin bediente Bruder Daniel gegen die L.A. Kings mit einem No-Look-Pass von hinter dem Tor und verbuchte so seinen 700. Assist in der NHL.

 

Fabian Santner/Matthias Nemetz

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