Face-Off: Gratulation, Jaromir Jagr!

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Es ist wieder Dienstag, höchste Zeit für das Face-Off bei LAOLA1.

Wir lassen die NHL-Woche Revue passieren und nehmen neben den interessantesten Begegnungen natürlich auch die Leistungen unsere drei Legionäre Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl genauer unter die Lupe.

Darüber hinaus küren wir die Stars der Woche, werfen einen Blick in die Statistik-Ecke und analysieren das spannende Rennen um die Playoff-Plätze.

Wie jede Woche laden wir euch auch diesmal ein, fleißig mitzudiskutieren.

Was waren eure Aufreger, wie beurteilt ihr die Leistungen unserer Legionäre und wer schafft es noch in die Playoffs?

DIE TOP-SPIELE

NEW YORK RANGERS vs. ANAHEIM DUCKS 7:2 (3:2,2:0,2:0)

Tore: Kreider (2.), Stepan (6.PP, 37.), Hagelin (11.), Miller (23.), Fast (47.), Brassard (49.); Perry (3., 12.)

Was für ein Statement!

Ausgerechnet im Duell gegen das Spitzenteam aus dem Westen zeigten die Rangers, dass sie nicht nur defensiv stark sind, sondern es auch vorne ordentlich krachen lassen können.

Nach gerade einmal zehn Minuten und drei Gegentreffern nahm Ducks-Coach Bruce Boudreau seinen entnervten Keeper Frederik Andersen vom Eis. Seinem Ersatz John Gibson sollte es nicht besser ergehen, fairerweise muss man aber auch sagen, dass die Goalies von ihren Vorderleuten ordentlich im Stich gelassen wurden.

„Wir waren, angefangen vom Torhüter, über alle anderen Positionen einfach schlecht. Ich hoffe, das war eine Anomalie“, so der Trainer. „Wir haben es ihnen zu einfach gemacht.“ Sein Kapitän Ryan Getzlaf ging noch weiter, „Peinlich und schrecklich!“, war sein Kommentar zum Spiel.

Sieben Treffer in einem Spiel bedeuteten übrigens Saison-Höchstwert für die Truppe aus dem „Big Apple“. Die plötzliche Offensiv-Stärke ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass die Rangers in den acht Spielen zuvor gerade einmal 13 Tore erzielen konnten.

Schon ganz „normal“ hingegen war die Leistung von Cam Talbot, der 36 Schüsse abwehrte und sich nur zweimal von Corey Perry bezwingen lassen musste. Dabei hatte der Ducks-Top-Torschütze sogar die große Chance auf einen Hattrick, Talbot stoppte ihn aber aus zwei Metern Entfernung mit dem Fanghandschuh, woraufhin der Madison Square Garden ausflippte.

 

MONTREAL CANADIENS vs. SAN JOSE SHARKS 2:0 (1:0,0:0,1:0)

Tore: Plekanec (19.), Gallagher (60.EN)

Was wären die Montreal Candiens ohne Carey Price? Vermutlich ein gutes NHL-Team. Nicht mehr, nicht weniger. Dank des Star-Goalies sind die Kanadier allerdings mit 99 Punkten gemeinsam mit den Rangers und den Ducks das derzeit beste Team der Liga.

Gegen San Jose stellte der 27-Jährige wieder einmal seine Sonderklasse unter Beweis und feierte mit 29 parierten Schüssen seinen zweiten Shutout in Folge. Es war sein bereits neunter in der laufenden Saison – Liga-Topwert!

„Carey ist einfach Carey“, so sein Coach Michel Therrien, der vor allem in der Schlussphase, als die Sharks auf den Ausgleich drückten, auf seinen Keeper zählen konnte: „Da hat er uns mit einigen großartigen Paraden den Sieg gesichert.“

Vor allem Logan Couture dürfte nach seiner vergebenen Großchance zwei Minuten vor dem Ende eine schlaflose Nacht gehabt haben. „Er hat ihn mit dem Knauf seines Schlägers gehalten“, war der Stürmer fassungslos. „Der Puck war schon über seinem Schoner, aber irgendwie ist er mit dem Ende seines Schlägers noch drangekommen.“

Price führt die Liga übrigens in jeder wichtigen Goalie-Statistik an und ist erst der dritte Montreal-Goalie, der 40 Siege in einer Saison feiert. Der Franchise-Allzeit-Höchstwert liegt bei 42. „Ich weiß nicht, was ich über ihn noch sagen soll. Er ist einfach der Beste“, so Torschütze Tomas Plekanec.

ÖSTERREICHER-WATCH

 

Thomas Vanek: Keep on rolling, baby! Thomas Vanek ist weiterhin in bestechender Form. In dieser Woche glänzte er in vier Spielen mit zwei Toren und drei Assists. Damit erzielte er in seinen letzten acht Spielen zumindest einen Punkt. Ein einziger Treffer fehlt ihm auf seine zehnte (!!!) Saison mit mindestens 20 Toren, die 50-Punkte-Marke wird er voraussichtlich zum achten Mal knacken. Aufgrund seines schwachen Saisonstarts und seiner Rolle als Drittlinien-Spieler ist seine Saison-Statistik umso bemerkenswerter. Vier "Buden" fehlen ihm noch auf die 300-Tore-Marke - gut möglich, dass er die in den letzten neun Saisonspielen noch erreicht. Übrigens liegt der 31-Jährige mit 296 Karriere-Toren unter den aktiven NHL-Cracks auf Rang 19. Vor Größen wie Pavel Datsyuk, Henrik Zetterberg oder Jason Spezza, die allesamt sogar mehr Spiele auf dem Buckel haben. Nur falls jemand noch nicht weiß, wie gut unser steirischer Export wirklich ist.

Michael Grabner: Düstere Zeiten für Michael Grabner. Der Villacher ist aus dem Line-Up der Islanders gerutscht und derzeit zum Zuschauen verdammt. Unter Coach Jack Capuano genießt er nicht das höchste Vertrauen. Anders ist es nicht zu erklären, einen ehemaligen 30- und 20-Tore-Spieler, der nach wie vor einer der schnellsten Spieler der Liga ist, nicht in die Aufstellung zu nehmen.

Michael Raffl: Der Playoff-Zug ist für Philadelphia endgültig abgefahren. Die Flyers und Michael Raffl haben den Sprung nicht geschafft. Das müssen auch die größten Optimisten einsehen. In dieser Woche kassierte die Truppe aus der "City of Brotherly Love" drei Niederlagen in ebensovielen Spielen. Für den Kärntner läuft es hingegen ganz gut. Zwei Tore stehen zu Buche, in der Top-Linie mit Claude Giroux und Jakub Voracek läuft es ausgezeichnet. In einem Interview macht er heimischen Fans Hoffnung auf eine WM-Teilnahme: "Klar würde ich gerne wieder im Nationalteam spielen", betont aber gleichzeitig: "Vorausgesetzt natürlich, dass ich gesund bin. Das hat nach einer so langen Saison Vorrang."

VIDEO DER WOCHE

 


Blättert man im Wörterbuch nach "Vanek-Tor", findet man .... nichts. Doch würde dieser Begriff existieren, wäre dieser Treffer unsere NHL-Exports das perfekte Beispiel dafür. Vor dem Tor breit machen, dem Goalie die Sicht verdecken, Schuss abfälschen, jubeln. Dieses Tor hat dennoch etwas ganz besonderes, mit der Schulter trifft selbst ein Thomas Vanek nicht alle Tage. Unbedingt die Wiederholung abwarten!

PLAYOFF-PICTURE

EASTERN CONFERENCE:

Der "Big Apple" ist das Zentrum der NHL - zumindest dieser Tage. Die Metropolitan Division ist fest in Hand der beiden Teams aus New York. Während die Rangers die Liga mit 99 Punkten aus nur 71 Spielen anführen, kamen die Islanders zuletzt etwas ins Wanken. In der Atlantic Division rittern die Montreal Canadiens und Tampa Bay um den Platz an der Sonne, die Red Wings sind wie die Penguins so gut wie durch.

Während die ersten sechs Plätze also vergeben sind, bahnt sich im Rennen um die zwei Wild-Card-Spots ein spannender Kampf an. Die Capitals sind noch nicht sicher durch, die Ottawa Senators sind dank ihres fulminanten Laufs in den letzten 15 Spielen wieder auf einem Wild-Card-Platz. Die Bruins und die Panthers dürfen in den letzten rund zehn Spielen der Saison nicht mehr patzen, um noch eine Chance zu haben. Die Philadelphia Flyers sind hingegen draußen, auch wenn es rechnerisch noch irgendwie möglich wäre.

ATLANTIC

METROPOLITAN

SPIELE

PUNKTE

SPIELE

PUNKTE

1

MONTREAL

73

99

1

NY RANGERS

71

99

2

TAMPA BAY

73

97

2

NY ISLANDERS

73

92

3

DETROIT

71

89

3

PITTSBURGH

72

90

WESTERN CONFERENCE:

St. Louis, Nashville, Anaheim und Chicago sind durch und werden es ins Playoff schaffen. Viel Veränderung gab es gegenüber der Vorwoche nicht - offen bleibt eigentlich nur die Frage, wer das punktbeste Team im Westen wird.

WILD CARD

DIV

SPIELE

PUNKTE

1

WASHINGTON

M

73

88

2

OTTAWA

A

72

85

3

BOSTON

A

73

84

4

FLORIDA

A

72

80

5

PHILADELPHIA

M

74

74

In der Pacific Division bahnt sich ein Dreikampf zwischen den Canucks, Flames und Kings an. Minnesota rückt der Playoff-Teilnahme mittels Wild-Card-Platz immer näher, zu früh sollten die Wild aber noch nicht feiern. Dallas geigte in den letzten Spielen auf und schielt ebenfalls noch auf die Postseason - auch wenn dazu wohl neun Siege aus den letzten neun Spielen benötigt werden würden. Dazu kommt das Team aus der Pacific Division, das es nicht über einen der Division-Plätze schafft.

CENTRAL

PACIFIC

SPIELE

PUNKTE

SPIELE

PUNKTE

1

ST. LOUIS

73

97

1

ANAHEIM

74

99

2

NASHVILLE

73

96

2

VANCOUVER

72

88

3

CHICAGO

72

94

3

CALGARY

73

86

TWEET DER WOCHE

 

 

718! 718! 718! Auf Rang vier der ewigen Schützenliste fehlen der tschechischen Legende nur noch 13 Tore, auf den Dritten Brett Hull sind es 23. Hängt er noch eine Saison an, könnte der 43-Jährige in der Tat noch ein oder zwei Plätze gutmachen.


WILD CARD

DIV

SPIELE

PUNKTE

1

MINNESOTA

C

73

89

2

WINNIPEG

C

73

88

3

LOS ANGELES

P

72

84

4

DALLAS

C

73

80

THREE STARS OF THE WEEK

Kyle Turris: Der Senators-Angreifer führte die NHL in dieser Woche sowohl in Toren (4) als auch in Punkten (6) an. Mit zwei Doppelpacks lief er zur Höchstform auf. Sehenswert sein Assist zu Mark Stones Overtime-Treffer gegen die Carolina Hurricanes: Zwei Gegenspieler ausgetanzt, den Puck von hinten durch die eigenen Beine befördert und dann uneigennützig abgelegt. Tolles Tor, tolle Woche!

Carey Price: Carey Price ist aktuell der beste Goalie der NHL. Da gibt es keine zwei Meinungen. Mit zwei Shutouts in zwei Spielen bestätigte er diese Aussage in den letzten sieben Tagen eindrucksvoll. 60 Schüsse feuerten seine Gegner dabei auf seinen Kasten, hinein ging keiner davon. Der ehemalige Erstrunden-Pick führt die Goalie-Statistiken in jeder wichtigen Kategorie an, die "Vezina Trophy" für den besten Torhüter der Saison scheint ihm sicher. Auch auf die "Hart Trophy" für den MVP der Saison hat er gute Chancen.

Ondrej Pavelec: Vier Spiele, vier Siege. Pavelecs Woche kann sich sehen lassen. Ein Shutout, zweimal ein Gegentor und einmal zwei Treffer kassiert - der Tscheche bildet aktuell eine lebendige "Wand" vor dem Tor. Mit den Jets ist der 27-Jährige am besten Weg in die Playoffs. Und das, obwohl Pavelec den Posten als "Starting Goalie" in dieser Saison an Michael Hutchinson verloren hatte. Dank Pavelecs fantastischen Leistungen ist aber er wieder die Nummer eins.

ZAHLENSPIELE

14 - Der "Hamburglar" beraubt seine gegner weiterhin. Zwar gingen Andrew Hammonds Werte in dieser Woche etwas nach unten, dennoch ist er in 14 Partien für die Ottawa Senators, die er von Beginn an spielte, ohne Niederlage in der regulären Spielzeit.

19 - Zwar trägt Kyle Turris die Nummer 7 am Trikot, seine Glückszahl scheint aber die 19 zu sein: Er erzielte am 19. März gegen Boston in der 19. Minute sein erstes Tor. Sein zweiter Treffer fiel 19 Sekunden vor Schluss. Noch nicht genug? Jetzt wird es total verrückt: Es war sein 19. Tor der Saison und er hält damit bei 19 Punkten in seinen letzten 19 Spielen.

20 - Oliver Ekman-Larsson ist der erste Arizona-Verteidiger seit 1992, der in einer Saison mindestens 20 Tore erzielt.

32 - Goalie Devan Dubnyk startete die letzten 32 Spiele für die Minnesota Wild. Eine ganz schön lange Serie.

500 - Jonathan Toews leistete gegen Carolina einen Assist. Es war sein 500. Punkt in der NHL.

600 - Anze Kopitar steuerte bei der Niederlage der L.A. Kings gegen die Vancouver Canucks einen Assist bei. Für ihn war es der 600. Punkt in der NHL.

900 - Etwas mehr Punkte und Assists hat ein gewisser Joe Thornton auf dem Konto. Der Oldie glänzte beim Sieg seiner San Jose Sharks gegen die Toronto Maple Leafs mit zwei Vorlagen. Es waren Assist Nummer 899 und 900 seiner Karriere. Damit ist der Kanadier erst der 19. Spieler in der NHL-Geschichte, der das schafft und erst der vierte, der sein Debüt nach 1986 feierte. Die anderen: Joe Sakic, Jaromir Jagr, Mark Recchi.

PRO UND CONTRA

DIE MINNESOTA WILD KÖNNEN SCHON FÜR DAS PLAYOFF PLANEN

Pro (Fabian Santner): Sicher sollte man sich zwar erst sein, wenn es auch rein rechnerisch nicht mehr möglich ist, ich lege mich aber dennoch fest und behaupte, dass die Wild mit den Playoffs planen können. Warum, ist ganz einfach erklärt: Sie gewinnen Spiele. Im März stehen sie derzeit bei acht Siegen und nur drei Niederlagen. Die Mannschaft von Mike Yeo scheint genau zur rechten Zeit in Form gekommen zu sein und davon profitiert auch Thomas Vanek. Der Österreicher trifft fast wie in besten Zeiten und erzielt auch wieder die wichtigen Tore, wie man gerade erst gegen Toronto sehen konnte. Im Wild-Card-Rennen hat Minnesota bei einem Spiel mehr fünf Punkte Vorsprung auf die Kings. Und so wie sie derzeit spielen, lassen die Wild nicht den Eindruck zu, dass dieses Polster noch schmilzt.

Contra (Matthias Nemetz): Auch wenn ich gerne zustimmen würde, ganz so sicher ist die Playoff-Teilnahme noch nicht. Die Ausgangslage für die letzten neun Spiele ist zweifellos gut, doch auf Vanek und Co. warten noch harte Brocken. In der Nacht auf Mittwoch geht es gegen die New York Islanders, danach folgen die wohl vorentscheidenden Partien gegen die Calgary Flames und die L.A. Kings. Erst wenn von diesen drei Spielen mindestens zwei gewonnen werden, lassen sich die Wild den Playoff-Platz nicht mehr nehmen. Gegen die direkten Konkurrenten aus Calgary heißt es verlieren verboten. Denn wie unsere User schon spekuliert haben, könnten heuer 93 bis 95 Punkte nicht reichen, um auf den Playoff-Zug zu springen. 96 bis 98 Zähler sollten meiner Meinung nach aber auf alle Fälle reichen, da sich die Konkurrenten in direkten Aufeinandertreffen noch Punkte wegnehmen. Vier bis fünf Siege braucht Minnesota also noch. Zuzutrauen ist der Truppe dies allemal – sicher ist aber noch nichts.

 

Fabian Santner / Matthias Nemetz

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