Face-Off: Vanek glänzt, "Hamburglar" beraubt alle

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Es ist wieder Dienstag, höchste Zeit für das Face-Off bei LAOLA1.

Wir lassen die NHL-Woche Revue passieren und nehmen neben den interessantesten Begegnungen natürlich auch die Leistungen unsere drei Legionäre Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl genauer unter die Lupe.

Darüber hinaus küren wir die Stars der Woche, werfen einen Blick in die Statistik-Ecke und analysieren das spannende Rennen um die Playoff-Plätze.

Wie jede Woche laden wir euch auch diesmal ein, fleißig mitzudiskutieren. Was waren eure Aufreger, wie beurteilt ihr die Leistungen unserer Legionäre und wer schafft es noch in die Playoffs?

DIE TOP-SPIELE

BOSTON BRUINS vs. TAMPA BAY LIGHTNING 3:2 SO (1:1,0:0,1:1,0:0,1:0)

Tore: Pastrnak (8.), Bergeron (43.); Stamkos (16.), Namestnikov (49.)

Die Bruins kommen genau zur rechten Zeit in der Saison in Form, oder sagen wir besser, sie finden einen Weg, zu gewinnen, auch wenn sie nicht ihr bestes Hockey zeigen. Und schließlich ist das alles, das zählt.

Wie so oft in den letzten Wochen konnte sie die Mannschaft aus „Beantown“ auch gegen Tampa Bay auf Torhüter Tuukka Rask verlassen, der 35 Saves verzeichnete und sich im Penaltyschießen nicht bezwingen ließ.

Tampas Superstar Steve Stamkos erlebte das Shootout nicht auf dem Eis, er fasste eine 10-Minuten-Strafe aus, weil er seinen Schläger unabsichtlich ins Publikum warf, nachdem dieser bei einem One-Timer-Versuch aus guter Position zu Bruch gegangen war. „Es war etwas frustrierend, dass er genau in dieser Situation bricht, ich wusste sofort, dass es eine Strafe geben wird“, so Stamkos.

 „Wir haben gut begonnen, sind dann aber im Mitteldrittel nicht als Einheit aufgetreten“, wusste  Coach Claude Julien, bei wem er sich bedanken musste, dass sich sein Team in den zweiten 20 Minuten nicht das eine oder andere Tor einfing, schließlich feuerten die Lightning im zweiten Abschnitt 16 Mal in Richtung Rask.

Doch wenn es gegen Tampa Bay geht, ist der Finne einfach eine Wand, in den letzten drei Saisonen hat er alle seine acht Partien gegen die Lightning gewonnen und ließ dabei gegen eine der besten Offensiven der NHL nur elf Gegentore zu.

So waren es Brad Marchand und Patrice Bergeron, die das Spiel mit ihren Penalty-Treffern entschieden und den Bruins den ersten Shootout-Sieg nach sieben Niederlagen bescherten.


PHILADELPHIA FLYERS vs. DETROIT RED WINGS 7:2 (2:0,1:1,4:1)

Tore: Simmonds (6.), Grossmann (18.), Schenn (34., 41.), Bellemare (49.), Read (57.), Rinaldo (58.); Abdelkader (25.), Cole (51.)

Philadelphia ist und bleibt für die Red Wings in der Regular Season kein gutes Pflaster.

Wenn es gegen Detroit geht, zeigt die „City of Brotherly Love“ seit 1997 keine Nächstenliebe, so lange warten die Red Wings im Grunddurchgang nämlich bereits auf einen Sieg gegen die Mannschaft von Michael Raffl.

Am 25. Jänner 1997 setzte sich Detroit 4:1 durch, seither gab es neun Niederlagen, am vergangenen Samstag folgte die zehnte.

Und dies hatte es in sich, gleich sieben Tore schenkten die gnadenlosen Flyers dem bemitleidenswerten Jimmy Howard ein. Das Offensivspektakel war umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass die Flyers zuvor sechs Spiele lang nicht mehr als drei Treffer erzielen konnten und im Spiel zuvor gegen St. Louis komplett leer ausgingen.

Vor der Partie hatte Flyers-GM Ron Hextall noch bemängelt, dass nur Claude Giroux, Jakub Voracek und Wayne Simmonds genügend zur Offensive beitragen. Sein Machtwort dürfte gewirkt haben, von den sieben Toren ging nur eines auf das Konto von Simmonds. Auch Michael Raffl trug sich in den Spielbericht ein und verzeichnete seinen sechsten Assist in dieser Saison.

ÖSTERREICHER-WATCH

 

Thomas Vanek: Gues who's back? Thomas Vanek! Nach einer eher ruhigen Woche ließ er es in den vergangenen sieben Tagen richtig krachen. In drei Spielen ebensoviele Tore, darunter ein Doppelpack. Hinzu kommt ein Assist. Gut möglich, dass er doch noch die 20-Tore-Marke erreicht. Sein Treffer gegen St. Louis war sein 600. Punkt in der NHL. Damit nimmt er Rang 298 der ewigen NHL-Scorerliste ein. Tore (294) und Assists (306) gleichen sich dabei fast aus.

Michael Grabner: Für den Villacher geht es hingegen bergab. Er bekommt wenig Eiszeit und kann seine Schnelligkeit nicht so ausspielen, wie er sich das wünscht. Gegen die Rangers wurde er für den wieder fitten Okposo gescratcht und stand nicht im Line-Up. Doch "Grabse" hat schon öfter in seiner Karriere Täler überstanden.

Michael Raffl: Es gibt gute und schlechte Nachrichten aus Philadelphia. Die schlechte: die Flyers werden das Playoff verpassen. Wunder gibt es zwar immer wieder, Giroux und Co. bräuchte aber ein riesiges Wunder, um doch noch einen Wild-Card-Spot zu ergattern. Die gute: Michael Raffl könnte das ÖEHV-Team bei der WM in Prag unterstützen. Der Kärntner blieb in dieser Woche mit einem Assist eher blass, seine Saison-Bilanz kann sich mit 16 Toren aber jetzt schon sehen lassen.

VIDEO DER WOCHE

 

NY-Rangers-Sürmer Kevin Hayes zeigte im Derby gegen die Islanders eindrucksvoll, dass man immer Ruhe bewahren sollte, selbst wenn man eigentlich schon gestellt wurde. Warum auch nicht während einer 360-Grad-Drehung direkt vor dem Tor noch einen kurzen Haken einbauen, man hat ja alle Zeit der Welt....

PLAYOFF-PICTURE

EASTERN CONFERENCE:

New York, New York! The City that never sleeps hat die Metropolitan Division voll im Griff. die Rangers sind gemeinsam mit den Ducks im Westen sogar punktbestes Team der NHL. Die Islanders mussten zuletzt zwar drei Niederlagen einstecken, nervös muss man auf Long Island aber nicht werden, auch wenn Pittsburgh und Washington, das derzeit einen Wildcard-Platz inne hat, ebenfalls auf dem Weg zu einer 100-Punkte-Saison sind. In der Atlantic Divison ziehen Montreal und Tampa Bay einsam ihre Kreise, Detroit hat aber auch weniger Spiele ausgetragen.

Die bereits angesprochenen Capitals haben momentan die besten Karten auf einen Wild-Card-Platz, auch die Bruins stehen mit 82 Punkten nicht schlecht da. Ottawa spielte zuletzt jedoch groß auf und auch die Panthers, die sich ja bekanntlich Jaromir Jagr geschnappt haben, sollte man noch auf der Rechnung haben. Für die Flyers ist der Playoff-Kampf hingegen so gut wie aussichtslos.

ATLANTIC

METROPOLITAN

SPIELE

PUNKTE

SPIELE

PUNKTE

1

MONTREAL

70

93

1

NY ISLANDERS

68

95

2

TAMPA BAY

71

93

2

NY RANGERS

71

90

3

DETROIT

68

87

3

PITTSBURGH

69

88

WESTERN CONFERENCE:

Anaheim, Nashville und St. Louis halten bei über 90 Punkten und dürfen sich ihrer Playoff-Teilnahme sicher sein. Die Blackhawks sind wohl auch ohne den verletzten Patrick Kane stark genug, um sich nicht mehr abfangen zu lassen. In der Pacific Division geht es hingegen eng zu. Vancouver, Calgary und Champion Los Angeles rittern um die beiden Plätze hinter den Ducks.

WILD CARD

DIV

SPIELE

PUNKTE

1

WASHINGTON

M

71

86

2

BOSTON

A

69

82

3

OTTAWA

A

68

77

4

FLORIDA

A

69

76

5

PHILADELPHIA

M

71

73

Wie schon vergangene Woche holte Minnesota auch diesmal sechs Punkte und hat weiter die Top-Position im Wild-Card-Rennen inne. Allerdings brauchen Vanek und Co. auch jeden Punkt, im Westen geht es nämlich äußerst knapp zu, sogar Colorado hat mit derzeit 75 Punkten noch Außenseiter-Chancen auf die Postseason.

CENTRAL

PACIFIC

SPIELE

PUNKTE

SPIELE

PUNKTE

1

ST. LOUIS

69

93

1

ANAHEIM

71

95

2

NASHVILLE

71

93

2

VANCOUVER

68

82

3

CHICAGO

68

88

3

CALGARY

69

81

TWEET DER WOCHE

 

 

"Hamburglar" lautet der Spitzname von Senators-Goalie Andrew Hammond. Auf seiner Maske hat er die McDonalds-Figur sogar aufgemalt. Nach dem Shootout-Sieg gegen die Flyers warf ihm ein Fan dann einen Hamburger aufs Eis. "Ich habe ihn nicht gegessen, er war irgendwie kalt", scherzte der 27-Jährige. Seine tolle Erfolgs-Story gibt es übrigens weiter unten zu lesen. Ohne zu viel verraten zu wollen: "Hamburglar" bekommt von uns einen Stern.

WILD CARD

DIV

SPIELE

PUNKTE

1

MINNESOTA

C

69

83

2

LOS ANGELES

P

69

81

3

WINNIPEG

C

69

80

4

SAN JOSE

P

69

76

5

COLORADO

C

69

75

THREE STARS OF THE WEEK

Scott Hartnell: Fünf Tore in vier Spielen? Hartnell machte es uns bei der Wahl zum Star der Woche nicht schwer. Gegen Carolina schnürte er einen Doppelpack, gegen Detroit gelang ihm nicht nur sein erster Game-Winner der Saison, nein, der Treffer zum 2:1 (Endstand 3:1) war zugleich sein 20. in dieser Spielzeit. Damit erreichte der 32-jährige Kanadier diese Marke in seiner 14. NHL-Saison zum achten Mal.

Cam Talbot: Was haben nur alle Rangers-Fans gejammert, als sich Henrik Lundqvist Anfang Februar verletzte? Mit zahlreichen Niederlagen wurde gerechnet, Berufspessimisten befürchteten sogar ein Verpassen der Playoffs. Davon spricht in New York schon lange keiner mehr. Im Gegenteil: Die Rangers sind mitten im Rennen um die Presidents Trophy. Zu verdanken haben sie das auch dem eigentlichen Ersatzgoalie Talbot, der von Lundqvist anscheinend viel gelernt hat. Diese Woche standen drei Siege zu Buche, in denen er eine Save-Percentage von .969 und einen Gegentorschnitt von 1.00 aufwies. Gegen Florida stellte er mit 38 Paraden eine persönliche Bestmarke auf.

Andrew Hammond: Es ist wohl die Story der Saison. Sie könnte fast aus einem Film stammen: Andrew Hammond ging nur als dritter Goalie der Ottawa Senators in die Saison und spielte in der AHL. Dann schlug die Stunde für den ungedrafteten Torhüter: Sowohl Craig Anderson, als auch Robin Lehner verletzten sich. Hammond sprang ein und stand im zarten Alter von 26 Jahren erstmals von Beginn an in einem NHL-Tor. Diese Chance ließ er sich nicht entgehen. Seit seinem Debüt gewannen die Senators 10 Spiele und mussten sich nur ein einziges Mal in der Overtime geschlagen geben. Zudem ist "Hamburglar" der zweite Goalie in der NHL-Geschichte, der in den ersten zwölf Spielen seiner Karriere pro Partie maximal zwei Gegentore zulässt. Der Letzte, dem dies gelang war Frank Brimsek - im Jahr 1939. Auch in dieser Woche glänzte Hammond ein ums andere Mal. Dank seiner Glanztaten sind die Senators nach wie vor im Playoff-Rennen.

ZAHLENSPIELE

1 - Dallas-Goalie Kari Lehtonen holte in dieser Woche seinen allerersten Sieg gegen die Philadelphia Flyers. Was daran so besonders ist? Davor verlor er gegen die Flyers 13 Spiele und hielt bei einer Karriere-Bilanz von 0-10-3 gegen Philly. Damit konnte er endlich die längste sieglose Serie eines aktiven Goalies gegen ein Team beenden.

14 - So viele Wild-Spieler verbuchten beim 6:2-Erfolg Minnesotas gegen die New Jersey Devils zumindest einen Scorerpunkt. Das bedeutet neuen Franchise-Rekord.

420 - Nicklas Bäckström ist der beste Vorlagengeber in der Geschichte der Washington Capitals. Der Schwede lieferte gegen die Boston Bruins zwei Vorlagen und hält somit bei 420 Karriere-Assists. Kein anderer Caps-Spieler bereitete mehr Tore vor. Teamkollege Alex Ovechkin ist ihm mit 419 Assists aber auf den Fersen.

3 - Ein Tor, ein Assist, ein Faustkampf, oder wie es in der NHL heißt: Ein "Gordie-Howe-Hattrick". Jordin Tootoo gelang dieses Kunststück beim 4:1-Sieg der Devils in Arizona bereits zum dritten Mal in seiner Karriere.

700 - Pittsburghs Evgeni Malkin verbuchte diese Woche seinen 700. Scorerpunkt in der NHL. Stilecht legte er ein Powerplay-Tor von Sidney Crosby auf, der diese Marke ebenfalls schon geknackt hat. Nur zwei weitere Penguins haben das ebenfalls geschafft: Mario Lemieux und Jaromir Jagr.

 

Fabian Santner/ Matthias Nemetz

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