Glückliche Kings - trauriger King

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Die Könige werden zu Kaisern. Bereits zum zweiten Mal binnen drei Jahren stemmen die Los Angeles Kings den Stanley Cup in die Höhe.

Nach einer höchst-dramatischen Serie gegen die New York Rangers setzen sich die Kalifornier durch und feiern im heimischen Staples Center den erst zweiten Triumph der Vereinsgeschichte.

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Keine Erinnerung

Drei der fünf Spiele gegen den Konkurrenten aus dem Big Apple entscheiden die Kings erst in der Overtime. Auch der vierte Sieg wird durch ein Tor von Alec Martinez in der 95. Minute unter Dach und Fach gebracht.

„Der Puck sprang sehr schnell vom Schoner weg und ich habe nur versucht den Stock zur Scheibe und den Puck aufs Tor zu bringen“, erklärt der Siegtorschütze.

Der Rest ist Geschichte. Momente, die die Kings-Anhängerschaft nie vergessen wird. Martinez hingegen muss die Szenen unmittelbar nach seinem Tor nochmal in Ruhe im Fernsehen ansehen, denn die Ektase löschte Teile der Erinnerung.

„Ich hatte ein Blackout. Ich kann mich an nichts mehr erinnern. Ich denke, ich habe meine Ausrüstung in die Luft geworfen und dann sind alle auf mich gestürzt. Ich konnte nicht mehr atmen“, umreißt Martinez die Szenen nach der Torsirene.

Mann für die wichtigen Tore

Für den 26-jährigen US-Amerikaner wird es langsam zum Markenzeichen wichtige Spiele zu entscheiden. Bereits in den Conference Finals gegen die Chicago Blackhawks gelingt dem Defender in Spiel sieben in der sechsten Minute der Overtime, der alles entscheidende Treffer.

„Das ist ein surrealer Moment. Ich bin einfach nur glücklich für diese Jungs“, will er aber keine Lorbeeren für sich einheimsen.

Trotz zweier wichtiger Treffer, insgesamt sind es fünf in der Postseason, geht die Conn Smythe Trophy nicht an den Verteidiger sondern an Mannschaftkollegen Justin Willimas.

Größte Auszeichnung

Der 32-Jährige sammelte mit neun Toren und 16 Assists nicht weniger als 25 Punkte in der Postseason. Allein in der Finalserie gegen die Rangers steuerte er zwei Treffer und sieben Vorlagen bei. In Spiel fünf trifft er zur Führung nach sieben Minuten.

"Ich kann nicht glauben, dass ich das gewonnen habe", lautet die erste Reaktion des Kings-Stürmers.

Obwohl der Routinier bereits zum dritten Mal (mit Carolina 2006 und nun zweimal mit den Kings) den Stanley Cup in die Höhe stemmt, ist die Auszeichnung zum MVP der Playoffs eine ganz besondere Ehre für den Kanadier.

„Aus so einem hervorragenden Team herausgepickt zu werden, meine Mitspieler zu sehen wie sie mir applaudieren und sich für mich freuen, ist das Größte für mich.“

Für Mitspieler Anze Kopitar ist die Wahl keine Überraschung, sieht er seinen Kollegen doch nicht nur als hervorragenden Eishockey-Spieler sondern auch als starken Charakter.

„Du kannst alle Statistiken aus dem Fenster schmeißen – und er hatte herausragende Stats – denn er ist mehr als nur das. Er hält das Team zusammen.“

Trauriger „King Henrik“

Gleiches gilt für Henrik Lundqvist auf Seiten der Rangers. Der Schlussmann hätte sich die Trophäe genauso verdient. Ohne ihn wären die Lichter für die Rangers nicht nur in Spiel fünf bereits früher ausgegangen.

Nicht weniger als 48 Schüsse auf sein Tor parierte der Schwede erfolgreich, am Ende ist es dann aber doch zu wenig. Nach der Niederlage fehlen ihm die Worte.

„Es ist sehr hart“, bringt der Goalie gerade noch so über die Lippen. Im nächsten Moment versagt ihm die Stimme.

„Ich wusste die Serie würde mit Tränen enden. Entweder Tränen der Freude oder Tränen der Trauer“, fügt er dann hinzu, nachdem er sich wieder ein wenig gefangen hat.

Während es für „King Henrik“ Tränen der Trauer sind, füllen sich die Augen der anderen Kings mit Freudentränen.

„Es gibt keine Worte die das beschreiben, was gerade in mir vorgeht. Wir haben viel mitgemacht in dieser Saison und das macht diesen Titel speziell. Jeder Stanley-Cup-Triumph steht für sich, aber Gott verdammt, den haben wir uns verdient“, bringt es Williams abschließend auf den Punkt.

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