Vanek nach Pleite: Serie ist ein langer Weg

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Thomas Vanek hat in dieser Woche eine emotionale Achterbahnfahrt hinter sich.

Drei Tage nach dem Erfolg über den Erzrivalen Boston Bruins kassierte Vanek mit den Montreal Canadiens eine schwere Heimpleite.

Die Canadiens kamen am Samstag im ersten Spiel des Conference-Finales der National Hockey League (NHL) zu Hause gegen die New York Rangers mit 2:7 unter die Räder.

"Nicht der Start, den wir erhofft haben"

"Das ist natürlich nicht der Start, den wir gewollt und erhofft haben", sagte Vanek im Gespräch mit der APA.

Ein Doppelschlag Ende des Mitteldrittels und drei Powerplay-Tore im Schlussabschnitt besiegelten die unerwartet hohe Niederlage und setzte den NHL-Rekordmeister vor Spiel zwei der "best of seven"-Serie am Montag wieder in Montreal schon unter Druck.

"Du hast Höhen und Tiefen"

Für die Canadiens bleibt also keine Zeit, um sich länger mit der Niederlage zu beschäftigen. So ist Play-off-Eishockey.

"In den Play-offs hast du Höhen und Tiefen. Das ist eine Serie, man muss vier Spiele gewinnen, es ist ein langer Weg. Wir müssen das vergessen und am Montag besser sein. Im Endeffekt ist egal, ob du 1:2 oder 2:7 verlierst", erklärte Vanek.

Keine Geschenke zum 372. Geburtstag

Dennoch war es für ihn eine der bittersten Niederlagen. Nach dem Triumph über Boston träumten die Fans der "Habs" schon vom ersten Einzug ins Stanley-Cup-Finale seit 21 Jahren.

Dass die Stadt Montreal am Samstag den 372. Geburtstag feierte, passte genau ins Drehbuch.

Mit Erfolg im Rücken Gegner unterschätzt?

Doch die Rangers, in jüngster Vergangenheit im Bell Centre kaum erfolgreich, machten mit ihrem schnellen Spiel den Canadiens einen Strich durch die Rechnung.

"Wir haben vielleicht am Anfang gedacht, es wird einfacher, weil wir eine gute Mannschaft wie Boston geschlagen haben", so Vanek.

In defensiverer Rolle

Er selbst konnte mit seinen Sturmpartnern Tomas Plekanec und meist Daniel Briere offensiv nur wenige Akzente setzen. Das liegt auch an seiner Rolle bei den Canadiens. Vanek wird nicht in der Einser-Linie eingesetzt und verbringt daher mehr Zeit in der eigenen Zone als bei seinen bisherigen Clubs Buffalo Sabres und New York Islanders.

Die Linie mit Max Pacioretty und David Desharnais wird von Trainer Michel Therrien als stärkste Offensivwaffe forciert. "Wir sind eher in einer defensiveren Rolle, weil Plekanec hinten sehr stark ist. Wir fangen viele Wechsel in der defensiven Zone an", erläuterte Vanek.

Dennoch gilt es, offensiv zuzulegen. "Gegen Boston waren wir sehr gut defensiv, das muss auch weiter so sein , aber wir müssen auch was offensiv machen. Wenn ich eine Chance bekommen, muss ich sie nützen, vor allem in Überzahl, da bekomme ich derzeit die meisten Chancen", sagte der Flügelstürmer.

Trainer hofft auf Weckruf

Für Trainer Michel Therrien war die hohe Heimpleite ein Weckruf vielleicht noch zur rechten Zeit.

"Du willst nie verlieren, aber das bringt uns zurück auf den Boden. Wir müssen das Spiel abhaken und weitermachen, aber es war eine gute Lehrstunde", erklärte er nach dem Spiel.

Euphorie im Vorfeld

Denn in Montreal war im Vorfeld die Euphorie ausgebrochen. Die Zeitung "Le Journal de Montreal" etwa hat die Fans auf 15 Seiten auf das Conference-Finale eingestimmt.

Über den Ausgang bestand für "Le Journal" kein Zweifel: In den acht entscheidenden Kategorien sah die Zeitung die "Habs" viermal im Vorteil und viermal auf Gleichstand, die Rangers aber in keiner Kategorie voran. Auf dem Eis sah das am Samstag anders aus.

"Mondpreise" am Schwarzmarkt

Das Interesse am Duell zweier Clubs der "Original Six" (NHL-Gründungsmitglieder) jedenfalls ist enorm.

Tickets für das Bell Centre kosten auf offiziellem Weg bis zu 2.010 kanadische Dollar (1.349 Euro), für das erste Spiel im Madison Square Garden am Donnerstag verlangen Tickethändler bis zu 10.000 Dollar (6.712 Euro) - allerdings pro Karte in einem Viererpaket.

Canadiens gegen Rangers könnte laut "Le Journal de Montreal" aufgrund der großen Nachfrage daher sogar das teuerste Duell der NHL-Geschichte werden.

407 Mal in Folge ausverkauft

Sorgen, dass die Eintrittskarten Ladenhüter werden, brauchen sich die Canadiens nicht zu machen.

Die Spiele der "Habs" sind seit über zehn Jahren stets ausverkauft, zuletzt waren am 8. Jänner 2004 im über 21.000 Zuschauer fassenden Bell Centre noch Plätze frei.

Das Spiel am Samstag war das 407. in Folge, das ausverkauft war.

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