Quo vadis, Thomas?

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Wer schnappt sich Thomas Vanek?

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Für Thomas Vanek kann es derzeit ganz schnell gehen.

Der Österreicher im Dress der New York Islanders ist eine der heißesten Transfer-Aktien der NHL und wird wohl noch vor Ablauf der Trade-Deadline am 5. März um 21:00 Uhr MEZ bei einem neuen Verein landen.

Risiko zahlte sich nicht aus

Die Isles hatten den ÖEHV-Stürmer zu Beginn der Saison im Tausch für Matt Moulson und zwei Draft Picks von den Buffalo Sabres geholt.

Langfristiger Plan von GM Garth Snow war es, mit Vanek den Einzug in die Playoffs zu schaffen und ihm gleichzeitig New York so schmackhaft zu machen, dass sich der Österreicher, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, langfristig für die Islanders entscheidet.

Doch es kam alles anders. Die Playoff-Chancen der New Yorker waren bereits im Jänner nur mehr theoretischer Natur, ein Angebot zur Vertragsverlängerung wurde von Vanek ausgeschlagen.

Es geht um Schadensbegrenzung

Und es wurde noch schlimmer: Star-Center John Tavares verletzte sich bei den Olympischen Spielen und fällt für die restliche Saison aus, weswegen der Traum von der Postseason wohl endgültig geplatzt ist.

Für Snow gilt es jetzt, Schadensbegrenzung zu betreiben. Der GM wird logischerweise versuchen, wenigstens einen Teil dessen, was er für Vanek hergegeben hat, wieder zu lukrieren.

Zwar gibt es genügend Teams, die Interesse an Österreichs bestem Eishockeyspieler haben, immerhin hat Vanek in 57 Einsätzen 49 Mal gepunktet. Seine Vertragssituation drückt den Preis jedoch erheblich.

LAOLA1 hat sich die Teams, die gerüchteweise am Stürmer interessiert sind, angesehen und wägt ab, was für und was gegen einen Trade mit den Islanders spricht.

Minnesota Wild

Pro: Die Wild werden immer wieder genannt, wenn es um Vaneks Zukunft geht. Der Österreicher spielte für die University of Minnesota, lernte dort seine Frau kennen und verbringt jeden Sommer im Norden der USA.

Contra: Die Wild werden wohl bis zum Schluss um einen Playoff-Platz kämpfen müssen, eine riskante Einkaufstour ist daher unwahrscheinlich. Warum etwas für Vanek hergeben, wenn man es am Ende gar nicht in die Postseason schafft? Minnesota wird eher im Sommer in den Poker um den ÖEHV-Stürmer einsteigen. Da Dany Heatleys Vertrag ausläuft, verfügen sie dann auch über genügend Capspace, um den Stürmer „nach Hause“ zu holen.


Detroit Red Wings

Pro: Die Red Wings benötigen zwar eher eine Verstärkung in der Defensive, das anhaltende Verletzungspech in der Offensive könnte GM Ken Holland aber dazu veranlassen, sich Gedanken um einen Spieler wie Vanek zu machen. Daneben verfügt Detroit über zahlreiche junge Stürmer, die aufgrund der verletzten Stammspieler in dieser Saison auf sich aufmerksam machen konnten und wertvolle Trade-Aktien sind. Snow könnte bei Namen wie Gustav Nyquist, Tomas Tatar, Tomas Jurco oder Riley Sheahan schnell schwach werden.

Contra: Holland ist nicht dafür bekannt, Last-Minute-Deals abzuschließen. Ein Versuch, den ÖEHV-Stürmer im Sommer zu holen, ist weitaus wahrscheinlicher, laufen doch die Verträge einiger Altstars wie Daniel Alfredsson, Todd Bertuzzi, Mikael Samuelsson oder Daniel Cleary aus.


Los Angeles Kings

Pro: Die Kings schießen zu wenig Tore. Nur 139 Mal durften sich die Angreifer der Franchise aus Kalifornien über einen Treffer freuen, einzig Minnesota, New Jersey, Calgary, Florida und Buffalo sind in dieser Statistik gleich schwach oder schlechter. Ein Sniper wie Vanek, der in 678 NHL-Einsätzen 284 Mal ins Schwarze traf, käme also gerade recht.

Contra: Wenig bis gar nichts. Die Kings sind fast schon verzweifelt auf der Suche nach einem starken Stürmer. Allerdings werden sie auch mit Matt Moulson, Mike Cammalleri und Sam Gagner in Verbindung gebracht.


Montreal Canadiens

Pro: Der NHL-Rekordchampion spielt eine starke Saison und wird es wohl in die Playoffs schaffen. Falls GM Marc Bergevin etwas in seiner Mannschaft fehlt, ist es ein physisch starker Stürmer, der vor dem Tor für Wirbel sorgen kann, also ein Vanek-Typ. Zusätzlich verfügen die „Habs“ über genügend Capspace, um den Flügelstürmer im Sommer langfristig an sich zu binden. Mit den jungen Verteidigern Nathan Beaulieu, Jarred Tinordi und Dalton Thrower hätte Bergevin auch genügend Prospects, die für Snow interessant sein könnten.

Contra: Eigentlich spricht relativ wenig gegen einen Deal zwischen den Canadiens und den Islanders. Rein objektiv gesehen wäre ein Trade zwischen den beiden Teams ein „perfect match“.


Pittsburgh Penguins

Pro: Die Penguins haben ihr Playoff-Ticket praktisch schon fix und zählen auch ohne zusätzliches Personal zum engeren Favoritenkreis auf den Stanley Cup. Ein Spieler wie Vanek steht allerdings jeder Mannschaft gut zu Gesicht.

Contra: Penguins-GM Ray Shero dürfte etwas vorsichtiger geworden sein, nachdem sein Trade-Großangriff vergangene Saison nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat. Mit Jarome Iginla, Brenden Morrow und Douglas Murray holten die Pens nicht weniger als drei Top- Cracks, um erstmals seit 2009 wieder den Stanley Cup zu gewinnen. Der Schuss ging allerdings nach hinten los, die Penguins schieden gegen die Boston Bruins im Conference Finale aus und die drei Spieler waren im Sommer wieder weg.

 

Fabian Santner


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