Mega-Deal: San Jose schiebt Heatley zu Minnesota ab

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Ein Mega-Trade ereignete sich in der Nacht auf Montag.

Superstar Dany Heatley wechselt zu den Minnesota Wild. Gezwungenermaßen.

Im Gegenzug erhält San Jose mit Martin Havlat einen Wunschspieler.

Die erste Transfer-Sensation in der NHL ist somit perfekt. Bleibt die berechtigte Frage: Warum geben die Sharks ihren kanadischen Goalgetter ab?

General Manager Doug Wilson legt die Beweggründe dar: „Das sind zwei sehr gute Spieler. Zu diesem Zeitpunkt haben wir das Bedürfnis an Schnelligkeit, Havlat ist daher eine wichtiger Bestandteil.“

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage einigten sich die Franchises über ein Tausch-Geschäft.

Top-Defender sorgt für Speed-Defizit

Im Rahmen des Draft-Wochenendes ging der erste große Trade über die Bühne. Jungstar-Forward Devin Setoguchi wurde gemeinsam mit Center Charlie Coyle, Erstrunden-Pick 2010, nach Minnesota verfrachtet, stattdessen verstärkt All-Star Brent Burns die Hintermannschaft.

„Top-Defender sind in dieser Liga wirklich rar. Deshalb musst du den Wechsel schnell durchführen, denn Interessenten stehen Schlange. Ein Akteur in dem Alter und mit seinem Spielstil ist perfekt für unser Team“, frohlockte Wilson damals über den Coup.

Mit dem 26-Jährigen fand ein High-End-Verteidiger mit Offensiv-Skills (46 Scorerpunkte) den Weg in das Aufgebot. Dadurch entstand in der Sharks-Offense allerdings ein Schnelligkeits-Defizit.

Minnesota nicht auf Heatleys Liste

„Wir wussten, dass wir mit Setoguchi etwas Speed verloren haben. Der ist in den Top-Sechs im Sturm unverzichtbar, es bestand somit Handlungsbedarf. Marty erfüllte das Anforderungsprofil. Er ist ein flinker Konter-Stürmer für die großen Momente.“

Ohne lange zu zögern, gab Havlat seine No-Trade-Absicherung auf. Eine solche hatte im Kontrakt von Heatley ein Schlupfloch. Bereits im Sommer 2009 machten die Ottawa Senators davon Gebrauch, als der Right Wing nach San Jose wechselte.

Ein Abschied war jederzeit möglich, jedoch hatte der 30-Jährige ein Mitsprache-Recht. Er durfte bis 1. Juli eine Liste mit zehn Klubs zusammenstellen, zu denen er keinesfalls möchte. Auf eben jener war Minnesota nicht zu finden.

Endlich wieder zurück in den Playoffs?

Havlat fühlt sich der neuen Herausforderung in San Jose gewachsen: „Ich bin voller Vorfreude. Sie sind ein Team mit großartigen Cracks und können jedes Jahr um den Stanley Cup mitspielen. Für mich war diese Tatsache ganz wichtig. Ich liebe es, in entscheidenden Phasen auf dem Eis zu stehen.“

In den vergangenen fünf Saisonen erreichte der 30-Jährige lediglich einmal die Playoffs. „Endet deine Saison Anfang April, ist es ein Gefühl der Leere“, so der Tscheche, der bislang 67 Postseason-Auftritte absolvierte.

Neben dem Jahres-Salär, Havlat erhält fünf Millionen Dollar und damit 2,5 Mio. weniger als Heatley, schien die Ausbeute von 49 Scorerpunkten die Sharks zu dieser Entscheidung zu bewegen.

Kanadier enttäuscht in der Postseason

Als Difference-Maker wurde damals auch Heatley verpflichtet, doch er konnte während den Playoffs die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht zur Genüge erfüllen. Heuer brachte es der rechte Flügel nur auf neun Zähler in 18 Begegnungen, in Anbetracht seiner Verletzungen ringt einem dies großen Respekt ab.

In der Regular Season (62 Punkte) schlug sich der in Freiburg geborene Kanadier mit einer gebrochenen Hand herum, im Conference-Finale gegen die Vancouver Canucks verhinderte eine Knöchel-Blessur eine Performance á la 2007.

„Großer Respekt vor Heatley“

Damals stellte er mit 105 Zählern im Grunddurchgang den persönlichen Bestwert auf. Solche Marken sucht man beim Neuzugang aus Minnesota vergeblich. Havlats „Rekord-Saison“ gelang 2008/09 mit 77 Punkten im Jersey der Chicago Blackhawks, zuletzt standen 62 zu Buche.

Dennoch hebt Sharks-Manager Wilson die Stärken des neuen Stürmers hervor: „Marty bringt den Speed und die Playoff-Erfahrung mit."

Er findet auch dankende Worte für den scheidenden Star: "Ich habe großen Respekt vor Heatley. Er hat in Vancouver mit Kanada die Gold-Medaille geholt und sich für San Jose immer den Hintern aufgerissen. Aber wir hatten einfach andere Bedürfnisse.“

Große Fußstapfen für Havlat

In Minnesota sind die Erwartungen an den Superstar groß. Er soll den fünftschlechtesten Angriff der Vorsaison wieder ankurbeln.

„Dany ist einer der besten Goal-Scorer der NHL. Er ist ein großer Spieler und hat in neun Jahren mehr als einen Treffer pro Spiel erzielt. Wir sind aufgeregt, ihn in Zukunft im Team zu haben“, kennt Wild-GM Cliff Fletcher die Vorzüge.

Ob der riskante Trade für die Sharks den gewünschten Effekt hat, wird sich kommende Saison zeigen. Denn die Nachfolge eines Heatleys anzutreten, stellt für Havlat ein schwere Aufgabe dar.

Christoph Köckeis

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