Rentenvertrag für Crosby: "Für immer ein Penguin!"

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Rentenvertrag für Sidney Crosby – und was für einer!

Die Pittsburgh Penguins binden ihr Aushängeschild für zwölf Jahre. Unfassbare 104,4 Millionen Dollar – umgerechnet rund 84,1 Mio. Euro – lässt sich dies die Franchise kosten.

„Monate zuvor sagte ich, es muss das Ziel sein, ihn lebenslang zu einem Mitarbeiter der Penguins zu machen. Ich hoffe, das konnten wir damit erreichen“, atmet General Manager Ray Shero auf.

Die Chancen stehen jedenfalls nicht schlecht: Wenn Crosbys Kontrakt ausläuft, wird der nunmehr 24-Jährige bereits 37 Lenzen zählen. Für das Eishockey in der „Steel City“ von zentraler Bedeutung.

„Ein großartiger Tag für den Sport, die Franchise und die Fans“, betont Co-Owner Mario Lemieux. Er kümmerte sich einst um Crosby, als dieser 2005 zu Pittsburgh kam, wurde zu seinem Ziehvater: „Wir sind dankbar, was er seither für uns geleistet hat – auf und abseits der Eisfläche.“

Und das war bekanntlich einiges.

Vom Nachzügler zum Champion

Schon in jungen Jahren wurde „The Next One“ mit Vorschusslorbeeren überhäuft, die große Karriere war vorbestimmt. DIE NHL-Legende höchstpersönlich, Wayne Gretzky, adelte Crosby zu seinem legitimen Nachfolger. Er sollte recht behalten. Die einstweilige Krönung erfolgte 2008/09.

Damals führte er die „Pens“ mit seiner dritten 100er-Ausbeute in der vierten Saison zum Stanley Cup. Der einstige Nachzügler thronte plötzlich von oben herab. „Er hat eine unheimlich große Bedeutung für das Team, Fans und Nachwuchs identifizieren sich mit ihm“, weiß CEO David Morehouse.

Pittsburgh liegt dem Kanadier zu Füßen, verehrt ihn. Dass er sein Standing zu schätzen weiß, beweist nicht zuletzt die Gehaltvorstellung. Anstatt als Unrestricted Free Agent im Sommer 2013 den Preis in neue Sphären zu treiben, begnügt er sich mit den bisherigen 8,7 Mio. pro Jahr.

Nachdem Jordan Staal einen Zehnjahres-Deal ablehnte, wurde er zu Carolina abgeschoben. Einer der Top-Verdiener, vier Millionen sind für den „Nummer-drei-Center“ beachtlich, konnte von der Gehaltsliste gestrichen werden. Für die am 1. Juli beginnende Free Agency eröffnen sich damit neue Optionen.

„Wir befinden uns in einer anderen Situation als noch eine Woche zuvor“, konstatiert Shero mit Blick auf den Salary Cap. Auch heuer wurde die Verdienst-Obergrenze nochmals angehoben - von 64,3 auf 70,2 Mio. Damit haben sich die Penguins laut „Capgeek“ rund 14,5 aufgespart.

Geld, welches man etwa in Zach Parise investieren könnte. Er zählt zu den heißen Aktien am Markt.

Quick bleibt ein „King“

Zwar bekräftigte der Left Wing nach dem verpassten Stanley Cup durchaus gewillt zu sein, den Devils die Treue zu halten. Doch eine Traum-Offerte Pittsburghs wird er kaum ausschlagen. Zumal der 27-Jährige ein Vertrauter Crosbys ist.

Ein Crack, an dem Parise und Co. während der Finalserie verzweifelten, hält dem Champion indes die Treue. Goalie Jonathan Quick bleibt für weiter zehn Jahre ein King. „Wir sind überglücklich mit einem unserer besten Spieler lange Zeit zu verlängern“, so GM Dean Lombardi.

Künftig wird der 26-Jährige mit fürstlichen 5,8 Mio. Jahresgage entlohnt. Der Vertrag tritt jedoch erst in der Saison 2013/14 in Kraft, da der 26-Jährige noch ein Jahr mit „nur“ 1,8 Mio. aussitzen muss. Um den bescheidenen Playoff-MVP muss man sich trotzdem nicht sorgen.

Die (Schatten-)Seite der Langzeit-Verträge

Ebenfalls auf Konstanz zwischen den Pfosten setzen die Vancouver Canucks. Mike Gillis verkündet via „twitter“: „Wir sind uns mit Cory Schneider einig. Mehr Infos folgen in den nächsten Tagen.“ „ESPN“ und „TSN“ spekulieren mit drei Jahren für zwölf Mio.

Interessant wird nun das weitere Vorgehen. All-Star-Torhüter Roberto Luongo, im Saison-Verlauf von Schneider als Starter abgelöst, steht noch zehn Jahre bei einem 5,3-Millionen-Salär unter Vertrag. Die andere (Schatten-) Seite dieser in den US-Sports üblichen Langzeit-Verpflichtungen.

In Pittsburgh verschwendet man daran keinen Gedanken. Morehouse: „Es ist ein fantastisches Gefühl ihn bis 2025 hier zu haben.“ Crosby ist in Pittsburgh eben ein Heiligtum.

Christoph Köckeis

„Für immer ein Penguins!“

„Er wollte für immer ein Penguin bleiben“, erklärt Crosby-Berater Pat Brisson. „Seit sieben Jahren ist er bei der Organisation. Als er kam, lief man hinterher. Er war Teil des Neuaufbaus, ist emotional mit den Fans und der Stadt verbunden. Unterzeichnet man einen Kontrakt solchen Ausmaßes, ist es sehr wichtig zu wissen, was man will. Und er weiß es genau.“

Der Kapitän strebt nach Erfolg. Er strebt nach Stanley Cups. Und er strebt danach, seiner Franchise zu helfen. Das gelang ihm, der Genügsamkeit sei Dank. Neben Crosby müssen nämlich bald zwei weitere Schlüssel-Personalien geklärt werden.

Sowohl die Arbeitspapiere von Hart-Trophy-Gewinner (MVP), Evgeni Malkin, als auch jene von Defender Kris Letang laufen in zwei Jahren aus. Um die Leistungsträger zu halten, müssen die Verantwortlichen wohl erneut tief in die Taschen greifen. Die Einsparungen sind dabei hilfreich.

Kommt ein enger Vertrauter Crosbys?

„Bedeutend war, die richtige Balance zu finden. Sid sagte stets zu mir: „Es ist okay, aber was ist denn das Beste für unser Team“. Er stellte die Gemeinschaft in den Vordergrund“, versucht GM Shero auch die charakterlichen Vorzüge von „Sid The Rich Kid, wie „ESPN“ titelte, zu skizzieren.

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