Jugend forscht erfolgreich

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"Ratushny ist der richtige Mann"

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Spiel Nummer zwei in der Ära Dan Ratushny, Sieg Nummer zwei.

Das österreichische Eishockey-Nationalteam fertigt am zweiten Spieltag der Euro Ice Hockey Challenge in Ljubljana Japan mit 5:1 ab, nachdem am Tag zuvor Weißrussland mit 3:2 bezwungen wurde. Zwei Siege, auf denen sich der Neo-Teamchef nicht allzu lange ausruhen will.

"Natürlich bin ich zufrieden. Das waren zwei gute Resultate gegen zwei gute Mannschaften, aber unser Job hier ist noch nicht zu Ende. Es wartet noch ein schweres Spiel gegen Slowenien und ich weiß, dass bei Partien dieser beiden Nationen mittlerweile schon eine richtige Rivalität herrscht", spielt er vor allem auf die Niederlagen Österreichs bei den letzten Großereignissen an.

Dennoch darf das bisher positive Auftreten des stark verjüngten Teams mit Siegen gegen Weißrussland, Viertelfinalist der heurigen Weltmeisterschaft, und eben Japan, gegen das man sich in jüngerer Vergangenheit oftmals abgemüht hat, durchaus hervorgestrichen werden.

Sechs Debütanten

Mit Markus Pöck, Alexander Cijan, Thomas Vallant, Sascha Bauer, Clemens Unterweger und David Madlener stehen in der ohnehin sehr jungen Mannschaft gleich sechs Debütanten.

Gründe für diese Einberufungen sind neben den zahlreichen Verletzungen arrivierter Stammspieler auch die CHL-Verpflichtungen der Vienna Capitals und Red Bull Salzburgs. Aus der Not heraus bietet sich für die Nachwuchshoffnungen die Chance, sich auf der großen Eishockeybühne zu präsentieren und dem Coaching-Staff rund um Ratushny, Brandner, Kalt und Co. zu imponieren.

"Der Einsatz von ihnen ist riesengroß, jeder haut sich voll rein und gibt sein Bestes. Wir können nur als Mannschaft Erfolg haben und auch die jungen Spieler, die nun zum ersten Mal dabei sind, machen ihre Sache sehr gut, halten ihr Spiel einfach und arbeiten für das Team", hat Kapitän Thomas Koch nur Lob für seine neuen Teamkollegen übrig.

Der Teamchef schlägt in dieselbe Kerbe: "Die Jungen haben bisher sehr gut gespielt, es sind wirklich ein paar Überraschungen dabei. Ich bin immer zufrieden, wenn ich sehe, dass ein junger Spieler hart arbeitet und es für ihn etwas Besonderes ist, für sein Land aufzulaufen."

Pöck gibt Empfehlung ab

Einer jener Cracks, der in diese Kategorie fällt, ist der Salzburger Markus Pöck, der nach seinem Siegtreffer gegen Weißrussland auch in der Partie gegen Japan mit zwei Assists zu den Toren von Niki Petrik positiv hervorstach.

"Bei mir läuft es bisher gut und die Linie mit den Petrik-Brüdern und mir funktioniert wirklich super. Wir haben heute generell sehr gut gespielt, sind zwar früh in Rückstand geraten, haben aber nicht aufgehört zu arbeiten und verdient die Führung übernommen, die wir dann sicher nach Hause gespielt haben", schiebt er den "Puck" zu seinen Mitspielern weiter.

Dass er überhaupt dabei ist, sieht er als absoluten Glücksfall an, rechnet sich aber Chancen für weitere Einsätze aus: "Die Saison ist hart und es gibt leider immer Verletzungen. Ich bin glücklich, dass ich nachnominiert worden bin und probiere einfach alles zu geben, der Rest ergibt sich dann von alleine."

WM-Kader noch nicht abzuschätzen

Dem Nationalteam kann es nur gut tun, wenn sich Spieler wie Markus Pöck, der eigentlich gar nicht für das Team vorgesehen war, mit guten Leistungen überzeugen und sich für weitere Aufgaben empfehlen.

Inwieweit jene Spieler dann aber bei den nächsten Terminen und vor allem der WM in Tschechien im Mai dabei sind, kann jetzt noch nicht abgeschätzt werden. "Einige werden wieder im Aufgebot stehen, aber man darf nicht vergessen, dass wir noch einige erfahrenere Spieler haben, die das nächste Mal wieder zur Verfügung stehen werden", sieht Ratushny doch einige Umstellungen auf seine neu formierte Mannschaft zukommen.

Und auch Pöck selber weiß die Situation realistisch einzuschätzen: "Ob sich jemand von den Debütanten wirklich aufgedrängt hat, ist sehr schwer zu beurteilen. Wir haben viele Spieler in Österreich und beim nächsten Mal kann wieder alles anders sein und man ist nicht mehr dabei."

"Ratushny ist der richtige Mann"

Einen Vorteil, den der gebürtige Klagenfurter aber auf jeden Fall hat, ist jener, dass Ratushny nicht nur Trainer des Nationalteams, sondern auch sein Coach bei Red Bull Salzburg ist. Dadurch ist der Kanadier immer im Bilde über seine Entwicklung und kann gut einschätzen, ob es heuer zu weiteren Einberufungen reicht.

"Sein Coaching-Stil ist eher ruhig und besonnen. Es wird auf der Bank wenig geschrien, alles läuft sachlich ab und ich denke, er hilft jedem einzelnen Spieler weiter. Er hat eine gute Ausstrahlung, einen guten Charakter und ist der richtige Mann für den Posten", streut Pöck seinem neuen Coach Rosen.

Auch Nationalteam-Kapitän Thomas Koch, der in seiner langen Laufbahn mittlerweile schon einige Trainer gehabt hat, weiß die Arbeit von Ratushny zu schätzen: "Er bringt wieder frischen Wind mit einem neuen System ins Team. Er ist ein sehr positiver Mensch und unterstreicht die guten Sachen, die gemacht werden. Das gibt jedem Spieler Selbstvertrauen und tut dem Team Österreich sicher gut. Wir sind alle überzeugt von ihm und froh, dass er jetzt Teil dieser Mannschaft ist."

Mit dieser positiven Grundhaltung der Spieler und der guten Stimmung im Team spricht also nichts dagegen, dass im Abschlussspiel der Euro Ice Hockey Challenge gegen Gastgeber Slowenien die Siegesserie des Neo-Coachs anhält.

Und dann würde es heißen: Spiel Nummer drei in der Ära Dan Ratushny, Sieg Nummer drei.

 

Aus Ljubljana berichtet Marc Schwarz

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