Die "rechte Hand" von Suhonen

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Suhonens "rechte Hand" Bader im Interview

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Eher unbemerkt von der Öffentlichkeit, aber deshalb nicht weniger umtriebig, agiert Roger Bader seit dem letzten Sommer in seiner Funktion als „Entwicklungs- und Ausbildungsleiter“ für den ÖEHV.

„Die sporttechnisch rechte Hand von Alpo Suhonen“ – so bezeichnet sich Bader selbst.

Hauptaufgabe Nachwuchs

Sein Aufgabengebiet liegt dabei vor allem im lange vernachlässigten oder ohne Plan betriebenen Nachwuchsbereich.

Er soll dabei vor allem die Erfahrungen aus seiner jahrelangen Arbeit für den Schweizer Verband einbringen, wo er unter anderem die U17- und U18-Teams betreute.

Bader, dessen einjähriger Teilzeitvertrag per Option verlängert werden kann, legte zuletzt einige Kilometer zurück. Sei es bei Besuchen bei Vereinen oder der Besichtigung des U20-WM-Camps im italienischen Asiago. Für die Fragen von LAOLA1 hatte er trotzdem Zeit:

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LAOLA1: Wie sehr können wir uns überhaupt mit der Schweiz und anderen A-Nationen vergleichen?

Roger Bader: Klar haben wir hier einen erheblichen Rückstand in puncto Hallen und vor allem Spieler. Aber die Schweiz hat vor knapp 15 Jahren einiges in die Wege geleitet und sich dann in den letzten elf bis zwölf  Jahren so richtig entwickelt. Wir möchten uns von ihnen einiges abschauen. Ich glaube nicht, dass es Sinn macht, uns an Ländern wie Russland oder Nordamerika auszurichten, dort ist das Schulsystem etwa ganz anders. Und in Russland werden stundenlagen Trainingseinheiten ohne Widerspruch absolviert, das ist eine andere Mentalität. Die Schweiz als mitteleuropäisches Land liegt uns da eher näher, genauso wie Alpo Suhonen seine Erfahrungen aus Finnland einbringt. Finnland und Schweden sind anderen Nationen vor allem im wissenschaftlichen Bereich überlegen und daher für uns auch Anschauungsobjekte. Vielleicht helfen uns diese Inputs auch dabei, eine österreichische Eishockey-Identität zu schaffen."

LAOLA1: In welchen Bereichen hinken unsere Spieler hier nach?

Bader: Von der Quantität in der Spielerauswahl einmal abgesehen, sind einige unserer Spieler läuferisch und technisch gut. Wir hinken aber in manchen Bereichen des Conditionings einfach nach: Im Oberkörperbereich sind wir in Ordnung, aber die Spieler müssen mehr an ihren Beinen arbeiten, sowohl an der Kraft als auch an der Ausdauer. Dementsprechende Übungen sollten Teil des Off- und On-Icetrainings sein.

LAOLA1: Was waren bisher ihre Hauptaufgaben?

Bader: Ich habe mir im Sommer vor allem einen Überblick über die verschiedensten Nationalteams verschafft, von der U15 bis zur U20. Teilweise haben Alpo und ich neue Trainerstäbe ausgewählt, ich selbst werde die U20 und U17 coachen. Zu den Neueinführungen in der Trainerarbeit gehört auch ein Rapportsystem – jeder Coach muss nach den einzelnen Turnieren einen Bereicht über die Team- und Einzelleistungen schriftlich festhalten, sodass ich und andere Coaches jederzeit auf diese Berichte zurückgreifen können.

LAOLA1: Was verbirgt sich hinter dem Stichwort „Monitoring“?

Bader: Ich besuche alle EBEL-Teams sowie die Okanagan-Akademie in St. Pölten. Ich halte dort jeweils vier Vorträge und gehe mit den Teams aufs Eis. Kernpunkt dabei ist aber eine anschließende Diskussion, zu der die Organisationen die verschiedensten Leute einladen können. In Wien und Klagenfurt waren etwa die beiden GMs Franz Kalla und Oliver Pilloni anwesend, Innsbruck als sehr bemühter Veranstalter hat 15 Coaches der umliegenden Klubs eingeladen.

LAOLA1: Sind diese Gespräche unsere Version des Eishockey-Gipfels in Schweden vor Jahren, der dann die Grundlage für die Wiederauferstehung des Hockeys dort darstellte?

Bader: Ein schöner Vergleich. Es geht zumindest um einen Gedankenaustausch, wo beide Seiten ohne eine großartige Agenda ihre Anliegen vorbringen können. Ich merke ab und zu, dass mir zu Beginn eine vorsichtige Skepsis entgegengebracht wird, aber das Eis war dann immer schnell gebrochen. Das Ganze ist natürlich zeitaufwändig, macht aber sehr viel Spaß.

LAOLA1: Was sind die Zielsetzungen für die bevorstehenden Junioren-Weltmeisterschaften?

Bader: Mit der U18 ist Österreich leider schon seit einigen Jahren außerhalb der Top 16, ich glaube, das könnte sich heuer aber ändern. Didi Werfring hat mit den 97ern und 98ern zwei gute Jahrgänge, da hoffe ich sehr auf den Aufstieg. Bei der U20 können wir nur auf den Klassenerhalt hoffen, so ehrlich müssen wir sein. Italien und Slowenien werden da unsere unmittelbaren Gegner sein.

LAOLA1: Wie sehr war das November-Turnier in Vojens eine Generalprobe für die U20-WM in Asiago?

Bader: Das Team dort wird natürlich den Grundstock für die WM bilden, allerdings haben uns doch noch einige Spieler gefehlt. Thomas Vallant und Sascha Bauer haben sich in der EBEL bereits etabliert, dazu kommen noch die Überseelegionäre Marco Richter, Florian Baltram, Max Reisinger und Stefan Hrdina.

LAOLA1: Dominic Zwerger aus Spokane ist kein Thema?

Bader: Er hat im Sommer auch bei unserem Camp in Kapfenberg gefehlt und wird kein Angebot erhalten.

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Bernd Freimüller

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