Abgang als Aufsteiger

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Trotz Wiederaufstieg: Viveiros muss gehen

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Nach drei zum Großteil erfolgreichen Jahren als Teamchef der österreichischen Eishockey-Nationalmannschaft kommt dieses Aus wohl für viele überraschend:

Der österreichische Eishockey-Verband hat sich am Montag trotz des erfolgreichen Wiederaufstiegs in die A-Gruppe entschlossen, den auslaufenden Vertrag mit Teamchef Emanuel "Manny" Viveiros nicht zu verlängern.

Der neue Headcoach soll bis spätestens 15. August bestimmt werden. Dies hat das ÖEHV-Präsidium mit Sportdirektor Alpo Suhonen beschlossen.

Österreich hatte erst am vergangenen Samstag mit dem zweiten Rang in der WM der Division 1A (B-WM) die sofortige Rückkehr in die höchste Kategorie geschafft.

"Time-out" zur Analyse

"Wir möchten uns bei Manny Viveiros und seinem Team für die gute Zusammenarbeit, die erreichten Ziele und die gefeierten Erfolge in den letzten drei Jahren bedanken", verlautbarte das ÖEHV-Präsidium.

"Wir nehmen jetzt ein 'Time-out' und werden die aktuelle Situation analysieren. Wir werden nichts überstürzen, wir haben genügend Zeit, bis die neue Saison beginnt. Spätestens am 15. August werden wir den neuen Head Coach der Nationalmannschaft präsentieren", verlautete der ÖEHV via Aussendung.

Viveiros verwundert

Bei Viveiros löste diese Entscheidung Verwunderung aus, da er in seiner Amtszeit fast alle sportlichen Ziele erreicht hat.

Die einzige Ausnahme ist die unglücklich verlaufene A-WM vor einem Jahr in Finnland, als Österreich trotz zweier Siege gegen Vize-Weltmeister Slowakei und Lettland absteigen musste.

Keine Begründung

"Ich habe gefragt warum, und man hat mir keine Antwort geben können. Das ist schade, weil im Eishockey geht es um Ergebnisse, und das Resultat war gut", sagte Viveiros im Gespräch mit der APA.

Seine Bilanz fiel über weite Strecken positiv aus: "Positiv war die erste B-WM 2012 in Laibach als wir ohne Austro-Kanadier mit einer jungen Mannschaft den Aufstieg geschafft haben. Dann haben wir die Olympia-Qualifikation geschafft und haben die WM in Finnland nicht schlecht gespielt."

Auch drei Spiele bei den Olympischen Spielen in Sotschi habe man gut gespielt. "Gegen Slowenien nicht, aber es gibt einen Grund dafür", erinnerte Viveiros an den nächtlichen Ausflug einiger Spieler.

Abgang trotz Erfolgen

Und nach dem unmittelbar nach Olympia erfolgten Umbau im Team sei Österreich "mit einer jungen Mannschaft, in der 50 bis 60 Prozent der Spieler nicht viel Eiszeit bekommen, aufgestiegen".

Viveiros fehlt es an Verständnis für die ÖEHV-Entscheidung. "Wenn ich keinen Erfolg gehabt hätte, wäre ich der Erste gewesen, der gesagt hätte, aus und vorbei."

Er selbst hatte noch nicht hundertprozentig für sich entschieden, ob er als rot-weiß-roter Teamchef weitergemacht hätte.

"Hat mir großen Spaß gemacht"

Letztlich verabschiedet sich Viveiros aber mit guten Erinnerungen. "Es war mir eine große Freude und hat mir großen Spaß gemacht, mit diesem Team zu arbeiten."

Viveiros will in Österreich bleiben und "schauen, was passiert". Der Ex-KAC-Coach könnte in den Überlegungen der EBEL-Clubs durchaus eine Rolle spielen.

Fortsetzung des österreichischen Wegs

Aus ÖEHV-Sicht will man den bereits eingeschlagenen österreichischen Weg fortsetzen. Die Gespräche mit möglichen Kandidaten wird Sportdirektor Suhonen in den nächsten Wochen und Monaten führen.

"Die bereits begonnene Einbindung österreichischer Trainer in die Nationalmannschaft soll in den kommenden Jahren weiter intensiviert werden, um die neu formulierte sportliche Leitlinie 'österreichische Trainer mit einem österreichischen System für österreichische Spieler' Schritt für Schritt umzusetzen", hieß es in der Aussendung des Verbands.

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