Suhonen schlägt zurück

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Suhonen nimmt zu den Vorwürfen Stellung

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Im Österreichischen Eishockey Verband will einfach keine Ruhe einkehren.

Nachdem der Vertrag mit Head Coach Manny Viveiros nicht verlängert wurde, meldete dieser sich in einem Interview in der „Kleinen Zeitung“ (HIER geht’s zum Bericht) zu Wort und erhob schwere Vorwürfe gegen den ÖEHV.

Viveiros contra Suhonen

Man habe ihm diese Entscheidung nur telefonisch mitgeteilt und keine richtigen Gründe für die Trennung genannt, war da unter anderem zu lesen.

Viveiros macht vor allem Sportdirektor Alpo Suhonen für die Beendigung der Zusammenarbeit verantwortlich. Augenscheinlich hat das Verhältnis zwischen den beiden von Anfang an nicht gepasst.

„Das ist jetzt seine Rache. Meine Ablöse geht ausschließlich von ihm aus“, ist sich der Austro-Kanadier sicher.

„Unter der Gürtellinie“

„Das Interview ist absolut unter der Gürtellinie. Ich verstehe nicht, warum er das tut. Er wollte vorher selbst hinschmeißen. Er wurde ja nicht rausgeworfen. Sein Vertrag wurde nicht verlängert, das ist ein ganz normaler Vorgang“, ist sich der Finne hingegen keiner Schuld bewusst und führt weiter aus:

„Ich habe nichts gegen ihn. Ich bin enttäuscht, ich habe versucht, ihn zu erreichen. Ich wünsche ihm für seine weitere Karriere nur das Beste, aber ich kann so eine Attacke gegen mich nicht einfach so stehen lassen.“

Der ÖEHV-Sportdirektor stand LAOLA1 Rede und Antwort und nimmt zu jeden Vorwurf des ehemaligen Teamchefs Stellung. Suhonen über…

Suhonen ist sich keiner Schuld bewusst

…den Vorwurf, er habe Viveiros nur telefonisch informiert

„Nachdem Manny Viveiros von meiner Seite ein persönliches Treffen vorgeschlagen wurde, meldete er sich telefonisch, er wollte nicht persönlich mit mir sprechen. Er hat auch ein Schreiben vom Verband bekommen, in dem ihm für die Arbeit gedankt wurde und ihm mitgeteilt wurde, dass der auslaufende Vertrag nicht verlängert wird. Es ist alles korrekt abgelaufen.“

…den Vorwurf, das Vorbereitungsturnier in Innsbruck als Mitgrund für die Nichtverlängerung zu nennen, sei „Bullshit“

„Die Nationalmannschaft kommt nur drei bis viermal im Jahr zusammen. Jedes Treffen ist wichtig. Es gibt keine Spaß-Turniere. Innsbruck war zwei Monate vor den Olympischen Spielen und es hat einiges nicht gepasst. Wir hatten nach dem Turnier ein langes Meeting, bei dem ich ihm meine Sicht der Dinge kundgetan habe und er hat das akzeptiert. Die Entwicklung der Mannschaft muss kontinuierlich stattfinden, ich muss als Sportdirektor immer schauen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Präsidium wollte sich nach Innsbruck von ihm trennen. Ich wollte mit ihm weitermachen, das Präsidium hat das akzeptiert. Nach Sotschi war es dasselbe. Das Präsidium wollte ihn rauswerfen, ich habe gesagt nein das machen wir nicht. Manny selbst wollte sogar nach Sotschi hinschmeißen. Ich bin aber hinter ihm gestanden. Auch kurz vor der B-WM in Südkorea hat er gesagt, dass er nach dem Turnier nicht mehr weitermachen will und plötzlich nach der WM sagt er, dass er Trainer bleiben will.“

…über den Vorwurf, dass er sich nicht um die Jugend-Auswahlen kümmere

„Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich bin ständig bei den Spielen der Juniorenauswahlen. Ich erstelle Konzepte und organisiere Lehrgänge. Manny hingegen hat sich nie bei den Jugend-Nationalmannschaften blicken lassen.“

Werden keine eine Freunde mehr: Suhonen und Viveiros

…über den Vorwurf, was er eigentlich beim ÖEHV mache

„Ich bin sein Boss. Das hat er anscheinend nicht verstanden. Er sollte gar nicht fragen, was ich mache, ich muss fragen, was er macht.“

…über den Vorwurf, er habe zu einem Coaching-Seminar einen finnischen Arzt eingeladen, der dort betrunken einen Vortrag hielt

„Das stimmt leider. Aber was kann ich dafür, wenn jemand nicht respektvoll mit unserer Einladung umgeht?“

…über den Vorwurf, der Verband habe kein Programm

„Wir haben ein groß angelegtes Programm für das österreichische Eishockey. Manny selbst hat sich hingegen nie Gedanken über ein Programm gemacht, er hat ja nicht einmal Trainingspläne selbst erstellt, das habe ich gemacht. So Sachen wie Trainingslager haben immer wir vom Verband organisiert, das Einzige was Manny gemacht hat, war die Einberufung.“

…über den Vorwurf, seine Erfolge wurden nicht genügend gewürdigt

„Ich möchte eines klarstellen: Ich spreche nicht über Viveiros als Person, sondern seine Arbeit. Ich weiß, was Erfolg ist, ich habe über 1.500 Spiele Coaching-Erfahrung. Wenn Manny so stolz auf seine Erfolge ist, muss man sich auch ansehen, wie diese zustande gekommen sind. Bei der Olympia-Qualifikation hat Italien Deutschland geschlagen, weswegen uns ein Unentschieden gegen Deutschland gereicht hat. In Südkorea hat Ungarn Japan im Penaltyschießen geschlagen, nur deswegen sind wir aufgestiegen. Ich möchte die Erfolge nicht schlechtreden, aber als Sportdirektor ist es meine Aufgabe, die Leistungen genau zu analysieren. Wir haben in Südkorea gegen die Ukraine und Ungarn erst in der Verlängerung gewonnen. Von sieben Spielen gegen Slowenien gingen sechs verloren. Wir haben dreimal gegen Frankreich verloren, zweimal gegen Deutschland. Die Frage, ob wir eine B- oder A-Nation sind, stellt sich mir gar nicht. Wir gehören klar zum B-Pool. Die Entwicklung der Mannschaft hat nicht stattgefunden.“

…über den Vorwurf, mangelnder Kommunikation untereinander

„Ich hatte nie das Gefühl, dass wir zu wenig miteinander geredet haben, aber jetzt wo ich gelesen habe, dass er nicht einmal weiß, was ich hier mache, wird mir einiges klar. Im Übrigen war seine Kommunikation mit den Trainern der Liga und den Spieler auch nicht genügend.“

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