ÖEHV-Team tankt Selbstvertrauen gegen Angstgegner

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Slowenien war im Jahr 2014 eindeutig der Angstgegner der österreichischen Nationalmannschaft.

Vier mal trat das ÖEHV-Team gegen unseren südlichen Nachbarn an, viermal verließ man das Eis als Verlierer. 0:4 bei Olympia, 2:3 nach Verlängerung vor der-B-WM sowie 1:3 beim Turnier in Südkorea und zuletzt 1:3 vergangenen November in Ljubljana.

Negativ-Trend gestoppt

Es hätte also kaum verwundert, wenn sich diese Negativ-Serie auch bei der Euro Ice Hockey Challenge in Wien fortsetzen würde.

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Zumal Headcoach Daniel Ratushny eine junge Truppe einberufen hat und einige Spieler testet, während sein Gegenüber Matjaz Kopitar eigentlich mehr oder weniger seine beste Formation auflaufen ließ. 

Umso erstaunlicher war es, wie sich die-rot-weiß-rote Mannschaft beim 4:2-Sieg vor 1.500 Zuschauern in der Albert-Schultz-Halle präsentierte.

Hohes Tempo von Beginn weg

“In den letzten Jahren sind uns nicht sehr viele Siege gegen Slowenien gelungen, von dem her ist das heute sehr positiv”, resümiert Thomas Hundertpfund. “Jeder hat eine super Leistung gebracht und jeder hat sich voll reingehängt. Wir haben nicht viel nachgedacht, sondern uns hundertprozentig körperlich eingesetzt.“

Das ÖEHV-Team gab tatsächlich ein hohes Tempo vor und spielte den Gegner teilweise richtig an die Wand. Die Slowenen wussten zu Beginn gar nicht, wie ihnen geschah und verloren ein ums andere Mal in der eigenen Zone die Scheibe.

„Wir haben viel Forechecking betrieben und sie zu Fehlern gezwungen. Und das über 60 Minuten. Das geht natürlich nur, wenn man konstant mit vier Linien spielt“, so Hundertpfund.

Auch Ratushny war mehr als nur zufrieden mit der Leistung seiner Truppe, die trotz der marginal kurzen Vorbereitungszeit – die Mannschaft absolvierte vor der Partie nur ein einziges gemeinsames Training – alles umsetzte, was der 44-Jährige vorgab.

Teamgeist spürbar 

„Es ist nicht einfach, ein System an einem Tag einzustudieren, doch der Sieg ist in Wahrheit gar nicht dem System geschuldet, sondern dem Geist dieser Mannschaft“, rückt Ratushny seinen Einfluss in den Hintergrund. „Es herrscht ein super Zusammenhalt, die Jungs spielen mit Leidenschaft für Österreich, das merkt man.“

Diesen Teamgeist konnte man vor allem während der stärksten Phase der Slowenen beobachten. Kurz nach dem 1:2-Anschlusstreffer durch Klemen Pretnar musste das ÖEHV-Team vierminütige Unterzahl überstehen und tat dies mit Bravour.

„Das war sehr wichtig, sonst wäre Slowenien wieder im Spiel gewesen“, weiß auch Ratushny. „Der wichtigste Mann im Penalty Killing ist immer der Torhüter, Bernhard war heute ausgezeichnet. Aber auch die anderen Spieler haben das super gemacht.“

In der Tat lieferte Schweden-Legionär Bernhard Starkbaum eine tadellose Vorstellung ab, er hielt 19 von 21 Schüssen, bei beiden Gegentreffern war er machtlos.

Doch nicht nur das Penalty-Killing, auch das Powerplay funktionierte einwandfrei. „Wir wollten es nicht zu kompliziert spielen. Zwei, drei Pässe und dann Abschließen. Das war der Plan und es hat funktioniert“, war Ratushny zufrieden.

Ratushny „glücklich“

Überhaupt war es dem Trainer wichtig, herauszustreichen, dass nicht etwa  Slowenien so schwach war, sondern vielmehr Österreich so stark.

„Slowenien war der erwartet starke Gegner, sie agieren auf hohem Niveau. Aber wir haben mit viel Druck gespielt und waren dennoch organisiert. Wenn man das nicht ist, läuft man in Konter. So aber haben wir Turnover erzwungen und hatten dadurch viel Puckbesitz welchen wir in Chancen und vor allem auch Tore umgemünzt haben. Damit hatten wir ja im November noch Probleme“, spricht der Kanadier den Grund für die letzte Niederlage gegen die Slowenen an. „Ich bin glücklich mit dem Resultat. Das bringt viel Selbstvertrauen und positive Energie.”

Das neue Selbstvertrauen

Was Selbstvertrauen ausmacht konnte man dann beim vorentscheidenden 4:1 durch Hundertpfund beobachten. Der KAC-Stürmer ließ Robert Kristan sehenswert aussteigen und schob dem Keeper den Puck dann noch zwischen den Schonern durch.

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"Wir haben da ja schon 3:1 geführt, da habe ich mir gedacht, ich versuche es einfach mal. Schön, dass es so aufgegangen ist”, so der Torschütze mit einem Grinser im Gesicht.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Mannschaft dieses Selbstvertrauen auch im Spiel gegen Italien an den Tag legt.

 

Fabian Santner

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