Alpo Suhonen hat einen Plan für den ÖEHV

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Beim ÖEHV werden derzeit die Weichen für die Zukunft gestellt.

Der Verband, allen voran Sportdirektor Alpo Suhonen, will sich nach der „Ära“ Viveiros neu aufstellen und nicht nur den Posten des Headcoachs neu vergeben.

Fokus auf den Nachwuchs

Mit der Verpflichtung von Roger Bader als Development Coach wurde ein erster Schritt in diese Richtung gemacht.

Der 49-Jährige Schweizer soll sich um die Ausbildung von 15- bis 17-jährigen Talenten kümmern, damit diese bereits vor den U18- und U20 Mannschaften ein höchst professionelles Umfeld vorfinden. Weiters soll er eine neue Coaching-Ausbildung ausarbeiten.

„Ich kenne ihn seit vielen Jahren, er ist ein Top-Mann“, ist Suhonen im Gespräch mit LAOLA1 von den Qualitäten Baders überzeugt. Der Finne ist sich sicher, dass Österreich nur durch kontinuierlich professionelle Arbeit im Nachwuchsbereich langfristig Erfolg haben kann.

„Wenn wir global Erfolg wollen, müssen wir lokal gut sein, das fängt beim Nachwuchs an. Es ist wichtig, dass auch unsere U18 und U20 im A-Pool spielen. Momentan spielt die U18 im C-, die U20 im B-Pool. Wenn unsere Jugendmannschaften ständig auf A-Niveau spielen, dann werden wir auch mit der Nationalmannschaft immer unter den besten zwölf Nationen sein.“

Schweiz als großes Vorbild

Sein Heimatland und die Schweiz sollen Österreich als Vorbild dienen. Gerade die Eidgenossen eilten in den letzten Jahren von Erfolg zu Erfolg und gehören längst zu den Topadressen im Kufensport.

„Die Entwicklungen in Finnland und der Schweiz zeigen, dass man es so machen muss. Die Spieler der Schweizer, die in Helsinki die Silbermedaille geholt haben, waren die erste Generation, die ab dem 13. Lebensjahr professionell trainiert hat. Warum soll das in Österreich nicht auch gehen?“

Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, will Suhonen eine „österreichische Identität“ erschaffen, indem ein Großteil des Betreuerstabs von Österreichern gebildet werden soll.

„Wir werden nicht den kompletten Betreuerstab austauschen, aber es wird Wechsel geben. Es hat ja schon nach Sotschi erste Veränderungen gegeben, Christian Weber konnte nicht mehr kommen, dafür wurden Dieter Kalt und Christoph Brandner mit ins Boot geholt. Daneben haben wir uns auch von zwei Physiotherapeuten getrennt.“

Kommunikation wichtig

Was den Posten des Head Coachs betrifft, gibt es zwar noch keine Kandidatenliste, Gedanken hat sich der Sportdirektor aber natürlich schon gemacht.

„Es gibt ein Anforderungsprofil. Der Head Coach kann auch ein Ausländer sein. Aber das Ganze ist natürlich auch eine Geldfrage. Wir werden uns keinen internationalen Top-Mann leisten können, der würde uns um die 400.000 Euro kosten, das ist einfach nicht drin.“

Neben der fachlichen Kompetenz legt Suhonen beim neuen Trainer auch viel Wert auf die Kommunikation mit den Vereinen. Ein Punkt, der unter Viveiros anscheinend nicht immer so funktioniert hat, wie gewünscht.

„Der Coach muss so eng wie möglich mit den Vereinen arbeiten. Dort passiert die tägliche Arbeit. Es muss ein ständiger Austausch stattfinden, nur so können wir beider Entwicklung der Spieler mithelfen“, so Suhonen gegenüber LAOLA1.

Wieder nur Teilzeit-Kraft

Man darf gespannt sein, wie gut ihm das gelingt, denn wie sein Vorgänger, der neben seiner Tätigkeit beim Verband auch beim KAC angestellt war, wird der neue Trainer ebenfalls nicht hauptberuflich Nationaltrainer sein.

„Wir haben das besprochen. Das wird sich aber finanziell nicht ausgehen. Wenn wir unser angestrebtes Programm in den nächsten vier Jahren aber durchziehen und alles gut geht, glaube ich, dass wir 2018 einen hauptamtlichen Headcoach haben werden, der dann auch Mentoring, Ausbildung usw. machen kann“, verteidigt Suhonen diesen Kompromiss.

Ob ein Teilzeit-Teamchef aber wirklich das richtige Signal für die Zukunft des Eishockeys in Österreich ist, sei dahingestellt.

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