Besseres Trainingsspiel vor dem Härtetest

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Am Ende war es ein besseres Trainingsspiel. Die Niederlande konnte den Österreichern bei der 1:6-Niederlage im zweiten Spiel der Olympia-Qualifikation recht wenig entgegensetzen.

Bereits nach 20 Minuten führten die Mannen um Doppeltorschütze Thomas Koch, der auch zum besten Spieler seiner Mannschaft gekürt wurde, mit 5:0 und sorgten somit früh für eine Vorentscheidung.

„Sie haben uns komplett überlaufen. Wir waren im ersten Drittel nicht auf dem Eis und ich denke, die Österreicher wollten nach dem durchwachsenen Sieg gegen Italien zu Beginn ein Zeichen setzen, was sie eindrucksvoll getan haben“, war selbst Niederlande-Coach Barry Smith über die Schlagzahl des Gegners überrascht.

„Die Mannschaft kann es sich nicht leisten bei einem solchen Turnier einen Tag zu verschlafen, daher war die Anspannung schon recht groß. Aus diesem Grund sind wir auch so fulminant gestartet“, erklärte Teamchef Manny Viveiros die furiose Gangart seiner Mannschaft.

Beste Drittel des Jahres“

Die „Oranje“ hatte mit einem solchen Ansturm offensichtlich nicht gerechnet, stand in der Anfangsphase völlig auf der Seife und kam nicht richtig in die Zweikämpfe.

"Der Start war wichtig für das Selbstvertrauen, es war das beste Drittel mit der Nationalmannschaft in diesem Jahr“, analysierte Thomas Raffl, der den Treffer zum 3:0 beisteuerte.

Das beste Drittel auch deswegen, weil die rot-weiß-rote Auswahl, wie schon gegen Italien, im ersten Durchgang an Effizienz kaum zu überbeiten war. 14 Mal schossen die Österreicher aufs Tor von Ian Meierdres, fünf Mal musste der Keeper die Scheibe passieren lassen.

Am Schluss fehlte die Konzentration

Doch diese Effizienz konnten die „Adler“ nicht über die verbleibende Zeit halten. Mit Fortdauer der Begegnung, vor allem im letzten Abschnitt, ließ man zahlreiche gute Chancen liegen und verabsäumte somit einen noch höheren Sieg.

„Es ist schwer, den Fokus im letzten Drittel aufrechtzuerhalten, wenn man bereits mit 6:0 führt. Zwar haben wir uns vorgenommen, uns im Schlussabschnitt bestmöglich auf Sonntag vorzubereiten, aber es saß in den Köpfen, dass das Spiel schon entschieden ist. Wenn man sich dessen bewusst ist, macht man vielleicht Dinge, die man sonst eben unterlassen würde“, erklärte Michael Raffl die vergebenen Möglichkeiten.

Auch Trainer Viveiros hat Verständnis dafür, dass seine Mannschaft am Ende etwas nachlässig zu Werke ging.

„Das Spiel ist bei einer so deutlichen Führung natürlich etwas lockerer und die Jungs versuchen möglichen Verletzungen aus dem Weg zu gehen. Da ist es normal, dass man mit dem Kopf schon bei der Partie am Sonntag ist“, so der Teamchef.

Starkbaum bekam Gegentreffer

Diese Nachlässigkeiten gegen Ende der Partie kosteten Bernhard Starkbaum das Shutout. Ein Umstand, den Viveiros verkraften konnte.

„Dem Treffer ist kein Fehler von uns vorausgegangen. Ich finde, wir haben in dieser Szene alles richtig gemacht. Aber der Schuss war abgefälscht, das kann passieren“, nahm es der Head Coach locker.

Die Österreicher waren meist einen Schritt voraus

Anderes Spiel gegen Deutschland

Auch sein Torhüter, der sicherlich schon mit einem Shutout liebäugelte, grämte sich nach dem Spiel ob des späten Nackenschlags nicht besonders.

„Ein Gegentor ist immer blöd, aber es ist wichtig, dass wir gewonnen haben. Jetzt müssen wir schauen, dass wir auch am Sonntag eine gute Partie abliefern", hatte der Schweden-Legionär kurz nach der Partie den Blick bereits gen Deutschland gerichtet.

„Das Match gegen den Gastgeber wird ein ganz anderes Spiel. Ein sehr hartes Duell, in welchem wir in der Defensive kompakt stehen und unsere Chancen konsequent nützen müssen“, sagte Michael Raffl bereits voraus.

Ein Spiel, in welchem um jeden Zentimeter Eis gekämpft werden muss und das Körperspiel der Österreicher gefragt sein wird. Ein Kampf auf Biegen und Brechen und kein besseres Trainingsspiel, wie jenes gegen die Niederländer.

Aus Bietigheim-Bissingen berichtet Sebastian Rauch

TV-Tipp: Am Sonntag trifft Österreich im entscheidenden Spiel auf Deutschland. LAOLA1.tv überträgt das Spektakel ab 15:10 Uhr LIVE

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