Daum: "Es muss professionell ablaufen"

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Ein Kracher steht am Freitagabend in der EBEL auf dem Programm.

Der bislang noch makellose Tabellenführer KAC gastiert beim Dritten aus Linz. Dabei kommt es zu einem ganz speziellen Duell – dieses findet dabei nicht auf dem Eis statt, sondern zwischen den Trainerbänken.

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Der Trainer der Kärntner, Manny Viveiros, trifft auf sein Pendant Rob Daum und damit auf seinen Assistant-Coach im Nationalteam.

Viveiros wollte Daum

Vor etwas mehr als zwei Wochen wurde Viveiros zum Head Coach bestellt und stellte als Bedingung das Engagement von Daum. Der Kanadier war zu diesem Zeitpunkt erst wenige Wochen im Land.

„Ich kenne ihn seit vielen Jahren. Rob sammelte Erfahrung in Nordamerika und auf NHL-Niveau als Assistent bei den Edmonton Oilers. Für mich und unsere Spieler ist es eine Chance sich zu entwickeln. Ein Eishockey-Fachmann im Betreuer-Team war eine logische Sache für mich. Wir müssen die Top-Leute ausnützen, darum haben wir ihn genommen“, begründete der 45-Jährige einst im LAOLA1-Interview.

Nicht nur ob der kurzen Zeit in Österreich ist Daum glücklich, dem Nationalteam helfen zu können.

„In erster Linie ist es eine Ehre und ein Privileg. Ich freue mich sehr, diese Möglichkeit bekommen zu haben“, schildert der 53-Jährige.

„Auszeichnung für Black Wings

Daum bringt damit nicht nur für die Black Wings jede Menge Erfahrung mit, sondern auch für das gesamte rot-weiß-rote Eishockey. Sein Arbeitgeber ließ die Doppeltätigkeit zu.

„Wir haben ihm die Freigabe gegeben, weil wir etwas für das österreichische Eishockey tun und es für uns auch eine Auszeichnung ist“, schildert Black-Wings-Manager Christian Perthaler.

Zehn Jahre lang fungierte der Linz-Trainer als Head Coach des Eishockey-Teams der University of Alberta. Vor seinem NHL-Engagement in Edmonton 2007/08 führte er zwei Jahre das Team der Houston Aeros, danach jenes der Springfield Falcons in der AHL.

Nun kommt neben den Wings ein ganz neues Aufgabengebiet hinzu. Ein Nationalteam fand sich bislang noch nicht in seinem Lebenslauf wieder.

Österreich stieg bei der A-Weltmeisterschaft heuer in der Slowakei ab, davor und danach gab es viele Misstöne – unter anderem kritisierte NHL-Star Thomas Vanek das mäßig professionelle Umfeld. Oliver Setzinger wurde nach dem Abstieg ob seiner Kritik aus dem Nationalteam entfernt.

"Damit professionell agiert wird"

Hinsichtlich Professionalität scheint Daum der richtige Mann für diesen Job zu sein.

„Ich weiß noch nicht viel über das Ganze, aber ich weiß, wie eine professionelle Organisation funktioniert. Ich habe mein ganzes Leben in solchen gearbeitet und hoffe, helfen zu können, damit hier professionell agiert wird.“

Das weiß auch Viveiros zu schätzen. Der Austro-Kanadier beförderte seinen „Co“ schon vor Arbeitsbeginn.

„Er kann viele Dinge aus seiner NHL-Zeit in der Senioren-Mannschaft und im Nachwuchs installieren. Er bringt eine andere Meinung auf hohem Niveau ein. Ich habe oft mit ihm gesprochen. Wir haben lange über die Aufgaben und Erwartungen diskutiert. Es wird keine typische Co-Trainer-Tätigkeit sein. Beide haben viel Einfluss, das ist für mich der Schlüssel zum Erfolg“, schildert der KAC-Coach.

Daum will sich jedoch im Hintergrund halten: „Es ist Österreichs und Mannys Team. Ich will helfen, wo ich nur kann. Ich weiß, was Manny tun möchte und ich will meinen Teil dazu beitragen.“

Fokus auf Jugend setzen

Beide wissen, wo der Hebel anzusetzen ist, um das Team längerfristig wieder auf dem A-Level  zu positionieren.

Viveiros („Es ist ein Kultur-Wechsel von Nöten“) mein etwa: „Jeder Jugend-Trainer muss die gleichen Ansichten vertreten und das gleiche System haben. Wenn ein junger Spieler auf das nächste Niveau kommt, darf es kein gravierender Unterschied sein. Er muss wissen, was die Erwartungen und Aufgaben am Eis sind. Das meine ich mit Identität. Wenn wir diese konstant verfolgen, werden wir Erfolg haben.“

Daum sieht das ähnlich: „Das Wichtigste ist, dass so viele junge Spieler wie möglich spielen und ihnen das beste Coaching geben. Das fängt bei den sechsjährigen Kindern an und dann müssen sie entwickelt werden. Vom jetzigen Standpunkt gesehen ist das 15 Jahre her, aber da muss man beginnen.“

Und wenn es um Nationalspieler, wie auch die rot-weiß-roten NHL-Exports Vanek, Michael Grabner und Andreas Nödl selbst geht, ist für den Black-Wings-Coach Professionalität Trumpf.

„Die Spieler müssen wissen, dass sie beim Nationalteam gut betreut werden, aber auch, dass von ihnen ein gewisser Standard ob ihres Spiels und ihres Verhaltens erwartet wird. Wir brauchen Spieler, die wollen und stolz sind, für Österreich aufzulaufen. Wenn sie nicht wollen, dann ist es kein Team. Und wenn du kein Team hast, braucht es andere Spieler.“

Rund um den 7. November treffen Daum und Viveiros anlässlich des freundschaftlichen Viernationen-Turniers in Ungarn (11.-13.11.) mit Japan und Italien erstmals als Teamkollegen im Dienst aufeinander.

Am Freitag sind sie vorerst noch Gegner. In beiden Fällen erwarten sie sehr schwere Aufgaben.

 

Bernhard Kastler

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