Offensiv hui, defensiv pfui

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Rückkehrer: Nikolas Petrik feierte sein Debüt im Nationaltrikot im zarten Alter von 21, feierte in Südkorea aber dennoch erst neun Jahre später mit 30 Jahren sein WM-Debüt. Nur 19 Länderspiele verbuchte der Dornbirn-Stürmer in der Zwischenzeit, nahm in Unterzahl und als Aggressiv-Leader aber eine wichtige Rolle im österreichischen Spiel ein. „Niki Petrik ist für die Mannschaft gerade durch seine Kampfkraft und in nummerischer Unterlegenheit ein wichtiger Faktor“, lobte Kapitän Thomas Koch den gebürtigen Villacher.

Hinterherlaufen: Die Österreicher begannen das WM-Turnier mit einem 3:2-Sieg und Dominique Heinrich erzielte gegen den Aufsteiger den Treffer zum 1:0. Es sollte das einzige Spiel bleiben, in welchem die ÖEHV-Mannschaften das erste Tor der Partie erzielte. Gegen Japan (0:1), Südkorea (0:3), Ungarn (0:2) und Slowenien (0:1) musste man stets einen Rückstand wettmachen.

Bester Verteidiger: Apropos Heinrich. Der Defender, der eigentlich gelernter Stürmer ist, zeigte in Südkorea, dass er durch seine Umschulung nichts von seiner Torgefährlichkeit eingebüßt hat und avancierte mit vier Treffern zum torgefährlichsten Verteidiger des Turniers. Interessant auch der Umstand, dass der 23-Jährige seine Treffer jeweils im Doppelpack gegen die Ukraine und Ungarn erzielte. In beiden Spielen traf er direkt hintereinander. In beiden Spielen gewann Österreich in der Overtime. In beiden Spielen sorgte Lebler in der Verlängerung für den Sieg.

Viel-Spieler: Und nochmals Heinrich, der bei Olympia den Cut noch verpasst hatte, nun aber jener Feldspieler war, der mit 102:31 Minuten die meiste Eiszeit der Österreicher hatte. Mit Respektabstand folgt mit Martin Schmunig (90:14) ein zweiter Spieler, der bei Olympia keine Berücksichtigung fand. Brian Lebler (86:58) hatte vor Matthias Iberer (84:45) und Markus Schlacher (84:53) die drittmeiste Eiszeit.

Shifts: Obwohl Stefan Bacher erst nach dem ersten Spiel nominiert wurde und somit eine Partie weniger in den Beinen hat, kommt er nicht auf die wenigsten Shifts. Mario Fischer wurde nur 55 Mal aufs Eis geschickt und hat mit 33:38 Minuten die geringste Eiszeit. Bacher bringt es auf 61 Einwechslungen. Die meisten Shifts verbuchen wenig verwunderlich die Verteidiger Heinrich (143), Schumnig (138) und Altmann (137).

Kapitän ohne Treffer: Es ist schon kurios, dass Koch, der gegen Slowenien sein 150. Länderspiel absolvierte, im gesamten Turnierverlauf trotz 15 Versuchen kein Tor bejubeln durfte. Dennoch beendet er das Turnier als punktbester Spieler (10) aller Nationen. Seine Linie konnte im Übrigen in allen Spielen bis auf das letzte gegen Slowenien punkten.

Schussgewaltig: Lebler ist mit 18 Schüssen auf das gegnerische Tor jener Spieler, der die meisten Versuche abgegeben hat. Daraus resultierten auch starke sechs Treffer, was eine Effizienz von 33,33 Prozent bedeutet. Auf den gleichen Schnitt kommt Heinrich, der zwölf Mal aufs Tor schoss und vier Mal erfolgreich war. Die wenigsten Schüsse feuerten Patrick Peter und Florian Mühlstein ab, die nur zwei Versuche in fünf Spielen abgaben.

Jüngstes Team: Durch die vielen Absagen war das Trainerteam gezwungen auf junge Spieler zu setzen. Im erweiterten Aufgebot standen zunächst 13 WM-Debütanten, am Ende schafften es zehn in den endgültigen Kader. Mit im Durchschnitt 25 Jahren stellten die Österreicher das jüngste Team des Turniers, gefolgt von Slowenien (26), Ungarn (27), Japan (27), Südkorea (27) und Ukraine (28).

All-Star-Team: Im All-Star-Team der Weltmeisterschaft Division 1A scheinen gleich drei Österreicher auf. Den Sturm bilden Kapitän Thomas Koch gemeinsam mit Brian Lebler und dem Slowenen Jan Urbas. In der Verteidigung dürfen sich Dominique Heinrich und der Ungar Marton Vas über die Nominierung freuen. Im Tor steht Salzburg-Goalie Luka Gracnar, der in fünf Spielen zwei Shutouts feiert. Außerdem wird der Slowene von den Medienvertretern zum Most Valuable Player (MVP) des Turniers gewählt.

Sebastian Rauch

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