Nationalliga-Aus droht, Verband nimmt Stellung

Aufmacherbild
 

Wie LAOLA1 am Donnerstag berichtete zogen die VEU Feldkirch, der EHC Lustenau und die Zeller Eisbären ihre Nennung für die Nationalliga zurück. Somit würde in der Saison 2012/2013 mit dem EHC Bregenzerwald nur mehr eine österreichische Mannschaft in der zweithöchsten Spielklasse vertreten sein.

VEU-Coach Michael Lampert macht im Gespräch mit LAOLA1 den Verband für die untragbare Situation verantwortlich.

Der ÖEHV reagiert und nimmt in Person von Vizepräsident und
Wettspielreferent Peter Schramm sowie Nationalligasprecher Christian Gross Stellung:

In der letzten Nationalligasitzung Anfang Juni wurden alle an der Nationalliga interessierten Vereine darüber informiert, dass der Slowenische Eishockeyverband mit einigen Klubs an dieser Meisterschaft teilnehmen möchte. Bis zum Nennschluss haben sich VEU Feldkirch, EHC Lustenau, EK Zell am See und EHC Bregenzerwald zur Teilnahme an der Saison 2012/13 angemeldet. Am Donnerstag zogen bis auf den EHC Bregenzerwald die anderen drei österreichischen Klubs aus nicht nachvollziehbaren Gründen ihre Nennung wieder zurück. Vizepräsident und Wettspielreferent Peter Schramm sowie Nationalligasprecher Christian Gross nehmen zu den wichtigsten Streitpunkten Stellung.

Thema weite Anfahrtswege und Fahrtkosten:

Peter Schramm: Die Anfahrtswege bleiben in etwa gleich. Die slowenischen Vereine liegen beinahe direkt hinter der Landesgrenze von Kärnten. Daher ist der Fahrtweg ähnlich wie nach Graz in der letzten Saison. Zuletzt wurde auch der Zusammenschluss der bisherigen Eliteligen diskutiert. Diese Liga wird als gesamtösterreichisch verkauft. Vereine, die im Gespräch sind, liegen in Kärnten und auch im Burgenland. Daher kann hier die Wegstrecke nicht kürzer als in der geplanten Liga mit Slowenien sein. Vom Kärntner Landesverband haben wir eine schriftliche Bestätigung, dass die Kärntner Vereine an keiner überregionalen Meisterschaft teilnehmen werden.

Christian Gross: Die Reisebelastung würde in der neuen Saison sogar geringer werden. Auf Wunsch aller Vereine fallen die ungeliebten Farmteams weg. Zudem werden auch Kapfenberg und Dunaujvaros nicht mehr an der Liga teilnehmen. Bei unserer Sitzung Anfang Juni wurde klar widerlegt, dass weitere Strecken zurückgelegt werden müssten. Die Reisekosten können für die Vorarlberger Teams kein ernsthaftes Thema sein, da Vorarlberg als einziges Bundesland 70 bis 80 Prozent der Fahrtkosten fördert.

Schramm sieht die Schuld nicht nur beim ÖEHV

Thema Planungsunsicherheit…

Peter Schramm: Wir befinden uns definitiv in einer schwierigen Situation. Nach dem Aufstieg von Innsbruck und Dornbirn, dem Wegfall der Farmteams sowie dem Verzicht von Graz und Kapfenberg sind plötzlich sieben der elf österreichischen Mannschaften nicht mehr dabei. An diesem Verlust kann nicht allein der ÖEHV schuld sein. Wir wollen mit der neuen Meisterschaft eine Planungssicherheit und für drei bis fünf Jahre einen Rahmen schaffen. Zwischen acht und zehn Teams sollen an dieser Liga teilnehmen. Wir möchten in Zukunft noch anderen Vereinen die Chance bieten, sich dieser Liga anzuschließen.

Christian Gross: Bei der letzten Sitzung wurde klar gesagt, welche Vereine an dieser neuen Liga teilnehmen möchten. Wir haben alle gewusst, dass es bis zu sechs slowenische Klubs sein könnten. Diese Saison sollte als Start für eine gute Zukunft angesehen werden. Denn auch in der Erste Bank Eishockey Liga gibt es mit der U20-Liga einen Neustart. Hier ist eine Reduzierung der Altersgrenze in den nächsten Jahren eine mögliche Variante. Dies würde österreichischen Vereinen wieder eine Teilnahme an der Nationalliga ermöglichen. Diesen Weg müssen wir gemeinsam gehen. Der ÖEHV hat stets versucht, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Dass sich einige Vereine finanziell übernommen haben, liegt nicht am ÖEHV, der in den Verhandlungen um die Spielergehälter keinen Einfluss nehmen kann. Aus diesem Grund hat der ATSE zuletzt einen Schlussstrich ziehen müssen. Auch Kapfenberg hat Probleme, Feldkirch und Lustenau mussten zuletzt schon budgetär leiser treten. Der Beitritt der slowenischen Klubs wäre eine Hilfe gewesen, eine qualitativ gute Liga für österreichische (Nachwuchs)Spieler auf semiprofessionellen Niveau auf die Beine zu stellen.

Thema weniger Fans und weniger Sponsoren…

Peter Schramm: Die Erste Bank Eishockey Liga geht mit einem guten Beispiel voran. Auch hier hat es einige Zeit gedauert, bis die ausländischen Mannschaften in Österreich vom Publikum angenommen wurden. Wenn sich die Vereine aus der Nationalliga zurückziehen, bleibt nur die Rückkehr auf das Niveau der Landesliga. Hier muss man dann nicht nur um den Rückgang des Zuschauerinteresses, sondern auch um den Rückgang der sportlichen Wertigkeit fürchten.

Christian Gross: In den vergangenen Jahren waren immer nur die Derbys ein Publikumsmagnet, das bleibt ja nach wie vor so mit den Vereinen in Vorarlberg. Es wurde immer kritisiert, dass die Farmteams KAC, Linz und Vienna Capitals keine Zuschauer bringen würden. Mit den slowenischen Klubs kann es also nicht schlechter werden. Der Abgang von Dornbirn und Innsbruck macht sich in den Zuschauerzahlen sicher bemerkbar. Aber dieser Abgang kann auch als Erfolg angesehen werden: das bedeutet ja, dass in der Nationalliga nicht schlecht gearbeitet wurde.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen