Red Bull steigt beim EHC München ein

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München, ein Tal der Tränen: Nachdem der FC Bayern sein „Finale dahoam“ der Champions League gegen Chelseas denkbar unglücklich verlor, herrscht kollektive Katerstimmung.

Schauplatz-Wechsel: Zwölf Kilometer entfernt von der Allianz Arena. Im Olympia-Eiszentrum dürfen die Verantwortlichen des EHC München aufatmen. Die Rettung ist geglückt, dank Red Bull.

Der Energy-Drink-Hersteller kann mit dem Einstieg als Namens- und Hauptsponsor das drohende Aus abwenden. So nahe liegen Glück und Unglück am „Weißwurst-Äquator“ beisammen.

Zudem erfüllt sich Dietrich Mateschitz einen lange gehegten Traum. Jenen der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

„Beste Nachricht des Jahres“

„Das ist die die beste Nachricht des Jahres. Ich bin froh und dankbar, dass wir die Chance bekommen, unsere Arbeit hier fortzusetzen und unser Konzept weiterzuentwickeln“, meint Christian Winkler, der bisherige Sportdirektor des Tabellen-Elften.

Im Zuge der Re-Organisation übernimmt er gemeinsam mit Claus Gröbner die Geschäftsführung. „Wir sind stolz, dass wir mit Red Bull ein Unternehmen mit globaler Strahlkraft begeistern konnten. Das ist eine extrem starke Marke und steht gerade im Sport für höchste Qualität“, so Gröbner.

Zunächst läuft die Kooperation mit dem Getränke-Riesen für die Saison 2012/13. Der Name: EHC Red Bull München.

Wiederholt sich der Erfolg in München?

Seit Jahren liebäugelt „Big Boss“ Mateschitz mit einem Engagement in der DEL, nun wird dieses endlich Realität. Ob der Erfolg ebenso einkehrt wie einst in Salzburg, darf bezweifelt werden. 2000 übernahm das Unternehmen den damaligen Nationalligisten.

Fünf Jahre später gelang der Aufstieg in die EBEL, der Beginn einer ruhmreichen Ära. Dem Premieren-Titel 2006/07 sollten bis dato drei weitere Folgen. Zudem standen die „Mozartstädter“ in den letzten sieben Spielzeiten sechs Mal im Finale.

Dass München ein ähnliches Potenzial bietet, daran besteht für Gröbner überhaupt kein Zweifel: „Ich bin überzeugt, dass wir allerbeste Voraussetzungen haben, um sportlich und wirtschaftlich weiter zu wachsen.“

Balsam für die Münchner Seele

Lange Zeit sah es für das Sorgenkind gar nicht gut aus. Nach dem Pokal-Sieg 2010 und dem Sprung in die DEL soll man ein Minus von drei Millionen Euro geschrieben haben. Zuletzt scheiterten Versuche, „städtische Unternehmen für die Werbekooperation zur Erhaltung zu gewinnen“, war am 7. Mai auf der Homepage zu lesen.

Weiter hieß es, dass bis auf München „alle 13 DEL-Vertreter von städtischen Unternehmen gefördert bzw. gesponsert“ würden. „Die Gesellschafter sehen nur noch die Option eines Umzugs des Clubs.“

Ein solches Szenario wurde durch Red Bulls Einstieg abgewendet. Balsam für die gebeutelte Münchner Seele. Wenn auch nur ein kleines bisschen.

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