Aufmacherbild

"Wir sind alle schockiert"

Fast zeitgleich mit der Eishockey-Mannschaft von Lokomotive Yaroslavl
brach auch der österreichische Torhüter Bernd Brückler mit seinem neuen Club Sibir Novosibirsk zum ersten Auswärtsspiel in dieser Saison auf.

Unmittelbar nach der Landung im rund eine Flugstunde entfernten Omsk erfuhren sie vom Unglück ihrer Kollegen. Der Flieger mit der Mannschaft von Lok Yaroslavl, einem Verein der Kontinentalen Eishockey-Liga (KHL), war am Mittwoch kurz nach dem Start abgestürzt. Mindestens 44 Menschen, darunter viele Spieler, sind dabei ums Leben gekommen.

"Schwer zu verarbeiten"

"Wir sind alle schockiert. Es ist schwer zu verarbeiten, weil man die Leute kennt", sagte Brückler. Ein Spieler von Nowosibirsk etwa hatte noch Vertrag in Yaroslavl, ist aber nach Novosibirsk gewechselt. Brücklers Vorgänger als Torhüter von Sibir hat im Sommer in Jaroslawl unterschrieben.

Brückler macht das Unglück sehr nachdenklich. "Wir haben denselben Lebensstil, leben in der gleichen Situation. Ich bin gerade aus einem russischen Flieger gestiegen", meinte der 29-jährige Steirer.

Bis zu fünf Stunden im Flieger

Flugreisen sind in der KHL-Meisterschaft, in der auch Clubs aus Weißrussland, Kasachstan, Lettland und der Ukraine teilnehmen, unablässig.

Novosibirsk liegt rund 2.800 km östlich von Moskau, zu den Auswärtsreisen geht es stets im Flieger, meist nicht in einem Hin- und Retourtrip. So sah der Plan von Novosibirsk vor der Absage der ersten Runde vor, dass die Mannschaft unmittelbar nach dem Spiel in Omsk noch Mittwochnacht weiter nach Astana in die kasachische Hauptstadt reist.

Bis zu fünf Stunden (nach St. Petersburg) sitzen Brückler und seine Clubkollegen im Flieger.

Michael Grabner ist gedanklich bei den Familien der Opfer

Stars beklagen Tragödie

"Eine weitere Tragödie und ein Verlust für die Hockey-Welt. Meine Gedanken und Gebete gehen hinaus zu all den Familien. Ich zittere, wenn ich daran denke", twitterte der österreichische NHL-Spieler Michael Grabner von den New York Islanders.

"Auch wenn diese Tragödie tausende Kilometer von unseren Arenen entfernt passiert ist, ist sie ein katastrophaler Verlust für die Eishockeywelt, inklusive unserer NHL-Familie, die so viele Väter, Söhne, Mitspieler und Freunde verloren hat", sagte NHL-Commissioner Gary Bettman in einer Presseerklärung.

Ovechkin unter Schock

"Ich stehe unter Schock", teilte der russische Superstar Alexander Ovechkin von den Washington Capitals via Twitter mit.

"Mein tiefstes Beileid den Familien und Freunden von Lokomotive. Meine Gedanken und Gebete sind mit den Frauen, Kindern und Eltern der Opfer", ergänzte Russlands Nationaltorwart Ilya Bryzgalov (Philadelphia Flyers).

"Ich habe lange nicht mehr getwittert, aber heute will ich etwas sagen: Mein aufrichtiges Beileid an die Familien der Jaroslawl-Spieler und Trainer sowie meiner guten Freunde Josef Vasicek, Jan Marek und Karel Rachunek. Wir werden euch nie vergessen", sagte Tschechiens Stürmer Martin Havlat (San Jose Sharks).

Mehr zum Thema Zum Seitenanfang»