"Ich versuche perfekt zu sein"

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Die Pläne des Linz-Trainers

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"Die Liga ist besser, als viele meinen"

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Die Black Wings Linz haben den Saison-Auftakt gegen Medvecsak Zagreb mit 3:2 gewonnen.

Die Mannschaft aus der Stahlstadt überzeugte mit schnellem Offensivspiel, vergab am Ende aber eine Vielzahl an Chancen, weshalb es schlussendlich nur zu einem knappen Sieg über die Kroaten reichte.

Am Sonntag gastieren die Oberösterreicher nun im Rahmen der zweiten Runde bei den Vienna Capitals. (LIVE ab 17:25 bei ServusTV und im LAOLA1-LIVE-Ticker)

Nimmt man den Liga-Auftakt als Maßstab, dürfen sich die Fans auf ein Tor-Festival einstellen. Beide Mannschaften stehen für viel Tempo und Offensiv-Power.

Neben dem Spiel wird auch die neue Halle der Capitals im Mittelpunkt stehen.

„Wir haben unter anderem zwei neue Videowalls, 125 Fernseher, ein Entertainment-Programm. Außerdem wurde  die Kapazität auf über 7.000 Plätze erweitert. Eine neue Sky-Lounge mit 24 Logen wird künftig weiteren 110 Personen Platz bieten“, führt der geschäftsführende Manager der Wiener, Franz Kalla, aus.

Ein würdiger Einstand für einen Trainer wie den neuen Black-Wings-Chef Rob Daum, der in der umgebauten Albert-Schultz-Halle seine Auswärts-Premiere feiert.

LAOLA1 hat sich mit dem Kanadier getroffen und mit ihm über seine Spiel-Philosophie, das Engagement in Linz und die Zielsetzung für die Saison geredet.

LAOLA1: Herr Daum, warum haben Sie sich für Linz entschieden?

Rob Daum: Ich hatte die Möglichkeit, im letzten Jahr nach Linz zu kommen, die Mannschaft spielen zu sehen und ein bisschen die Stadt kennenzulernen. Da habe ich dann auch die Verantwortlichen getroffen und das war für mich sehr entscheidend. Denn immer wenn man einen Job annimmt, sind die Qualität und das Know-How der Menschen sehr wichtig, mit welchen man zusammenarbeitet. Ein weiterer Faktor für ein Engagement ist, dass einem die Stadt gefällt, in welcher man künftig arbeiten wird. Ich war in der glücklichen Position, sagen zu können, dass ich alles mochte, was ich gesehen habe. Die Stadt, die Leidenschaft der Fans und ich hatte von Anfang an das Gefühl das Peter (Freundschlag Anm.) und Christian (Perthaler Anm.) sehr ehrenhafte Menschen sind, mit welchen ich gerne zusammenarbeiten würde.

LAOLA1: Sie haben gesagt, sie waren bereits im Februar hier. Wurde damals schon über die Nachfolge von Kim Collins verhandelt?

Daum: Wir haben damals noch gar nicht verhandelt, sondern Christian gab mir die Möglichkeit, die Menschen hier kennenzulernen und mir die Stadt anzusehen. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Gespräche, was eine Anstellung meinerseits betrifft. Nach der Saison, als der Job dann verfügbar war, haben Christian und ich uns zusammengesetzt und detaillierter über das Ganze gesprochen.

LAOLA1: Es ist ihr erster Job in Österreich. Was sind die Unterschiede zwischen dem Eishockey hierzulande und in Nordamerika?

Daum: Wir hatten bisher erst ein Spiel, aber ich bin sehr beeindruckt von den österreichischen Spielern in meinem Team. Es ist eine gute Liga und besser, als es viele erachten. Wenn man die Pre-Season ansieht, dann haben sich die Vereine auch gegen deutsche Mannschaften sehr gut geschlagen. Da lässt es sich schnell erahnen, dass die Liga besser sein muss, als sie von den Leuten in Europa gesehen wird.

LAOLA1: Wie zufrieden sind Sie mit der Mannschaft an sich?

Daum: Ich bin sehr zufrieden mit der Art, wie sich meine Mannschaft bisher präsentiert. Wir haben eine gute Mischung von tollen Charakteren. Das Team war sehr offen für Änderungen, die ich vornehmen wollte. Meine Spieler sind ehrgeizig zu lernen und zu arbeiten. Sie haben in einem kurzen Zeitraum große Fortschritte gemacht. Aber wir müssen noch sehr viel arbeiten, denn wir sind noch lange nicht da, wo wir im Laufe der Saison noch hin wollen. Wenn die Playoffs beginnen, will man das Beste zeigen, was man kann.

LAOLA1: Die Ergebnisse haben sowohl in der Vorbereitung als auch zum Liga-Auftakt gestimmt.

Daum: Wenn man als neuer Coach in eine Mannschaft kommt, macht es der Erfolg zu Beginn leichter, dass das, was man den Spieler lehrt, angenommen wird. Von diesem Blickwinkel ist es sehr positiv, aber ich muss betonen, dass wir noch sehr viel Arbeit vor uns haben.

LAOLA1: Sie sind bekannt dafür, neue Wege zu gehen. Was versuchen Sie, den Spielern zu vermitteln?

Daum: Ich lehre alles. In allen Bereichen müssen wir uns verbessern, aber ich persönlich lege sehr viel Wert auf die kleinen Details. Es ist keine Frage, ob man die Dinge macht, sondern, dass man sie sehr genau durchführt und dieses Niveau auch hält. Ich versuche perfekt zu sein, wohlwissend, dass das nicht geht. Jeden Tag wollen wir besser werden und irgendwann zu dem Punkt kommen, um unser gesamtes Potenzial ausschöpfen zu können. Das braucht viel Arbeit und die werden wir weiterhin machen. Meine erste Priorität ist es mein Bestes für die Black Wings zu geben und ich möchte alles tun, um dem österreichischen Eishockey zu helfen, sich zu entwickeln. Wie mein Beitrag diesbezüglich aussehen wird, kann ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Aber ich werde alles tun, um das ganze besser zu machen.

LAOLA1: Was haben die Verantwortlichen als Ziel ausgegeben?

Daum: Sie haben mir keine speziellen Ziele genannt. Wir haben einen Plan als Team und wollen in diesem Jahr, ein Fundament bauen, auf das wir in den nächsten Jahren setzen können. Oft werden Menschen emotional, wenn die Dinge nicht so verlaufen, wie sie sich das von Beginn an gewünscht haben. Aber man braucht Geduld und Zeit, um die Fortschritte zu sehen und das Team aufzubauen und das ist auch deren Plan. Es wird nicht erwartet, dass wir über Nacht alles erreichen.

LAOLA1: Was ist ihr persönliches Saisonziel?

Daum: Es ist wichtig, dass wir die Playoffs erreichen. Wenn wir diese erreicht haben, werden wir einen Schritt nach dem anderen machen. Wir müssen erst schauen, was die anderen Teams so drauf haben, um zu sehen welche Ziele für uns realistisch sind. Im Moment ist das Playoff das Ziel. Wenn man dort ist, kann alles passieren.

LAOLA1: Wer ist in ihren Augen der Favorit auf den Meistertitel?

Daum: Das ist leicht zu beantworten, nachdem Salzburg in den letzten Jahren dominiert hat. Aber die Konkurrenz schläft nicht und Klagenfurt und Wien sind auch sehr gute Mannschaften. Diese Teams sind die Elite in der Liga und die anderen versuchen dagegenzuhalten.

LAOLA1: Ihr neuer Stürmer Mike Ouellette hat gesagt Linz wird Meister. Müssen Sie ihre Spieler nach dem erfolgreichen Auftakt und der Preseason ein bisschen vom hohen Ross holen?

Daum:  Das ist die Art wie die Spieler denken sollen. Das ist die Einstellung, die wir haben wollen und auch brauchen. Als Trainer werde ich dies sicher nicht bekämpfen, denn das ist der Fokus, den wir wollen. Ich finde es gut, dass Mike so denkt und hoffe, dass alle anderen in unserer Umkleidekabine dasselbe glauben.

Sebastian Rauch und Christoph Köckeis

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