Siege für die Ewigkeit

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Rot-Weiß gegen Blau-Weiß. KAC gegen VSV. Am Sonntag ist es wieder soweit. Kärnten erlebt sein 296. Eishockeyderby und ist wieder einmal zweigeteilt. Und wie immer im Sport, jubelt die eine Hälfte lauter als die andere. In diesem Fall sind das die „Adler“ aus Villach, die die bisherigen Saison-Duelle für sich entscheiden konnten. Saisonübergreifend hat Klagenfurt sogar die letzten drei Spiele gegen den Erzrivalen verloren.

Zu Recht fragen sich daher viele KAC-Fans, wann die „Rotjacken“ wieder ein Derby für sich entscheiden? LAOLA1 hat drei Gründe gefunden, warum am Sonntag der KAC das Eis als Sieger verlässt, und ebenso, wieso der VSV dies zu verhindern weiß.

Die Situation ist nicht neu

Der KAC gehört zu erfolgreichsten Teams der letzten drei Jahre. Zweimal standen die Rotjacken im Finale und einmal konnte der Grunddurchgang gewonnen werden. Viele Spieler kennen die Situation mit einem Zwischentief bereits und daher lassen sie sich auch nicht aus dem Konzept bringen.

Der KAC zeigt sich als Team

Der Verein und das Team treten zudem als Einheit auf. Was auch gut an der Situation mit Trainer Christian Weber erkannt werden konnte, als er wegen einer Erkrankung seiner Frau die nötige Auszeit bekam und durch Ex-Coach und Sportdirektor Manny Viveiros problemlos ersetzt wurde. Als es seiner Gattin wieder besser ging, trat der ÖEHV-Coach ohne Widerrede ins zweite Glied zurück. Eine so ruhige Trainerrochade ist im Sport nicht oft zu vernehmen.

Das Lazarett lichtet sich

Wenn es einen Verein gibt, der von Verletzungspech sprechen kann, so ist dies der KAC. Zwischenzeitlich musste der Rekordmeister elf Spieler vorgeben. Derzeit sind es zwar mit Nikolaus Holzer, Maximilian Isopp, Herbert Ratz, Gregor Hager, Patrick Harand, Raphael Herburger, Tyler Spurgeon und Tyler Scofield immer noch acht „Rotjacken“, aber es flackert Licht am Ende des Tunnels durch.

583 Spiele NHL-Erfahrung

Mit Tyler Myers und Sam Gagner besitzt der KAC eine NHL-Erfahrung von fast 600 Partien. Mit Druck können die zwei Übersee-Stars daher problemlos umgehen.

Auch, weil Myers und Gagner selber Derby-Erfahrung mitbringen. Für den 22-jährigen Buffalo-Sabres-Verteidiger sind Spiele gegen die Boston Bruins immer ein Saison-Highlight. Ebenso weiß Gagner wie sich der „Battle of Alberta“ zwischen seinen Edmonton Oilers und den Calgary Flames anfühlt.

Einem KAC-Sieg  stehen aber noch mindestens 60 Spielminuten und der VSV gegenüber.

Denn die Villacher wollen auch das dritte Saisonderby für sich entscheiden und das Kalenderjahr 2012 ohne Niederlage gegen den Lokalrivalen überstehen. Warum dies den „Adlern“ gelingt, hat ebenfalls drei Gründe:

Villach durfte bereits 121-mal jubeln

Offensiv-Stärke

Der VSV ist die unbestrittene Offensiv-Macht der Liga. In 30 Spielen erzielten die „Draustädter“ 121 Tore, was ein Schnitt von 4,03 Treffern pro Spiel ist. John Hughes, Derek Ryan und Kollegen sind schwer zu stoppen und für jede Verteidigung eine Herausforderung. Zudem sind die Villacher das bis dato einzige Team der Liga, welches heuer ein Spiel zweistellig gewann - 11:2 in der 27. Runde gegen den damaligen Tabellenzweiten Medvescak Zagreb.

Hannu Järvenpää

Der finnische Trainer passt zum VSV wie die Faust aufs Auge. Järvenpää wurde vor der Saison von Liga-Konkurrent Olimpija Ljubljana verpflichtet und hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, den "Adlern" ein neues Gesicht zu verleihen. Wurden die „Blau-Weißen“ in der Vergangenheit mit Härte gleichgesetzt, so zeigt Villach diese Saison Eishockey auf hohem technischen Niveau.

Zudem ist der 49-Jährige ein wahrer Taktik-Fuchs. Für jedes Spiel und gegen jeden Klub gibt es eine eigene Strategie, die größtenteils auch zum Erfolg führt. Dementsprechend wird der VSV auch am Sonntag perfekt eingestellt sein.

2012 ohne Derby-Niederlage

Spiele werden gewonnen, Spiele werden verloren. Doch Derbys bleiben für die Ewigkeit. Das Jahr 2012 ohne eine Niederlage gegen den Erzrivalen ist Motivation genug. Das letzte Mal als dies den Draustädtern gelang, zeigte der Kalender die Jahre 2006 und 2007 an.

Die VSV-Fans erinnern sich nur allzu gerne an diese Zeit zurück. Denn nicht nur, dass die „Blau-Weißen“ in 17 Derbys in Folge das Eis als Sieger verließen, wurde zudem 2006 der bis dato letzte Titel in die Drau-Metropole geholt.

Sonntag ist der dritte Advent und eigentlich die Zeit um in sich zugehen. Doch wenn die Auslosung ein Derby vorsieht, dann muss die dritte Kerze eben früher angezündet werden, die Kekse schneller verspeist und die Lieder rascher gesungen. Denn ab 17:30 Uhr wird in der Klagenfurter Messehalle wieder gesehen, wie Kärnten zweigeteilt ist.

 

Alexander Planasch  

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