Freiluft-Eishockey: Es wird wieder ausgewandert

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Teile Europas befinden sich im Eishockey-Ausnahmezustand, denn am Wochenende ist es wieder soweit.

Die Hallen werden verlassen, in Fußballstadien werden Eisrinke errichtet und vor mehreren 10.000 Fans wird der schnellste Mannschaftssport der Welt gespielt.

Mit Freitag beginnen in der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) die „Bezigrad IceFest“-Spiele von Laibach und am Samstag treffen in Nürnberg die Thomas Sabo Ice Tigers auf die Eisbären Berlin.

>>>Ljubljana-VSV LIVE am Freitag, ab 19:10 Uhr auf LAOLA1<<<

„Back to the roots“

Der Eishockeysport wurde vor mehr als 100 Jahren auf kanadischen Seen erfunden und nähert sich mittlerweile traditionell in jedem Winter für ein paar Partien seinen Wurzeln an.

Das erste Open-Air-Spiel der "Neuzeit" wurde 2003 in Edmonton zwischen den Oilers und dem NHL-Kontrahenten aus Montreal bei -18 Grad vor 57.167 Zusehern gespielt.

Der Sieger ist bei solchen Ereignissen meist zweitrangig, dennoch konnten sich die Canadiens über einen 4:3-Erfolg freuen.

Die NHL ist im "Lock-out"

Vom Besucheransturm und Medieninteresse beflügelt, gab es daher seit 2008 in der NHL am Neujahrstag das traditionelle Winter-Classic. Heuer hätte es im Michigan Stadium zwischen den Toronto Maple Leafs und den Detroit Red Wings vor über 100.000 Zusehern stattfinden sollen, was zugleich der Besucher-Weltrekord für ein Eishockeyspiel gewesen wäre.

Da sich die NHL aber seit September in ihrem dritten Lockout befindet, muss weiterhin im Konjunktiv gesprochen werden - das Spiel wurde abgesagt. Ob es zu einer Neuaustragung kommen wird, wurde noch nicht entschieden.

Angestachelt vom US-amerikanischen Erfolg, finden seit Jahren auch in diversen europäischen Ligen Freiluftspiele statt.

In der EBEL kam es am 9. Jänner 2010 in der Hypo Group Arena in Klagenfurt vor 30.500 Zusehern zum Kärntner Derby zwischen dem KAC und dem VSV. Die Villacher triumphierten im bis dato zuseherreichsten Spiel der heimischen Hockey-Liga mit 3:1.  

KAC-Goalie Rene Swette war in Zagreb kalt

Zagreb ist mehr als eine Bereicherung

Der kroatische Liga-Vertreter Medvescak Zagreb ist für seine kreativen Ideen mittlerweile bekannt. In der Saison 2011/2012 veranstalteten die „Bären“ das „Salata Open Air“ in einem kleinen aber feinen Fußballstadion vor 4.500 Zusehern. „Zig-Zag Medvescak“ traf bei Minusgraden auf Olimpija Ljubljana (3:1) und auf den KAC (3:0).

In der heurigen Saison wandelte der Verein aus der kroatischen Hauptstadt das Amphitheater von Pula in eine Hockey-Arena um. Wo einst Gladiatoren um ihr Leben kämpften, fighteten im September 2012 bei fast sommerlichen Temperaturen die Vienna Capitals (4:1) und Ljubljana (2:3) um Punkte.

Mit dem „Bezigrad IceFest“ in Laibach, verlassen erstmals die „Drachen“ ihre Halle. Am Freitag trifft der Liga-Zehnte auf den VSV (LIVE ab 19:10 Uhr auf LAOLA1), in weiterer Folge auf Zagreb und abgeschlossen wird das Spektakel am Dienstag gegen den KAC. Da Tickets nur mehr Mangelware sind, kann bei jedem Spiel mit mehr als 10.000 Fans gerechnet werden.

„Es wird großartig, wieder im Freien zu spielen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das das letzte Mal gemacht habe“, freut sich Ljubljanas NHL-Superstar Jan Mursak bereits auf das Event.

In Deutschland ist alles größer

Am Samstag kommt es im easyCredit Stadion in Nürnberg zum Aufeinandertreffen zwischen den Thomas Sabo Ice Tigers und den Eisbären Berlin. Das Stadion wird mit mehr als 50.000 Zusehern restlos ausverkauft sein und somit das meist besuchte DEL-Spiel der Geschichte werden.

Ein ungewohntes Bild in Gelsenkirchen

Das Eishockeyspiel mit der größten Zuseher-Anzahl in Deutschland ist es aber dennoch nicht. Im Zuge der Weltmeisterschaft 2010 wurde das Auftaktspiel zwischen dem Gastgeber und den USA (1:2) in der Veltins-Arena auf Schalke vor 77.803 Fans ausgetragen. Dieses Spiel ist zusätzlich auch der europäische Rekordhalter.  

Freiluftspiele haben einen besonderen Flair. Der Puck wird zum Teil  zwar nicht mit jener Schärfe gesehen wie in einer Halle, doch unter freiem Himmel seinen Lieblingssport zu frönen, ist sowohl für die Spieler als auch für die Fans ein unvergessliches Erlebnis.

Sollte man am Wochenende nicht in die slowenische Hauptstadt reisen können bzw. keine Karte ergattert haben, so kann man sich getrost auf der Couch zurücklehnen, denn LAOLA1 überträgt das Spiel am Freitag zwischen Ljubljana gegen den Villacher SV ab 19:10 Uhr LIVE.

 

Alexander Planasch

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