Der KAC will Revanche für das 1:5 in Graz

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„Mission 30“. Mit diesem Ziel – oder auch dieser Bürde – startet der KAC jetzt schon zum vierten Mal in die EBEL-Playoffs.

29 Mal krönten sich die „Rotjacken“ bereits zum österreichischen Meister, heuer soll endlich der langersehnte 30. Titel folgen.

Erst Sieg, dann Klatsche

Mit den Graz99ers wählten die Klagenfurter einen Playoff-Gegner, gegen den sie im Grunddurchgang der Erste Bank Eishockey Liga vier von sechs Aufeinandertreffen gewinnen konnten. Die Ausgangslage war also klar und die Kärntner legten auch einen annehmbaren Start hin.

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Der 2:1-Sieg im ersten Spiel der „best-of-seven“-Serie gegen die Grazer war zwar nicht glanzvoll, in Gefahr war er aber auch nie. Zu harmlos agierten die Murstädter. Umso überraschender traf dann wohl die meisten KAC-Fans die deutliche 1:5-Niederlage am vergangenen Dienstag in der steirischen Landeshauptstadt.

"Wir müssen nicht drum herum reden, wir waren schlecht in Graz“, analysierte Coach Christer Olsson sachlich, nicht ohne zu versprechen: „Wir werden uns steigern, am Freitag werden wir viel besser auftreten."

99ers wollen jetzt mehr

Das wird auch vonnöten sein, denn die Grazer haben jetzt Lunte gerochen. Vor allem das Forechecking funktionierte im heimischen Bunker tadellos und macht den 99ers Hoffnung auf mehr.

„Wir haben früh attackiert und permanenten Druck ausüben können, das war der Schlüssel zum Erfolg“, weiß auch Defender Kristof Rheintaler. Überbewerten will er das Spiel in Graz allerdings nicht, schließlich kann die Serie noch lange gehen.

„Es war nur ein Sieg, nicht mehr und nicht weniger. Wir müssen zumindest einmal in Klagenfurt gewinnen, um weiter zu kommen.“ Klappen soll das schon in Spiel drei, denn „Viele sagen, dass in einer „best-of-seven“-Serie das dritte Spiel richtungsweisend ist.“

Etwas anders sieht das Manny Viveiros. „Es gibt auch genug Experten, die behaupten, Spiel fünf sei das wichtigste, aber in Wirklichkeit ist in einer Playoff-Serie jedes einzelne Spiel gleich wichtig“, will sich der KAC-Sportdirektor dieser alten „Eishockey-Weisheit“ nicht anschließen.

Heimstärke als Trumpf

Vielmehr baut man beim KAC auf das Gesetz der Serie, denn vor eigenem Publikum konnten die Klagenfurter alle vier Saisonduelle gegen die Murstädter für sich entscheiden.

Doch es kommt noch schlimmer für die Grazer, denn der letzte Auswärtssieg der 99ers in der Messehalle datiert vom 4. Jänner 2011. Ganze sieben Spiele wartet man in der Steiermark schon auf einen vollen Erfolg in Klagenfurt.

„Vielleicht haben wir die Negativserie etwas in unseren Hinterköpfen, trotzdem glaube ich, dass wir stark genug sind, um am Freitag oder im nächsten Auswärtsspiel in Klagenfurt zu gewinnen“, glaubt Reinthaler an eine mentale Blockade seiner Mannschaft.

Statistik spricht für KAC

Rein statistisch gesehen ruhen die Kärntner Hoffnungen neben der Heimstärke auf John Lammers. Der Goalgetter erzielte 20 seiner 25 Saisontreffer auf heimischem Eis. Daneben schoss er zehnmal das wichtige 1:0 für den Rekordmeister.

Und auch eine weitere Statistik spricht für die Klagenfurter. Geht es knapp her, erweisen sich die routinierten „Rotjacken“ als die deutlich abgebrühtere Mannschaft.

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In Grunddurchgang und Zwischenrunde wurden drei Spiele des KAC in der Overtime entschieden, zweimal verließ man das Eis als Sieger. Die Grazer hingegen kassierten in sieben Verlängerungen fünfmal den entscheidenden Gegentreffer.

Gesetz der Serie und Statistiken hin, Mission 30 her, am Ende wird das zählen, was im Playoff-Eishockey am wichtigsten ist: „Man muss mehr eislaufen als der Gegner und köperbetont spielen.“

Treffender als Thomas Hundertpfund kann man es wohl kaum ausdrücken.

 

Fabian Santner

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