Mit Järvenpää und Ryan will man wieder in die Playoffs

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Es war ein Jahr zum Vergessen. Zumindest aus Villacher Sicht

Die Seuchensaison 2011/2012 endete für den VSV ohne Playoff-Teilnahme. Ein Schock für den Traditionsverein.

Mit neuem Coach in die Playoffs

Um so etwas nicht noch einmal zu erleben, wurden im Sommer die Weichen für eine Trendwende gestellt. Mit Hannu Järvenpää (HIER gehts zum Interview) verpflichtete man einen Coach, der in der vergangenen Spielzeit den Außenseiter Olimpija Ljubljana bis ins Playoff-Halbfinale führte. Ähnliches erwartet man vom 49-Jährigen jetzt auch in Villach.

„Das große Saisonziel ist natürlich das Erreichen der Playoffs. Ich verschwende keinen Gedanken daran, was danach kommt. Wir haben ein hartes Programm vor uns, aber soviel ich weiß, sind wir da nicht die Einzigen. Jedes Team will in die Playoffs. Aber ich habe Vertrauen in meine Mannschaft, und denke, dass wir es schaffen werden“, gibt sich der Coach jedenfalls selbstbewusst.

Aber nicht nur der Trainer kam vom Liga-Konkurrenten. Gleich fünf Spieler, die letzte Saison für die Slowenen auf dem Eis standen, halten jetzt ihre Knochen für die „Adler“ hin. Von einer „Laibach-Kolonie“ zu sprechen wäre natürlich etwas zu hoch gegriffen, aber der eine oder andere Fan, wird ob der Transferpolitik doch leicht irritiert gewesen sein.

Fünf Cracks aus Laibach

„Was ich mitbekommen habe, sind die Fans glücklich mit den Neuzugängen, es sind ja auch Top-Spieler. Wir betreiben hier professionellen Sport, und wollen den Zuschauern das bestmögliche Eishockey bieten. Die neuen Jungs werden das Beste für die Mannschaft geben, und solange sie sich ordentlich reinhängen und das eine oder andere Tor erzielen, werden die Fans, denke ich, sehr glücklich mit ihnen sein“, sieht der Neo-Coach die Situation jedoch sehr entspannt.

Neben den Ex-Laibachern John Hughes, Jean-Philippe LamoureuxBrad Cole, Scott Hotham und Justin Taylor verstärken Antti Pusa, Klemen Pretnar (beide Jesenice), Thomas Höneckl (RB Salzburg) und Daniel Nageler (Vienna Capitals) die Villacher. Zudem wurden Marius Göhringer und Patrick Platzer aus dem VSV Nachwuchs hochgezogen.

Last but not least konnte nach langem Hin und Her Derek Ryan von Fehervar losgeeist werden. Demgegenüber stehen sieben Abgänge. Förderlich für die Eingespieltheit der Mannschaft war diese Transferpolitik sicherlich nicht. „So ist das, wenn man Profi ist. Man hat immer wieder neue Spieler in der Mannschaft. Aber die Chemie ist großartig, wir sind eine gute Gruppe. Jeder kommt mit dem anderen aus, sowohl auf, als auch abseits des Eises. Es werden viele Witze gemacht und in der Kabine wird herumgeblödelt, es ist großartig“, sieht der 25-Jährige keinen Nachteil in den vielen Transfers.

Offensivpower mit Hughes und Ryan

Aber nicht nur Ryan wird kommende Saison im Fokus stehen, schließlich haben die Villacher mit dem Kanadier Hughes den MVP der vergangenen Spielzeit verpflichten können.

„John ist jung und entwickelt seine vollen Fähigkeiten noch. Er ist schon ein guter Spieler, aber er kann sicher noch besser werden. Wenn er weiter im Training alles gibt, und auch abseits vom Eis eine professionelle Einstellung beibehält, sind ihm nach oben keine Grenzen gesetzt“, ist Järvenpää von seinem Schützling begeistert.

Gemeinsam sollen die Angreifer den zuletzt lauen Sturm der Villacher wiederbeleben. Gerade einmal 128 Tore erzielten die „Adler“ vergangene Saison. Zum Vergleich: Alleine Hughes und Ryan kamen gemeinsam auf 51 Volltreffer. „Das Problem im letzten Jahr war sicherlich, dass wir zu wenig Tore geschossen haben“, ist sich auch Routinier Markus Peintner bewusst, was besser werden muss.

Kerschbaumer als Wechselgrund

Bei so vielen neuen Gesichtern mussten auch ein paar Cracks den Verein verlassen. Neben den Abgängen der Urgesteine Roland Kaspitz (Landshut Cannibals) und Niki Petrik (Dornbirn) ist natürlich der Wechsel von Bernhard Starkbaum hervorzuheben. Der Keeper verließ die Villacher nach sechs Jahren, um beim schwedischen Spitzenklub MODO anzuheuern.

Vor allem in der letzten Saison begeisterte der 26-jährige Nationaltorwart mit großartigen Paraden und führte die Liga mit 93,6% Save Percentage an.

Ein schweres Erbe also. Doch Neo-Goalie Lamoureux verspürt keinen Druck: „Bernhard hatte großen Erfolg hier, aber ich fokussiere mich auf mein Spiel, möchte mich jeden Tag verbessern, und dem Team helfen zu gewinnen“. Vor allem die Trainingsbedingungen in Villach haben es dem US-Amerikaner angetan. „Die Möglichkeit mit Torwarttrainer Markus Kerschbaumer zu arbeiten war sicherlich der Hauptgrund für den Wechsel zum VSV“, so der 28-Jährige.

Auf Neuzugang John Hughes liegen die VSV-Hoffnungen

Letzte Saison abgehakt

An die Spielzeit 2011/2012 verschwendet in Villach jedenfalls keiner mehr einen Gedanken. „Wir sind alle Profi genug um das abzuhaken. Direkt nach der Saison waren wir natürlich enttäuscht, da ist man dann zwei, drei Wochen down, aber das Leben geht weiter. Heuer ist ein neues Jahr und an die letzte Saison denkt man eigentlich gar nicht mehr“, hat Marco Pewal den Blick nach vorne gerichtet.

Der 33-Jährige, der letzte Saison das Kapitänsamt innehatte, wird künftig mit Derek Damon zusammen Assistant-Captain von Gerhard Unterluggauer sein. Das Trainerteam hat sich wegen dessen Erfahrung und Begeisterungsfähigkeit für Eishockey für den Nationalspieler als neuen Spielführer entschieden.

Auch Järvenpää möchte nicht zu sehr an Gestern denken: „Was in der Vergangenheit passiert ist, ist Geschichte. Aber natürlich muss man sich vor Augen halten, was letztes Jahr los war. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass man dadurch bescheiden bleibt. Auch die Spieler realisieren dadurch, dass sie noch härter als letzte Saison arbeiten müssen.“

„Wir sind alle aufgeregt, es sind viele neue Gesichter hier in Villach. Jeder in der Stadt und in der Umkleidekabine kann den Saisonbeginn kaum abwarten“, bringt Lamoureux die Stimmung innerhalb der Mannschaft auf den Punkt.

Es ist also alles angerichtet, um dem eishockeyverrückten Villach wieder Playoff-Atmosphäre zu bieten.

Zugänge: Derek Ryan (Fehervar), Jean-Philippe Lamoureux, John Hughes, Brad Cole, Scott Hotham, Justin Taylor (alle Olimpija Ljubljana), Antti Pusa (Jesenice), Hannu Järvenpää (Trainer/Olimpija Ljubljana), Marc Brown (Assistant Coach/ATSE Graz), Marius Göhringer (VSV Nachwuchs), Patrick Platzer (VSV Nachwuchs), Thomas Höneckl (RB Salzburg), Daniel Nageler (Vienna Capitals), Klemen Pretnar (Jesenice)

Abgänge: Bernhard Starkbaum (MODO Hockey), Roland Kaspitz (Landshut Cannibals), Niki Petrik (Dornbirn), Nico Toff (unbekannt), Christof Martinz (unbekannt), Marco Wieser (USA), Tomaz Razingar (?), Mike Stewart (Trainer)

 

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Fabian Santner/Gerfried Nagel

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