LAOLA1-Saisonvorschau: Graz99ers

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Bei den Graz99ers blieb über den Sommer kaum ein Stein auf dem anderen.

Zwölf neue Spieler heuerten in der steirischen Hauptstadt an, acht Cracks verließen die Murstädter und suchen fortan ihr Glück bei anderen Vereinen. 

Akribisch arbeiteten Head Coach Mario Richer und die Verantwortlichen des Klubs über den Sommer am neuen Kader für die kommende Saison.

„Durch das frühe Ausscheiden im letzten Jahr hatte ich viel Zeit zu reisen und mir gewisse Spieler vor Ort anzusehen. Ich war in Deutschland, Italien und anderen Ländern in Europa und habe meine Auswahl sehr bewusst getroffen“, so der Franco-Kanadier im Gespräch mit LAOLA1.

Erfahrung als Schlüssel

Dabei legte der 47-Jährige sein Hauptaugenmerk in der Spielerauswahl vor allem auf eine Komponente: Erfahrung.

In den Augen Richers war der Mangel dieser einer der Hauptgründe für das vorzeitige Ausscheiden der Grazer nach der Qualifikationsrunde der Vorsaison.

„Uns hat schlicht die Routine gefehlt, unser Team war zu unerfahren. Außerdem war der Kader nicht tief genug. Wir konnten die Schlüsselspieler bei Verletzungen nicht ersetzen.“

Ein Dutzend neue Spieler sollen nun eine längere Bank bieten, in erster Linie aber die allseits vermisste Abgebrühtheit in brenzligen Situationen bringen.

„Mit Bob Wren haben wir eine große Portion Routine nach Graz geholt. Er ist in der Liga kein Unbekannter, spielte ja bereits für die Vienna Capitals, war dort einer der Top-Spieler, und soll das Team ein bisschen führen. Außerdem sicherten wir uns die Dienste von Greg Day und Andy Delmore. Nun haben wir drei Spieler im Kader, die jenseits der 35 sind und die Liga gut kennen“, bringt es der Cheftrainer auf den Punkt.

Wren (l.) und Delmore sollen die jungen Spieler führen

Spielertausch mit den Capitals

Neben den „Oldies“ lotsten die Verantwortlich mit Martin Oraze, Tylor Holst und Sebastian Stefaniszin gleich drei Cracks von den Vienna Capitals zu den 99ers.

Im Gegenzug verließen mit den Stürmern Zdenek Blatny und Daniel Woger sowie Defender Sven Klimbacher und Torhüter Fabian Weinhandl vier Akteure die Grazer in Richtung Bundeshauptstadt. Eine besondere Transfer-Beziehung zwischen den beiden Vereinen gibt es nicht, die Erklärung für den regen Spieler-Austausch zwischen den Liga-Konkurrenten liegt für Richer auf der Hand.

„Die Capitals haben mehr Geld, so einfach ist das. Die Spieler, die zu uns gekommen sind, haben in Wien keinen Vertrag mehr bekommen und bei uns für weniger Gehalt unterschrieben.“

Als Team stärker als zuvor

Gerade Blatny, mit 46 Punkten in 47 Spielen bester G99-Scorer, wird für die Steirer individuell nicht zu ersetzen sein. Dennoch ist man in der Murstadt optimistisch, den Abgang des Tschechen ebenso wie jene Patrick Harands (KAC) oder Brett Lysaks (unbekannt) kompensieren zu können.

„Im letzten Jahr kamen die meisten Punkte von einer Linie. Heuer haben wir drei ausgeglichene Reihen und daher eine bessere Balance im Kader. Die Einzelspieler sind eventuell nicht so stark wie im letzten Jahr unser Einser-Block, allerdings haben wir drei Reihen, die in jedem Spiel treffen können. Es ist nicht so, dass ein Spieler eins zu eins ersetzt wird, aber im Ganzen werden wir mehr Punkte machen“, erläutert der Head Coach.

„Bisher machen sich die neuen Spieler sehr gut. Sie passen ins Konzept des Trainers und bringen die Eigenschaften mit, nach welchen sich der Coach vor der Saison umgesehen hat. Wir sind deutlich schneller geworden, technisch ausgereifter und sie verfügen auch über das nötige Körperspiel“, analysiert Verteidiger Cole Jarrett die neuen Teammitglieder.

Ziel sind die Playoffs

Der 29-jährige Kanadier wird auch in diesem Jahr, trotz der hochkarätigen Neuzugänge, das Amt des Kapitäns bekleiden.

„Der Coach hat mich gefragt, ob ich es wieder machen möchte. Bei uns wählt der Trainer seine Kapitäne aus und nicht wie bei vielen Mannschaften das Team. Der Trainer war zufrieden mit meiner Einstellung zum Team und weiß, dass ich ein Eishockey-Verrückter bin, der für den Erfolg und seine Kameraden alles gibt.“

Erfolg, der sich nach der verkorksten letzten Saison heuer einstellen soll.  „Das letzte Jahr war ein Schritt zurück und in diesem Jahr möchten wir einen großen nach vorne machen“, so die Kampfansage des Kapitäns.

Eine weitere Postseason ohne Beteiligung der Grazer ist für die Herren aus dem Bunker unvorstellbar.

„In diesem Jahr wollen wir in die Playoffs und die Top-Sechs knacken“, will Coach Richer Wiedergutmachung und nimmt dabei nicht nur sein Team in die Pflicht.

„Ich habe über den Sommer viel an unserem System gefeilt und auch die psychologische Seite für Spieler und Trainer beleuchtet. Aufgrund der Erfahrungen aus dem letzten Jahr werde ich kommende Saison ein besserer Coach sein.“

Erfahrung, ein Wort, dass dieser Tage in Graz in aller Munde ist.

Zugänge: Jean-Michel Daoust (Straubing Tigers/GER), Olivier Labelle (Reading Royals), Stefan Langwieder (Iserloh Roosters), Bob Wren (Ravensburg Towerstars), Sebastian Stefaniszin, Martin Oraze (beide Vienna Capitals), Greg Day (Medvescak Zagreb) Herbert Hohenberger (Co-Trainer/Nürnberg), Taylor Holst (Vienna Capitals), Andy Delmore (Ritten/ITA), Clemens Unterwereger (EKZ), Zintis Nauris Zusevics (Graz 99ers Nachwuchs)

Abgänge: Patrick Harand (KAC), Fabian Weinhandl, Zdenek Blatny, Daniel Woger, Sven Klimbacher (alle Vienna Capitals), Philippe Paquet (Frederikshavn), Brad Schell (Lillehammer), Patrick Maier (Thurgau/SUI/2), Brett Lysak (unbekannt)

Sebastian Rauch

>>>LAOLA1.tv zeigt jeden Freitag ab 19:15 Uhr das Topspiel des Spieltags LIVE<<<

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