Schwere Zeiten für die "Adler"

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Saisonvorschau 2014: VSV

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Dem VSV steht ein schweres Jahr bevor.

Die „Adler“ starten salopp gesagt mit einem Minus von 69 Toren in die EBEL-Saison. So viele Treffer haben nämlich Derek Ryan und John Hughes in der letzten Spielzeit erzielt. Zum Vergleich: Die nächsten drei in der teaminternen Torschützenliste, Curtis Fraser, Marco Pewal und Cole Jarrett kamen gemeinsam auf 63 Tore.

Das Jahr nach Ryan und Hughes

Jetzt sind die beiden weg. Hughes wurde aufgrund von disziplinären Vergehen rausgeworfen und heuerte in Salzburg an, Ryan machte von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und wechselte nach Schweden.

Die Verantwortlichen des VSV standen vor der großen Aufgabe, den Kader umzubauen. Denn einerseits konnte man die beiden Ausnahmekönner nicht einfach eins zu eins ersetzen und andererseits war das gesamte Spiel der „Adler“ auf die beiden ausgelegt.

Logischerweise wurde der Focus auf die Defense gelegt. Headcoach Hannu Järvenpää suchte sich bewusst Spieler aus, die auch nach hinten arbeiten.

Die Zeiten der bedingungslosen Offensive, die der Finne so gerne spielen lässt, dürften in Villach wohl vorbei sein. Es bleibt abzuwarten, wie die „Adler“ diesen Schnitt verkraften.

Neben den beiden Stars Ryan und Hughes müssen die Villacher künftig auch ohne „Arbeiter“ Markus Peintner auskommen. Zumindest auf dem Eis, denn der 33-Jährige bleibt der Organisation als Co-Trainer erhalten.

Weiters beendete Curtis Fraser, immerhin in der vergangenen Spielzeit drittbester Torschütze der Villacher, seine Karriere und der junge Alexander Rauchenwald, der eine starke Saison spielte, verließ seinen Stammklub in Richtung Salzburg.

Neu mit dabei sind mit John Lammers, Francois Fortier und Mark Santorelli drei liga-erprobte Cracks. Vor allem von den beiden Letztgenannten erwartet man sich viele Punkte, von Lammers erhofft man sich auch defensiv einiges.

Hierzulande ein noch unbeschriebenes Blatt ist Sean Ringrose. Der 26-jährige Center stand in den letzten fünf Saisonen für die University of Alberta auf dem Eis und trug dort zuletzt sogar das „C“ auf der Brust. Ob er gut genug für die EBEL ist, wird sich aber erst weisen.

Scott Hotham wurde aufgrund mangelnder Leistungen abgegeben und durch Geoff Waugh ersetzt. Der 31-jährige Kanadier sammelte mit Zagreb bereits genügend EBEL-Erfahrung und gilt als verlässlicher Shutdown-Defender.

Name

Alter Position Nation voriger Verein
John Lammers 28 LW Kanada KAC
Francois Fortier 35 LW Kanada Vienna Capitals
Philip Siutz 20 D Österreich Björkloven U20 (SWE U20)
Geoff Waugh 30 D Kroatien/Kanada Medvescak Zagreb (KHL)
Mark Santorelli 26 RW/LW Kanada/Italien HC Bozen
Sean Ringrose 26 C Kanada Univeristy of Alberta (CIS)

KADERBEWERTUNG:

TOR:

 

 

Im Tor ist bei den Villachern alles beim Alten geblieben. Jean-Philippe Lamoureux ist die unangefochtene Nummer eins, dahinter scharren mit Thomas Höneckl und Lukas Herzog zwei talentierte Österreicher mit den Hufen. Viele Einsatzminuten werden sie aber nicht bekommen.

LAOLA1-Bewertung: Lamoureux hält seit Jahren auf EBEL-Top-Niveau, der US-Amerikaner leistet sich aber hin und wieder Aussetzer. Sei es, dass er sich mit den Schiedsrichtern anlegt oder haltbare Schüsse kassiert. Alles in allem ist er dennoch ein verlässlicher Rückhalt.

ABWEHR:



Auch in der Abwehr ist fast alles unverändert. Mit Cole Jarrett und Gerhard Unterluggauer verfügt man über zwei Defender, die das Spiel gestalten können und vor allem im Powerplay eine Waffe sind. Klemen Pretnar und Mario Altmann können mehr, als sie letzte Saison gezeigt haben und auch Stefan Bacher muss sich steigern, will er nicht als „ewiges Talent“ enden. Solide EBEL-Verteidiger sind die drei aber allemal. Neuzugang Geoff Waugh und der junge Nico Brunner komplettieren den Defense-Korps.

LAOLA1-Bewertung: Wirklich verbessert haben die „Adler“ ihren Kader in der Verteidigung nicht, was ob der Defensiv-Schwächen etwas verwunderlich ist. Problematisch könnte mit Fortdauer der Saison vor allem die mangelnde Tiefe im Kader sein.

ANGRIFF:



Die größte Frage wird in Villach sein, wer den Center in der ersten Linie geben wird. Neuzugang Sean Ringrose sammelte bislang lediglich Erfahrung im College-Bereich, weswegen wohl Eric Hunter zusammen mit Fortier und Sanotrelli für die meisten Punkte verantwortlich sein wird. Brock MCBride und Lammers runden das Legionärs-Quintett ab. Mit Daniel Nageler und Benjamin Petrik hat man zwei EBEL-erprobte Österreicher, Routinier Marco Pewal darf noch eine Saison dranhängen und soll den jungen Cracks in den hinteren Linien mit seiner Erfahrung helfen.

LAOLA1-Bewertung: Punkte wie am Fließband darf man sich von der neuen ersten Linie nicht erwarten, das tut aber auch niemand. Der Sturm ist wie auch im vorigen Jahr dünn besetzt, die Extraklasse von Ryan und Hughes hat das aber immer wieder kaschiert. Und ob Francois Fortier mit seinen 35 Jahren überhaupt noch einmal so trifft, wie letzte Saison, ist auch nicht garantiert.


Anmerkung: Als Bewertungsgrundlage gibt es 1 bis 10 Pucks, wobei 10 das Maximum darstellt.

Name Alter Position Nation voriger Verein
John Hughes 26 C/LW Kanada RB Salzburg
Derek Ryan 27 C USA Örebro (SWE)
Markus Peintner 33 LW/RW Österreich VSV Co-Trainer
Curtis Fraser 32 RW/LW Kanada Karriere-Ende
Alexander Rauchenwald 21 C Österreich RB Salzburg

DAS LAOLA1-FAZIT:

Eine Saison wie die vorige, als man beinahe ins EBEL-Finale einzog, dürfen sich die Fans des VSV nicht mehr erwarten. Im Gegenteil, es könnte schon mit einer Playoff-Teilnahme knapp werden. Durch den Abgang von Ryan und Hughes musste Järvenpää sein ganzes System umstellen, die Neuzugänge sind nicht schlecht, vor allem in der Defense hat man aber zu wenig getan. Es wird das erwartet schwere Jahr für die „Adler“.

 

Fabian Santner

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