Die Konstante der Liga

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Saisonvorschau 2014: Black Wings Linz

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Die Black Wings Linz sind eines der konstantesten Teams der letzten Jahre in der Erste Bank Eishockey Liga.

Seit 2006 standen die Stahlstädter durchgehend in den Playoffs, die letzten drei Saisonen schafften sie es jedes Mal ins Halbfinale, 2012 krönte sich die Mannschaft von Rob Daum sogar zum EBEL-Champion.

Infrastruktur hatte Priorität

Dabei verlief die vergangene Saison für Linzer Verhältnisse gar nicht nach Wunsch.

Zwar konnten sich die Black Wings nach Startschwierigkeiten am Ende des Grunddurchgangs den zweiten Platz sichern, die Platzierungsrunde beendete man dann aber auf dem sechsten Rang. In den Playoffs hatten die Linzer dann mit Angstgegner Znojmo schwer zu kämpfen, ehe sie im Halbfinale gegen Salzburg chancenlos waren.

Da das Zauberwort der Black Wings aber Kontinuität heißt, wurde der Kader im Sommer gar nicht allzu sehr verändert. Vielmehr investierten die Verantwortlichen in die Infrastruktur.

Die Heimstätte der Stahlstädter wurde modernisiert, das Fassungsvermögen auf knapp 5.000 Zuschauer erhöht.

Die Hausaufgaben wurden also erledigt, der Kader passt, das Umfeld passt, der Trainer sowieso. Eigentlich wäre alles andere als das erneute Erreichen des Halbfinales eine Enttäuschung.

Andy Hedlund und Pat Leahy beendeten im Alter von 36 bzw. 37 Jahren ihre Karrieren, die freien Legionärs-Plätze nehmen fortan Sebastien Piche und Chad Rau ein.

Piche ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt in der EBEL und das obwohl der 26-jährige Kanadier erst eine Saison in der heimischen Liga absolviert hat.

Diese hatte es aber in sich. Piche führte die Scorerwertung der Verteidiger mit 54 Punkten in 63 Einsätzen an und ist genau die Verstärkung die die Black Wings gebraucht haben. Von den Defendern kam nämlich mit Ausnahme von Dauerbrenner Curtis Murphy relativ wenig Offensivproduktion.

Chad Rau ist der zweite neue Ausländer im Kader der Linzer. Der 27-jährige US-Amerikaner wagt nach einigen Saisonen in der AHL und immerhin neun NHL-Einsätzen für die Minnesota Wild den Sprung über den großen Teich und steht vor der praktisch unmöglichen Aufgabe, den Abgang von Pat Leahy vergessen zu machen.

Fabio Hofer erhielt letzte Saison von Don Jackson relativ viele Einsatzminuten in Salzburg und ist sicherlich mehr als nur eine Kaderergänzung.

Niklas Mayrhauser kommt vom MHL-Team der „Bullen“ und soll zusammen mit dem hochgezogenen Talent Erik Kirchschläger die Abgänge von Michael Mayr, Mathias Müller und Fabian Scholz kompensieren.

Was mit Gregor Baumgartner passiert, ist noch offen. Eigentlich sollte der 35-Jährige abgegeben werden, nur fand sich kein neuer Verein. Bis zum Ende der Tryout-Phase bleibt er vorerst in Linz.

Name

Alter Position Nation voriger Verein
Fabi Hofer 23 C Österrreich RB Salzburg
Niklas Mayrhauser 20 D Österreich Rb Salzburg II
Sebastien Piche 26 D Kanada HC Bozen
Chad Rau 27 C/LW USA Worcester Sharks (AHL)

KADERBEWERTUNG:

TOR:

 

 

Über Michael Ouzas muss man nicht viele Worte verlieren, der 29-jährige Kanadier ist EBEL-Top-Niveau und beweist dies seit mehreren Jahren. Hatte er vergangene Saison mit Lorenz Hirn aber einen passablen Backup, der immerhin 13 Partien absolvierte, vertrauen die Linzer nun auf den unerfahrenen Thomas Dechel.

LAOLA1-Bewertung: Wie die meisten EBEL-Teams setzen auch die Linzer auf einen sehr starken Goalie und verzichten dafür auf einen guten Backup. Bleibt Ouzas gesund, geht diese Taktik voll auf, sollte er sich verletzen, kann sich der Verzicht auf Hirn aber als Fehler erweisen.

ABWEHR:



Murphy und Piche werden in einem der ersten beiden Blocks für die Offensive zuständig sein während Robert Lukas und Franklin MacDonald weiterhin die Drecksarbeit vor dem Tor verrichten werden. Mit Marc-Andre Dorion und Daniel Mitterdorfer verfügt Daum über eine passable dritte Linie, den vierten Block werden die jungen Österreicher bilden.

LAOLA1-Bewertung: Vom Papier her ist das offensiv Top, defensiv aber eher im Mittelfeld angesiedelt. Sollte Piche allerdings so produzieren wie in Bozen, kann das vor allem dem Powerplay der Linzer nur gut tun.

ANGRIFF:



Aufgrund der wenigen Transfers wird sich auch im Angriff nicht viel ändern. Brian Lebler, Brad Moran und Jason Ulmer werden wieder die erste Linie bilden, in der zweiten Formation wird Leahy eins zu eins von Rau ersetzt. Er bringt sicherlich mehr Dynamik und wenn er mit Andrew Kozek harmoniert und Rob Hisey nach einer durchwachsenen letzten Saison wieder zu alter Konstanz findet, darf man sich auch von der zweiten Linie viele Tore erwarten. Fabio Hofer wird Gregor Baumgartner beerben und soll Matthias Iberer und Daniel Oberkofler mit Vorlagen füttern. Die vierte Linie wird wie eh und je von Philipp Lukas angeführt und den jungen Österreichern komplettiert.

LAOLA1-Bewertung: Linz fehlte es letztes Jahr vor allem an Scoring-Tiefe. Daum hat dieses Problem logischerweise erkannt und reagiert. Gehen seine punktuellen Änderungen auf, ist der Angriff nach wie vor einer der besten der Liga.


Anmerkung: Als Bewertungsgrundlage gibt es 1 bis 10 Pucks, wobei 10 das Maximum darstellt.


Name Alter Position Nation voriger Verein
Andy Hedlund 36 D USA Karriere-Ende
Pat Leahy 35 RW/LW USA Karriere-Ende
Michael Mayr 29 D Österreich Karriere-Ende
Lorenz Hirn 24 G Österreich Karriere-Ende
Mathias Müller 21 D Deutschland ESV Kaufbeuren (DEL2)
Fabian Scholz 24 LW Österreich Graz99ers

DAS LAOLA1-FAZIT:

Daum hat seine Mannschaft zwar nicht großartig verbessert, aber warum sollte er auch? Die Black Wings zählen ohnehin schon zu den besten Teams der Liga. Der „Eishockey-Professor“ setzt auf eine eingespielte Mannschaft und hat an einigen Schrauben gedreht und Schwächen behoben. Gut möglich, dass Daum in seinem vierten Jahr in der Stahlstadt seinen zweiten Titel bejubeln kann.

 

Fabian Santner

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