Linz-Coach Daum: "Das ist keine Best-of-one-Serie"

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"Die Leistung war akzeptabel, aber wir wissen, dass wir uns steigern müssen, wenn wir auch in Bozen gewinnen wollen", erklärt Kapitän Philipp Lukas nach dem 7:3-Heimsieg der Black Wings am Freitag.

Akzeptanz? Steigerung? Eine interessante Einschätzung nach einem derartigen Schützenfest.

Vor allem die ersten beiden Sturmlinien der Linzer wissen zu überzeugen. Brian Lebler, Jason Ulmer und Andrew Jacob Kozek bringen die Keine-Sorgen-Halle mit ihren Toren zum Beben.

Dass diese gewaltige Offensiv-Power im zweiten Spiel ins Wanken gerät, darf stark bezweifelt werden. Die insgesamt 45 Torschüsse der Cracks von Coach Rob Daum können sich ebenfalls sehen lassen und sprechen eine klare Sprache: Offensive ist bei den Black Wings Trumpf.

Kontrolle ist wichtig

Der kanadische Trainer sieht die Lage trotzdem nüchtern: "Jetzt haben wir die Chance, mit einem zweiten Sieg die Kontrolle über die Serie zu bekommen."

Ein Auswärtserfolg würde in der "Best-of-seven"-Serie den Druck früh auf die "Füchse" legen.

"Sie wissen, dass sie dieses Spiel gewinnen müssen, das ist jetzt unser Vorteil. Am Freitag hat für uns alles gepasst, aber es war nur ein Match. Der Weg ist noch lange", bleibt BWL-Manager Christian Perthaler weiterhin skeptisch.

"Den Sieg schnell vergessen"

Die Euphorie unter den Linzer Fans war ob der sieben Volltreffer verständlicherweise groß. Unter den Spielern ist man sich aber bewusst, dass in einer Playoff-Serie derartige Kantersiege keine Rolle spielen. Egal, ob 1:0 oder 7:3, es geht einzig und allein um den Erfolg.

Rob Daum hakte den Heimerfolg schnell ab und denkt schon an Bozen

"Wir müssen das möglichst schnell vergessen und uns auf Spiel 2 vorbereiten. Am Freitag bedeuteten zwei Tore den Schlüssel zum Triumph: Die Führung und das dritte Tor, als wir auf den Anschlusstreffer innerhalb von Sekunden antworten konnten", sagt Rob Daum, "es war der Start, den wir gebraucht haben, aber leider ist das keine Best-of-one, sondern eine Best-of-seven-Serie."

Respekt haben sich die Südtiroler bei den Stahlstädtern auf jeden Fall  erarbeitet. Der regierende EBEL-Champion zeigte trotz des hohen Rückstands enormen Kampfgeist und gab bis zur Schlusssirene sein letztes Hemd.

Neue Situation für HCB

Vor allem im Schlussdrittel wurden Zeichen in Richtung Spiel zwei gesetzt, was bei den Oberösterreichern mächtig Eindruck hinterließ: "Bozen hat ein sehr gutes Team. Es war nur ein Sieg und die Serie ist noch lange nicht vorbei", bestätigt Hattrick-Torschütze Andrew Jacob Kozek.

Der HCB Südtirol sieht sich im Vergleich zu den Linzern mit einer neuen Situation konfrontiert. Gewann der Meister letzte Saison in den Playoffs in allen drei Serien die ersten zwei Spiele, ist man nun mit einem Rückstand konfrontiert.

Schlaue Linzer

"Das Match gegen Linz wird eine große Herausforderung für uns. Die Black Wings sind das Team mit der besten Offensive, sie sind bestechend gut in allen Positionen – mit einem Wort: Sie besitzen einen sehr hohen Eishockey-IQ", analysiert HCB-Verteidiger Sean McMonage.

Sein Teamkollege Stefan Zisser schlägt in die gleiche Kerbe: "Linz ist der klare Favorit. Aber wir bleiben ruhig und werden im richtigen Moment umschalten."

Heute Abend setzen die Bozner auf ihre Heimstärke. Die "Füchse" gewannen fünf ihrer letzten sechs Heimspiele in der Zwischenrunde und kassierten ihre einzige Niederlage gegen die Graz 99ers mit 4:5 nach Penaltyschießen. Außerdem: Würden nur Heimspiele gewertet werden, hätte Bozen den Grundurchgang als Sechster beendet und sich die "Knochenmühle" Qualifikation-Runde erspart.

Weiters für die Rot-Weißen spricht, dass Daums Team auf italienischem Boden schon seit 413 Tagen auf einen Erfolg wartet. Beide Saisonduelle gingen in der Palaonda (Anm.: italienisch für Eiswelle) verloren. Das letzte Mal gewann Linz am 19. Jänner 2014 in der Südtiroler Halle. Heute allerdings soll das Warten ein Ende haben.

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