LAOLA1 checkt das EBEL-Finale

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Es ist angerichtet.

Nach 324 Spielen im Grunddurchgang und 32 Playoff-Duellen steht das Finale der Erste Bank Eishockey Liga vor der Tür.

In der heute beginnenden "Best-of-seven"-Serie treffen der EC Red Bull Salzburg und die Vienna Capitals (ab 19:30 Uhr bei ServusTV und im LAOLA1-Live-Ticker) aufeinander. Die Favoritenrolle ist klar verteilt, aber auch in dieser Endspiel-Serie ist alles möglich.

LAOLA1 nimmt das Duell unter die Lupe, vergleicht die verschiedenen Mannschaftsformationen und wagt eine Prognose für die letzte Entscheidung der EBEL-Saison 2014/15.

 EC Red Bull Salzburg - Vienna Capitals

AUSGANGSLAGE:

Beide Teams haben sich die Teilnahme am Finale redlich verdient. Die Salzburger zeigten über die ganze Saison konstant gute Leistungen und ließen sich durchgehend im oberen Bereich der Tabelle blicken.

Während die Mozartstädter die Liga stets dominierten, kamen die Wiener nur schwer auf Touren, waren aber in der wichtigen Schlussphase wieder voll da.

Für einen Umschwung sorgte bei den Hauptstädtern die Trainer-Rochade von Tom Pokel zu Jim Boni in der Zwischenrunde. Die Mannschaft wurde wieder stabiler und erlangte vor allem ihre Stärken in der Offensive zurück.

Das Ratushny-System

Bonis Gegenüber, Dan Ratushny, verfolgt in seiner Debüt-Saison bei den Bullen einen gut durchdachten Plan. Eine größere Umstellung des Systems und ein clever zusammengestellter Kader waren wichtige Komponenten in den Überlegungen des Kanadiers. Es wurden nur Spieler auf höchstem eisläuferischen und technischen Niveau engagiert, wobei die Körpergröße nicht unbedingt eine Rolle spielte. Akteure wie Brett Sterling (173 cm), John Hughes (178 cm) oder Ryan Duncan (168 cm) sind Beispiele dafür.

Die Mannschaften trafen während des Grunddurchgangs und der Zwischenrunde sechsmal aufeinander, die Salzburger haben mit fünf Siegen klar die Nase vorne.

John Hughes zählt jedes Jahr zu den besten Spielern der EBEL

TEAMVERGLEICH:

Die Stürmer:

John Hughes, der MVP (Most-Valuable-Player) von 2011/12, ist der Punktegarant im Dress der Salzburger. In seiner ersten Saison in Salzburg 2008/09 hatte der heute 27-Jährige die beste Plus/Minus-Statistik. In den Spielzeiten 2010/11, 2011/12, 2013/14 bereitete Hughes die meisten Tore vor, 2011/12 und 2013/14 hatte er gar die meisten Punkte zu Buche stehen. Dieser Crack kann das Zünglein an der Waage sein und wird in der Linie der "Super-Zwerge" mit Sterling und Duncan die Capitals vor viele Probleme stellen.

Kristopher Foucault ist das Um und Auf in der Offensive der Boni-Truppe. Wenn der 24-jährige Kanadier mit seinen Linien-Kollegen Peter Macarthur und Jonathan Ferland am Eis steht, ist die Chance für einen Wiener-Torjubel statistisch gesehen sehr groß. 57 Punkte in 64 Spielen sprechen eine klare Sprache. Interessanter Fact: Das Verhältnis zwischen Tore zu Assists ist, beim vor dem Absprung in eine andere Liga stehenden Flügelstürmer, beinahe ident. 28 Tore und 29 Vorlagen – ein kompletter Stürmer in den Reihen der Capitals.

Die Verteidiger:

Matthias Trattnig ist das Duracel-Häschen im Dress der "Roten Bullen". Ohne den 35-Jährigen funktioniert die Mannschaft von Dan Ratushny zwar auch, aber ihr fehlt, im wahrsten Sinn, der nötige Biss. Die Leidenschaft die Trattnig am Eis vekörpert scheint seine Kollegen mitzuziehen. Außerdem strahlt der Allrounder, kann sowohl Defender als auch Stürmer spielen, die Gefährlichkeit aus, in jedem Moment zu schlagen zu können. Ein Titel würde Trattnigs zehn Jahresjubiläum bei Red Bull zudem vergolden.

Jamie Fraser  ist nicht nur der punktbeste Capitals-Verteidiger mit 41 Punkten nach 65 Spielen, sondern steht auch gleichzeitig für die Defensiv-Stärke der Hauptstädter. Gemeinsam mit seinem Linienpartner Philippe Lakos bildet er das perfekt Abräumer-Duo mit Spielwitz. Seine Vorlagen und gutes Spielverständnis sind auch im Ausland schon lange keine Geheimnisse mehr. Doch was wäre schöner, als sich mit einem Meisterschaftsgewinn in die DEL zu verabschieden.

Datum Heim Gast Ergebnis
27.02.15 Capitals Salzburg 3:4 n. V.
15.02.15 Salzburg Capitals 4:0
01.02.15 Salzburg Capitals 6:2
25.01.15 Capitals Salzburg 6:3
28.11.14 Salzburg Capitals 5:2
26.09.14 Capitals Salzburg 2:4

Matthew Zaba will in Wien seinen ersten Meistertitel holen

Die Goalies:

Luka Gracnars Talent ist der ganzen Liga bekannt. Die Ruhe, die der erst 21-jährige Slowene ausstrahlt, ist bemerkenswert. Zudem geizt der junge Keeper nicht mit sehenswerten Glanzparaden, die seiner Mannschaft schon den einen oder anderen Sieg bescherten. Seine Werte werden nur von dem bereits ausgeschiedenen Jean Philippe Lamoureux (VSV)  überboten. 93,10 Prozent gehaltene Schüsse, ein Gegentorschnitt von 2,03 Toren und die wenigsten Niederlagen aller EBEL-Goalies (fünf Mal) machen Gracnar zum Zahlen-Meister unter den Keepern.

Matthew Zabas Statistiken sind zwar keineswegs schlecht, im Vergleich mit Gracnar aber doch etwas schwächer. Der Kanadier kommt auf eine Save-Percentage von 91,67 Prozent, einen Gegentorschnitt von 2,38 Toren und verließ 19 Mal als Verlierer das Eis. Dafür hält der 31-Jährige bei vier Shutouts. Ein weiterer Pluspunkt des Wiener-Goalies ist seine Formkurve. Mit wichtigen Saves gegen Fehervar und Linz sammelte Zaba viel Selbstvertrauen für die Meisterprüfung gegen Salzburg.

Die Special Teams

Die "Bullen" verfügen über das klar effektivere Powerplay. Mit einer Erfolgsquote von 23,75 Prozent müssen die Wiener vor unnötigen Strafen besonders auf der Hut sein. Die Caps kommen über 19,50 Prozent Erfolgs-Quote im Überzahlspiel nicht hinaus.

Auch mit einem Mann weniger auf dem Eis agieren die Salzburger besser als ihr Finalgegner. 84,49 Prozent aller Unterzahlspiele überstanden die Mozartstädter schadlos, bei den Wienern sind es 80,67.

Fazit:

Die bessere Mannschaft wird sich durchsetzen. Vermutlich können die Capitals die Bullen ein wenig ärgern und vielleicht auch einen oder zwei Siege in der Serie einfahren, aber über "Best of seven" werden sich die souverän auftretenden Bullen den fünften EBEL-Titel nicht nehmen lassen.

 

Paul Preisig

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