Drei-Kampf um den Titel in der EBEL

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Mit rund 1,1 Mio. Besuchern in den Hallen und einer Meisterschaft, die erst in der Nachspielzeit des siebenten Finalspiels entschieden worden ist, hat die Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) in der vergangenen Saison für einen Rekordansturm und Spannung gesorgt.

Am Freitag beginnt die Jagd auf auf Titelverteidiger Red Bull Salzburg, der in erster Linie von Vizemeister KAC und den Vienna Capitals herausgefordert wird.

Mit der Aufnahme des tschechischen Clubs HC Znojmo (Znaim) ist die Liga noch internationaler geworden, elf Clubs aus fünf Ländern nehmen an der EBEL teil.

Neuer Modus

Die Aufnahme von Znojmo hat eine Modus-Änderung mit sich gebracht. Gespielt werden zunächst zwei Hin- und Rückrunden (40 Spiele bis 20. Jänner 2012), danach eine Zwischenrunde mit einer Platzierungsrunde (Top-6) und einer Qualifikationsrunde (Plätze 7 bis 11), aus der sich zwei Mannschaften für das Viertelfinale (ab 19. Februar) qualifizieren.

Frühestens am 29. März nach 298 Spielen oder spätestens am 5. April nach 319 Partien steht der Meister fest.

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Drei Teams mit Meisterambitionen

Erwartet wird, dass der aus dem Trio RB Salzburg, KAC oder Vienna Capitals kommt. Salzburg, das zum Auftakt in Klagenfurt gastiert, hat in der Vorbereitung mit Erfolgen über den schwedischen und den deutschen Meister bei der European Trophy für Schlagzeilen gesorgt.

Trainer Pierre Page kann auf 14 Legionäre zurückgreifen, hat aber einige Leistungsträger verloren. Torhüter Reinhard Divis ist zu den Caps abgewandert, Verteidiger Andre Lakos zu den Kölner Haien, Marco Pewal nach Villach heimgekehrt. Österreichs besten Center Thomas Koch, der im Finale Salzburg zum Sieg geschossen hat, ist zu seinem Stammclub KAC zurückgegangen; mit Koch und Ryan Duncan haben die Roten Bullen ihre zwei besten Scorer verloren.

Dennoch ist Page zuversichtlich, nicht zuletzt aufgrund der internationalen Erfolge.

"Die Ergebnisse zeigen, dass wir Fortschritte gemacht haben. Im Dezember (Anm.: beim Finalturnier Red Bull Salute) haben wir die nächste Chance zu zeigen, dass unsere Liga besser geworden ist", erklärte Page, dessen Rote Bullen seit 2006 stets im Finale gestanden sind und vier der jüngsten fünf Endspielserien für sich entschieden haben.

KAC setzt auf Österreicher

Der KAC will auf einem anderen Weg zu seinem 30. Titel. Der Rekordmeister aus Klagenfurt setzt auf seine gute Nachwuchsarbeit und geht mit nur sechs Legionären und damit den wenigsten Fremdarbeitern in die Saison.

"Unser Ziel ist der Titel, aber wir wissen, wie stark die Liga ist", erklärte KAC-Coach Manny Viveiros, der vielleicht auch bald als Teamchef und damit in Doppelfunktion arbeiten wird.

Die Caps wollen in der ausgebauten Halle in Kagran ebenfalls durchstarten. Seit dem einzigen Meistertitel 2005 haben die Wiener das Finale stets verpasst, Starcoach Tommy Samuelsson soll es nun richten.

Samuelsson hat in seiner Heimat Färjestads zum schwedischen Meister geführt. Mit Divis hat er den wohl besten österreichischen Torhüter als neuen Rückhalt, Ziel der Kaderplanung war aber auch mehr Tiefe hinter der Top-Linie Fortier-Gratton-Rotter, der produktivsten der vergangenen Saison.

"Die Capitals haben in den vergangenen zwei Jahren das Finale fast erreicht, wir wollen jetzt den nächsten Schritt machen und das letzte Spiel gewinnen", gab Samuelsson den Titel als Ziel aus.

Kaderumbau in Graz und Linz

Der VSV hat sich mit Pewal verstärkt und ihn gleich zum Kapitän gemacht. Im Vorjahr standen die Villacher im Halbfinale. Dorthin wollen auch die Black Wings aus Linz und die Graz 99ers hin.

Die Linzer, 2010 noch im Finale, haben die Mannschaft nach einer enttäuschenden Saison umgebaut, Rob Daum als neuen Trainer und 13 neue Spieler geholt. In der Vorbereitung machten die Linzer einen starken Eindruck. "Wir haben schon gezeigt, was als Außenseiter möglich ist", sagte Kapitän Philipp Lukas. Auch Graz hat das Team umgebaut, einen neuen Trainer (Mario Richer folgte Bill Gilligan) und 13 neue Spieler.

Da die Halle in Wien auf ein Fassungsvermögen von 7.000 Zuschauern ausgebaut worden ist und Zagreb sechs oder sieben Spiele in der großen Halle austragen will, hat sich die Liga eine weitere Steigerung der Zuschauerzahlen zum Ziel gesetzt.

Daten und Fakten zur Saison 2011/12 der EBEL, die am Freitag beginnt:

Klubs: Mit der Aufnahme von HC Znojmo (Znaim) nehmen nun elf Vereine aus fünf Ländern (Österreich, Slowenien, Kroatien, Ungarn, Tschechien) teil.

Saison: Grunddurchgang (44 Runden, jeweils eine Mannschaft hat spielfrei) von 9. September bis 20. Jänner 2012. Zwischenrunde von 22. Jänner bis 14. Februar: Die besten sechs Mannschaften des Grunddurchgangs spielen in einer Platzierungsrunde und starten mit Bonuspunkten (4-3-2-1-0-0), die Mannschaften auf den Rängen sieben bis elf (Bonuspunkte 3-2-1-0-0) spielen um die zwei restlichen Plätze im Viertelfinale. Es werden insgesamt zwischen 298 und 319 Spiele ausgetragen.

Play-off: Wird im "best-of-seven"-Modus ausgetragen. Die Liga wird frühestens am 29. März und spätestens am 5. April entschieden.

Beginnzeiten: Am Sonntag starten die Spiele eine halbe Stunde früher als bisher, also um 17.30 Uhr. Wochentags ist die Beginnzeit gleich geblieben (19.15), außer in der Finalserie (nun 20.30 wochentags).

Farmteams: Drei Clubs stellen Farmteams (KAC, Vienna Capitals, Linz) in der neuen Nationalliga. Einsatzbeschränkungen für U24-Spieler zwischen EBEL-Mannschaft und Farmteam gibt es nicht.

Schiedsrichter: Möglichst viele Spiele werden von einem vierköpfigen Schiedsrichter-Team (zwei Headschiedsrichter, zwei Linesman) geleitet.

Coach für die Schiedsrichter: Um die Arbeit der zuletzt heftig kritisierten Schiedsrichter auf professionelle Beine zu stellen, wurde ein Fachmann aus der NHL engagiert. Lyle Seitz, der in der NHL in 18 Jahren 679 Spiele geleitet hat, wurde als Chefcoach der Schiedsrichter verpflichtet. Seitz kümmert sich um Teamwork, Professionalität, Fortbildung, Vorbereitung und Analyse der Spiele.

Fernsehen: ServusTV ist wieder der TV-Sender. ServusTV wird zusätzlich zu den bisher schon eingesetzten 15 Kameras mit Übertor-und Strafbankkameras übertragen. Neben einigen mit Mikros ausgestatteten Spielern ("Cable-Guys") werden Mikrofone auch bei den Spielerbänken und den Toren installiert. Im Vorjahr hat ServusTV 44 Spiele live übertragen und dazu 26 Magazin-Sendungen ausgestrahlt. Mit 150 Stunden Berichterstattung kam der Salzburger Sender auf rund 1,3 Mio. Zusehern (davon nach eigenen Angeben ein Drittel weiblich) und in der Finalserie auf einen Marktanteil von fast zehn Prozent. Livespiele gibt es zudem auch wieder im Internet auf LAOLA1.TV

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Zuschauer: In der vergangenen Saison sind 1,098 Mio. Zuschauer in die Hallen geströmt und haben damit für einen neuen Rekord gesorgt. Das bedeutete eine Steigerung gegenüber der Saison davor um 4,4 Prozent.

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