D-Day-Dreikampf dank Dornbirn

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Bulldogs springen noch einmal von der Schippe

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Dem HC Bozen ist ein Spiel vor dem Ende der EBEL-Zwischenrunde das Playoff-Ticket nicht mehr zu nehmen. Der regierende Champion siegte in Ljubljana im Schongang 4:1.

Im Rennen um den letzten noch offenen Platz geht der Dreikampf weiter. Der KAC, der in Innsbruck 1:0 siegte, liegt einen Punkt vor Graz, das in Dornbirn 1:2 n.V. verlor.

Die Vorarlberger, die am Dienstag zum KAC müssen, verkürzten somit den Abstand auf die Murstädter auf einen Zähler

Per 2:0 über den VSV gelang den Vienna Capitals der erste Sieg der zweiten Ära von Coach Jim Boni. Watkins und MacArthur fügten den Villachern die elfte Niederlage in Serie zu.

Die zweitplatzierten Black Wings Linz schonten sechs Stammspieler und kassierten in Znojmo mit 2:8 ihre höchste Saison-Niederlage.

Die bereits als Pick-Round-Sieger feststehenden Salzburger verloren in Fehervar 2:4. Die Ungarn rittern sich mit Znojmo noch um den dritten Platz.

Dornbirner EC - Graz99ers 2:1 n.V. (1:1,0:0,0:0 - 1:0)

Tore: Desbiens (17.), Aquino (62.) bzw. Werner (4.)

Dornbirn, 2.770; Strafminuten: 8 bzw. 6.

 

Mäßiges Niveau, aber viel Spannung...: Dass es hier um viel ging, merkte man beiden Teams über die gesamte Spieldauer an. Abgesehen von je einer guten Phase, in der man leichtes Oberwasser hatte, waren beide Parteien darum bemüht, bloß nicht den entscheidenden Fehler zu machen. Trotzem entstanden viele Chancen gerade aus Unachtsamkeiten, was verdeutlichte, warum beide Mannschaften überhaupt so tief im Überlebenskampf stecken. Ein Beispiel dafür sind die schlampig gespielten Powerplays zu Beginn der Partie. Im Mitteldrittel hatten dafür alle ihre Nerven im Zaum, es gab keine einzige Strafe.

...und zwar bis zum Schluss: Wer hier gewinnt, war nie wirklich abzusehen. Aber das hat bei Spielen mit Dornbirner Beteiligung inzwischen Tradition. In den letzten acht Partien verlor man weder das erste noch das zweite Drittel ein einziges Mal, die Entscheidung fiel immer in der Endphase. Auf der Gegenseite herrscht hingegen keine Begeisterung für die finalen 20 Minuten. In diesen gelang den 99ers jetzt seit 14 Spielen nie mehr als ein Treffer - wenn überhaupt.

Der Dauerbrenner: Der Dornbirner Andy Sertich war zwar kaum auffällig, durfte aber ein persönliches Jubiläum feiern. Gegen Graz absolvierte er seine 350. EBEL-Partie am Stück - keine Krankheiten, keine Verletzungen, keine Sperren! Dabei stand die Verlässlichkeit in Person nicht nur für die Vorarlberger, sondern auch schon für Zagreb, Fehervar und den heutigen Gegner aus der Steiermark auf dem Eis.

Die Ausgangslage: Die Bulldogs haben zwar ihren Kopf gerettet und sind vor dem finalen Zwischenrunden-Spieltag immer noch in Schlagdistanz zum letzten Playoff-Platz, aber man bräuchte wenig wahrscheinliche Schützenhilfe aus Ljubljana. Die "Drachen" haben heute wieder gezeigt, dass man mit der Saison schon abgeschlossen hat - nicht die besten Voraussetzungen für eine Auswärtsfahrt nach Graz. Dort wird man im Kampf um die letzte Chance topmotiviert sein. Summa summarum hat der KAC die Trümpfe in der Hand, denn ein Punktgewinn zuhause gegen Dornbirn reicht in jedem Fall.

Vienna Capitals - VSV 2:0 (0:0,1:0,1:0)

Tore: Watkins (27.), MacArthur (55.)

Wien, 4.350; Strafminuten: 8 bzw. 14.

 

The Capitals are back: In Kagran durfte wieder über einen Sieg gejubelt werden. Die Vienna Capitals beendeten ihre Niederlagenserie in der Pick-Round und fanden ausgerechnet gegen den VSV den Rückweg auf die Siegerstraße. Die Villacher waren auch für den letzten Caps-Erfolg verantwortlich. Damals hießen die Coaches aber noch Hannu Järvenpää (ist mehr als angezählt) und Tom Pokel (wurde von Jim Boni bereits abgelöst).

Jim Boni ist wieder da: Apropos Jim Boni: Der sympathische und stets positiv wirkende Kanadier konnte seinen ersten Sieg in seiner zweiter Wien-Ära feiern. Von 2003-2008 war Boni bereits schon einmal bei den Hauptstädtern engagiert und wurde auch 2005 Meister.

Das halbe Dutzend droht: Schlechte Zeiten beim VSV. Nach der Niederlage gegen die Vienna Capitals droht den Draustädtern gegen Fehervar die zwölfte Niederlage in Folge. Eine Serie, die Coach Hannu Järvenpää wohl nicht den Rücken stärkt. Ein Trainerwechsel ist trotzdem relativ unwahrscheinlich, da die Villacher über keine richtigen Alternativen verfügen.

Fehervar AV19 - RB Salzburg 4:2 (0:0,3:1,1:1)

Tore: Koger (21./PP, 38.), Magosi (32.), Marino (49./PP) bzw. Th. Raffl (26.), Konradsheim (60.).

Fehervar, 3.458; Strafminuten: 4 bzw. 8.

 

Salzburger im Schongang: Die Bullen aus der Mozartstadt wirkten über das ganze Spiel hindurch gehemmt. Kaum zwingende Chancen, wenig Einsatz und zurückhaltende Offensive sind keine guten Vorraussetzungen für einen Auswärtssieg - und schon gar nicht im ungarischen Hexenkessel. Die Ungarn dagegen wirkten frisch und machten den Anschein, um ihr letztes Hemd kämpfen zu müssen. Für die Playoffs werden sich die Mannen von Coach Dan Ratushny aber auf jeden Fall wieder auf ihre alten Stärken besinnen.

Pause für Gracnar: Der junge Slowene durfte in Fehervar auf der Bank Platz nehmen. Ein gutes Zeichen für die Playoffs. Brückler bekam zwar gegen die Magyaren den Vorzug, wird aber in der "fünften Jahreszeit" gegen den 21-Jährigen wohl den Kürzeren ziehen. Auszeichnen konnte sich der gebürtige Grazer auch kaum. Im Gegenteil: Den 3:1-Gegentreffer muss Brückler auf seine Kappe nehmen. Somit spricht alles für einen Einser-Goalie Luka Gracnar.

Debüt-Tor: Die knapp fünfstündige Auswärtsfahrt hatte doch noch seine guten Seiten. Der 21-jährige Rookie Corin Konradsheim erzielte in seinem 26. EBEL-Match sein erstes Bundesligator. Die Scheibe wurde standesgemäß von Thomas Raffl nach dem Treffer aus dem Netz gefischt. Für Konradsheim ein großer Tag - sein Verein kann selbiges nicht behaupten.

HC Znojmo - Black Wings Linz 8:2 (1:0,2:1,5:1)

Tore: Bartos (11.), Sedivy (23.), Tomas (29.), Pavlikovsky (41./PP), Havlik (42.), Seda (43.), Cip (50.), 51. (Novak) bzw. Gaffal (28.), Pirmann (50.)

Znojmo, 2.732 Zuschauer; Strafminuten: 0 bzw. 6.


Lieber frische Kräfte sammeln: Nachdem den Linzern der zweite Platz in der Pick-Round nicht mehr zu nehmen war, hatten sie für die Auswärtsfahrt nach Znojmo mit Mike Ouzas, Brad Moran, Franklin McDonald, Sebastian Piche, Robert Lukas und Daniel Oberkofler gleich sechs Stammspieler geschont. Für die vielen Umstellungen verkauften sich die Linzer zumindest zwei Drittel lang ganz beachtlich. Der wieder fitte Torhüter Thomas Dechel konnte in den ersten 40 Minuten einen höheren Rückstand verhindern.

Tschechien kein guter Boden: Das 2:8 war die höchste Saison-Niederlage der Black Wings. Dass diese in Znojmo geschieht, lag praktisch auf der Hand. Die beiden bisherigen Aufeinandertreffen dort gingen mit 6:3 und 5:2 ebenfalls recht deutlich an Tschechen.

Man will die Qual der Wahl: Znojmo blieb mit dem Sieg weiter auf Kurs, um die Pick-Round als Dritter abzuschließen. Vor dem letzten Spiel liegen sie zwei Punkte vor dem Vierten Fehervar. Am Dienstag muss Znojmo in Salzburg ran. Fehervar tritt in Villach an.

Olimpija Ljubljana - HC Bozen 1:4 (0:2,0:2,1:0)

Tore: Logar (56.) bzw. Schofield (7.PP), Pance (7., 34./PP), Oberdörfer (24.)

Ljubljana, 800; Strafminuten: 6 bzw. 0.


Der Meister kriegt die Kurve noch: Mit dem Sieg ist Bozen das Playoff-Ticket vor dem letzten Spiel der Quali-Runde nicht mehr zu nehmen. Während hinter dem Titelverteidiger ein Dreikampf um den letzten noch verbleibenden Startplatz tobt, können die Südtiroler entspannt in die letzte Runde am Dienstag zuhause gegen Innsbruck gehen.

Weiße Weste: Es war das zehnte Aufeinandertreffen der beiden Teams in der EBEL. Und zum zehnten Mal ging Bozen als Sieger vom Eis.

Im Schongang: Richtig viel Mühe hatte Bozen am Sonntagabend nicht. Nach dem Doppelschlag von Schofield und Pance binnen 15 Sekunden in der 7. Minute folgte von den Hausherren keinerlei Reaktion. Hätte es Bozen darauf angelegt, hätte es für Ljubljana ein Debakel setzen können.

HC Innsbruck - KAC 0:1 (0:1,0:0,0:0)

Tor: Geier (20./PP)

Innsbruck, 1.800; Strafminuten: 9 bzw. 9.

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