Topduo strauchelt bei Torflut - Graz verpasst Top 6

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Die Graz99ers haben nach der 42. EBEL-Runde keine Chance mehr auf die Pick-Round der besten sechs Teams.

Die Murstädter unterliegen Znojmo 3:5. Die Entscheidung fällt per Empty-Net-Goal von Stach (60.). Einen ähnlichen Verlauf nimmt das Duell zwischen Ljubljana und Linz. Die "Drachen" siegen 5:3.

Die Capitals rehabilitieren sich für das 1:5 gegen Innsbruck und schlagen Salzburg dank vier PP-Toren 6:3.

Der VSV wahrt durch ein 6:3 gegen Dornbirn die Chance auf Rang zwei. Bozen schlägt den KAC 3:2 n.P.

Bereits gestern trennten sich Fehervar und Innsbruck 3:1.

LAOLA1 hat alle Daten und Fakten und kennt die wichtigsten Szenen und Brennpunkte der heutigen Runde:

Vienna Capitals - RB Salzburg 6:3 (2:1,2:2,2:0)

 

Tore: Foucault (18., 28./SH), Watkins (21./PP), MacArthur (28./PP), Carson (49./PP), Ferland (53./PP) bzw. Beach (11./PP), Heinrich (29./PP2), Welser (33./PP).

Wien, 5.700; Strafminuten: 12 bzw. 14.

Power-Powerplay: 31 Powerplay-Tore aus 41 Spielen, eine PP-Percentage von 21,68% - das reichte vor der Partie nur für den statistischen sechsten Platz. Doch die Capitals haben ganz schön nachlegen können, in vier von sieben Überzahlspielen gegen die "Bullen" landete die Scheibe hinter Brückler. Das sind nach Adam Riese 57,14%. Für sich gesehen schon kurios, doch es kommt noch dicker: Denn eigentlich ist Red Bull Salzburg das beste Penaltykilling-Team und wurde zuvor nur in 12,99% der Unterzahlspiele bezwungen. Dass auch die Mozartstädter ihre Bilanz mit drei PP-Toren aufbesserten, ist da fast schon Randnotiz.

Seltene Freuden: Apropos "Special Teams" - das 4:1 durch Kris Foucault war erst der dritte Shorthander der Capitals in der laufenden Saison. Mit Graz, dem KAC und Ljubljana, die jeweils einen einzigen verzeichnen konnten, sind nur Teams aus der unteren Tabellenhälfte ineffizienter. Dafür mussten die Wiener als einziges Team keinen einzigen Gegentreffer in eigener Überzahl hinnehmen - in der zugehörigen Plus/Minus-Statistik reicht das immerhin für einen Platz unter den besten drei Mannschaften (hinter Salzburg und Znojmo, gleichauf mit Fehervar).

Schon bessere Tage gehabt: Auf Seiten der Salzburger wurden viele wichtige Kräfte geschont, auch im Tor gab es im Vergleich zu den letzten Spielen eine Rotation. Luka Gracnar spielte in Wien nur den Backup für Bernd Brückler. Dabei sprechen die nackten Zahlen eine eindeutige Sprache: Bei 17 Einsätzen bringt es Gracnar auf eine Save-Percentage von 92,58% und ist damit hinter Lamoureux (VSV) die Nummer zwei der EBEL, während es für Brückler bei 23 Spielen nur für 89,51% und den vorvorvorletzten Platz reicht. Gegen die Caps fiel er mit Unsicherheiten auf, insbesondere das Unterzahltor ging nach einem misslungenen Bandenausflug auf seine Kappe.

 Graz99ers - HC Znojmo 3:5 (1:1,1:2,1:2)

Tore: Walker (5.), Zagrapan (24.), Kelly (48./PP) bzw. Cip (19., 34.), Podesva (30.), Sova (52.), Stach (60./EN).

Graz, 2.100; Strafminuten: 4 bzw. 8.


Einsteigen, bitte! Die Achterbahn-Fahrt der Graz99ers, sie geht weiter. In den jüngsten sechs Spielen wechselten sich für die Murstädter Sieg und Niederlage stets ab. Weil es zuletzt gegen Dornbirn einen Sieg gab, hagelte es heute "folgerichtig" eine Niederlage. Und noch dazu eine mit Folgen. Durch das 3:5 gegen den HC Znojmo haben die 99ers nun keine Chance mehr, die Pick-Round noch zu erreichen.

Wirkungslos: Dany Sabourin ist der einzige Goalie der EBEL, der bislang in allen 41 Spielen auf dem Eis stand. Um im Saisonfinish noch den letzten Extratropfen aus dem Kanadier herauszuquetschen, "borgte" sich der Klub dieser Tage Klemen Mohoric, Tormanntrainer von Medvescak Zagreb (KHL) aus. Während das Training beim 2:1-Sieg über Dornbirn fruchtete, erwischte der Schlussmann gegen Znojmo eher einen gebrauchten Abend. Vor allem bei der erstmaligen Führung der Gäste, dem 3:2 durch Cip (34.), sah Sabourin nicht gut aus. Die Mischung aus Schuss und Pass, abgefeuert von hinter dem Tor, rutschte dem 34-Jährigen irgendwie durch.

Verletzungsteufel: Das Verletzungspech bleibt den Steirern allem Anschein nach treu. Heute verletzte sich Topscorer Manuel Ganahl an der Schulter und konnte ab dem zweiten Drittel nicht mehr mitwirken. Dazu wurde bei Youngster Zintis Zusevics nach einem gegen Dornbirn erlittenen Check ein Seitenbandriss diagnostiziert. Kapitän Olivier Latendresse konnte auch heute nicht mitwirken. Vom ausgedünnten Grazer Line-up, das Znojmo einen harten Fight bot, waren heute auch deshalb keine Wunderdinge zu erwarten.

Bonus: Für den HC Znojmo, die ihren vierten Sieg in Serie feierten, ist in den verbleibenden zwei Runden noch einiges möglich. Die Tschechen, die in sämtlichen vier EBEL-Saisonen der Klub-Geschichte die Playoffs erreichten, könnten theoretisch noch bis auf Rang drei vorstoßen, was zwei Bonuspunkte für die Pick-Round bringen würde. Darüberhinaus jubelten die "Roten Adler" heute zum ersten Mal seit ziemlich genau einem Jahr im Bunker. Zuletzt siegte Znojmo am 12. Jänner 2014 in der steirischen Landeshauptstadt.

VSV - Dornbirner EC 6:3 (0:1,2:1,4:1)

Tore: Krog (24., 49./PP), Pewal (36./SH), Hunter (42.), Waugh (54.), Göhringer (58.) bzw. D'Alvise (15.), Desbiens (28./PP), Kinasewich (57.)

Villach, 3.500; Strafminuten: 8 bzw. 10.


Wer zuletzt lacht: Der neunte Sieg in der Villacher Stadthalle am Stück - auch gegen Dornbirn hielt die für die VSV-Fans erfreuliche Serie. So mühsam war es für die Adler jedoch länger nicht mehr: Im fraglichen Zeitraum gelang es lediglich gegen Bozen ebenfalls nicht, schon in den ersten 20 Minuten anzuschreiben. Dafür bekam man auch selten so ein Abschlussdrittel geboten.

Eine Abwehr reicht nicht: Apropos letztes Drittel, genau dieses will Dornbirn-Keeper Nathan Lawson lieber schnell vergessen. Den drei Toren, die die Entscheidung brachten, gingen Rebounds des Schlussmanns voraus. Damit wandelte er auf den Spuren seines Bozen-Positionskollegen Jaroslav Hübl, der erst am vergangenen Freitag gegen Red Bull Salzburg ebenfalls drei Gegentreffer aus Abprallern kassierte.

Besser spät als nie: AAApropos letztes Drittel vergessen, für Jungadler Marius Göhringer gilt das nicht. Bei seinem 40. Saison-Auftritt gelang ihm endlich das erste Tor, tolle Vorarbeit von seinem Kollegen Adis Alagic sei Dank. Es war sein einziger Torschuss der Partie - in der restlichen Saison nahm er das Gehäuse 15 Mal ins Visier.

Olimpija Ljubljana - Black Wings Linz 5:3 (1:1,1:2,3:0)

Tore: Podlipnik (7., 23./PP), Zanoski (46., 54./PP, 60./SH/EN) bzw. M. Iberer (6.), Ouellette (26.), Spannring (38./SH)

Ljubljana, 500; Strafminuten: 4 bzw. 10.


Löchrig: Lediglich drei Tore kassierten die Black Wings in den bisherigen drei Saisonduellen mit Olimpija Ljubljana. Dem gegenüber standen bis heute Nachmittag 17 Treffer und folglich sechs Zähler. Am heutigen Abend gab sich der "Lieblingsgegner" der Linzer aber nicht als solcher. Gleich fünf Eier legten die "Drachen" den Oberösterreichern heute ins Netz. Ein herber Rückschlag für das Team von Coach Rob Daum im Kampf um Platz zwei. Der VSV liegt nur noch zwei Punkte zurück.

Starkes Duo: Dass es nicht zum "Sweep" reichte, lag vor allem an zwei Ljubljana-Akteuren. Verteidiger Matic Potlipnik, der im bisherigen Saisonverlauf erst einen Treffer erzielte, steuerte heute in den ersten 22 Minuten zwei Buden bei und drehte somit den frühen Rückstand durch Iberer. In der Folge hielt sich der Slowene zurück, dafür trat sein kroatischer Teamkollege Tom Zanoski ins Rampenlicht. Im Schlussdrittel sorgte der Stürmer mit seinen Saisontoren neun, zehn und elf im Alleingang für den Sieg der "Drachen".

Makel: Doch der Sieg der Slowenen hat einen Schönheitsfehler. Erneut patzte die schwächste Powerplay-Formation der Liga. Nachdem es zuletzt gegen Znojmo zwei Tore in eigener Überzahl setzte, kassierte Ljubljana erneut einen "Short-Hander" (Spannring, 38.) Immerhin scorte das Schlusslicht diesmal zumindest einmal im Powerplay.

Dilemma: Einer der besten Goalies der EBEL, Andy Chiodo, ist in Ljbuljana Geschichte. Die Zukunft gehört seinem Nachfolger. Der erst 19-Jährige Tomaz Trelc setzte auf seine starke Leistung im EBEL-Debüt gegen Znojmo heute noch einen drauf und gab gegen die Linzer einige "Big Saves" zum Besten. Der Slowene ist die Zukunft der Grünen - oder etwa nicht? Olimpija verpflichtete am Samstag den finnisch-schwedischen Schlussmann Miika Wiikman von Banska Bystrica (SVK). Der 30-jährige Routinier sah die starke Vorstellung seines "Konkurrenten" schon einmal von der Bank. Für wen entscheidet sich der Trainerstab?

HC Bozen - KAC 3:2 n.P. (1:1,0:1,1:0 - 0:0,1:0)

Tore: Pance (4.), Bernard (46.), Schofield (entscheidender Penalty) bzw. S. Geier (17./PP), Lundmark (34.). Strafminuten: 2 bzw. 12 plus 10 Siklenka


Geschenk für Koch: Im Vorfeld der Partie erhielt KAC-Top-Stürmer Thomas Koch ein spezielles Geschenk. Teamkollege und Linienpartner Jamie Lundmark überreichte dem 32-jährigen Center den Puck von seinem jüngsten Erfolg. Koch erzielte vor zwei Wochen sein 256. Tor in der EBEL, vergaß jedoch sich die Scheibe zu sichern. Lundmark organisierte innerhalb von sechs Tagen den "schwarzen Kobold" und bastelte ihn in einen Glaspokal rein. Diesen hat "Dago" nun wohl stolz am Kaminsims stehen. Zu Recht. Chapeau, Mister Koch!

Keller der Eishockey-Picasso: Kunst und Sport müssen sich nicht unbedingt immer ausschließen. Linz Goalie Michael Ouzas ist bekannt für seine DJ-Sets in Linz. Justin Keller, ehemaliger Linzer Meistermacher von 2011 und aktueller HC Bozen-Stürmer, ist in seiner Freizeit ebenfalls künstlerisch unterwegs. Der 28-jährige Kanadier versucht sich als kleiner Eishockey-Picasso und stellte seine Bilder in der Bozener-Eishalle vor dem Match zur Schau. Die Gemälde, die meistens Frauen-Gesichter porträtieren, sind unter den italienischen Fans wahre Sammlerstücke und heiß begehrt.  


KAC als Zuschauergarant: Selbst wenn es beim KAC in dieser Saison sportlich nicht wirklich gut läuft, können sich die Rotjacken auf ihre Anhänger in der ganzen Liga verlassen. Keine andere Mannschaft mobilisiert derart viele Freunde des Eishockeys, in die Halle zu kommen, wie die Lindwurmstädter. Vor allem Auswärts sind die Partien des KAC regelmäßig sehr gut besucht - im Schnitt kommen 4.172 Hockeyfans in die Hallen. Im Übrigen fanden gegen Bozen 3.947 Zuschauer den Weg in die Palaonda – so heißt die Heimstätte der Südtiroler Füchse. Die Rot-Weißen sorgen damit für das bestbesuchte Grunddurchgangsheimspiel der Bozener. Gewinnen konnte man trotzdem nicht.

Fehervar AV 19 - HC Innsbruck 3:1 (0:0,1:1,2:0)

Tore: Wehrs (27.), Kovacs (48./PP), Sarauer (60./EN) bzw. Siddall (29./PP).

Szekesfehervar, 3.392; Strafminuten: je 6.

Prost! Fehervar ist nach den Sonntagsspielen auch theoretisch nicht mehr von Rang sechs zu verdrängen. Mit dem am Samstag kaltgestellten Sekt, darf nun angestoßen werden!

Besser ohne Toptorjäger: Vor einer Woche war die Sache mit der Playoff-Teilnahme gar nicht mal so sicher. Zwischen Runde 36 und 40 verloren die Ungarn vier von fünf Partien, dann verließ auch noch mit Jeff Lovecchio der viertbeste Torschütze der Liga die "Teufel". Doch seit der Amerikaner weg ist, läuft es wieder: Drei Siege in Folge stehen zu Buche. Vor dem HCI erwischte es auch den KAC sowie Linz.

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen: Natürlich ist Platz elf für Innsbruck nicht zufriedenstellend. Aber punktetechnisch legen die "Haie" seit ihrer Rückkehr Jahr für Jahr eine Steigerung hin. Waren es am Ende des Grunddurchgangs 2012/13 bzw. 2013/14 nur 19 bzw. 24 Zähler, sind es jetzt derer 35. Und die Teams knapp vor den Tirolern sind durchaus in Griffweite.

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