Böses Blut und kalte Dusche

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Caps-Revanche dank "Diesel"

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Zwei bittere Pleiten

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Der traditionelle Kaltstart blieb aus

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Dornbirn und Innsbruck schlossen die erste Runde der neuen EBEL-Saison mit Auswärtssiegen ab.

Die Vorarlberger gewannen 3:2 (3:0,0:1,0:1) beim VSV. Siddall (6.), Crawford (18.) und Arniel (20.) sorgten für die kalte Dusche, auf der Gegenseite trafen nur mehr Hunter (30./PP) und Verlic (54.).

Die Innsbrucker gewannen in einer mäßigen Partie 2:0 (0:0,1:0,1:0) bei Ljubljana.

Eines Spitzenspiels würdig

Schon am Vortag gelang den Vienna Capitals die Revanche an Salzburg für die letztjährige Finalniederlage.

Nach dem Raffl-Führungstreffer (12.) drehten die Caps durch Dzieduszycki (21.,24.) und Fraser (26.) die Partie. Trattnig verkürzte (31.), aber Milam (32.) stellte den Vorsprung wieder her.

Nach dem Trattnig-Treffer (33.) besorgte Ferriero 18 Sekunden vor Ende unter Mithilfe von Milam den 4:4-Ausgleich. Im Penaltyschießen erzielte Dzieduszycki den entscheidenden Treffer.

Guter Start der restlichen Gastbeiträge

Für die meisten österreichischen Vereine setzte es Niederlagen. Den Auftakt machten die Black Wings Linz in Znojmo, die Stahlstädter unterlagen 0:4 (0:1,0:2,0:1).

Die Tschechen starteten aggressiver, Colton Yellow Horn traf vor der ersten Pause (19.). Stach legte nach (28.), ehe die "Adler" auch zwei Stangenschüsse anbrachten. Horn sorgte wieder spät (40.) für die Vorentscheidung, Stehlik besorgte den Endstand (56.).

Die Graz99ers konnten in einer mäßigen Partie gegen neu formierte Bozener nicht an die Form ihrer Vorbereitungsspiele anknüpfen. Die Südtiroler, denen bis zum Vortag vier Spieler fehlten, gewannen durch ein Powerplay-Goldtor von Bernard (31.).

Auch die KAC-Fans verließen die eigene Halle mit hängenden Köpfen. Die Rotjacken konnten gegen Fehervar zwar die Partie lange offen halten, Sarpatki (51.) brachte die Gäste jedoch auf die Siegerstraße, bevor Sikorcin (60./EN) mit seinem zweiten Tor des Abends alles klar machte.

Die Facts zur ersten Runde der Erste Bank Eishockey Liga:

VSV - Dornbirner EC 2:3 (0:3,1:0,1:0)

Tore: Hunter (30./PP), Verlic (54.) bzw. Siddall (6.), Crawford (18.), Arniel (20.).

Villach, 3.249 Zuschauer. Strafminuten: 11+Spieldauer Bacher bzw. 20+Spieldauer D'Aversa.

Gegen das Gesetz der Serie: Zum Start ihrer vierten EBEL-Saison schafften es die Dornbirner erstmals, in einem Eröffnungsspiel das Eis als Sieger zu verlassen. Alle drei vorangegangenen Anläufe endeten negativ. Dabei wäre der VSV Spezialist für diese Aufgabe gewesen, zwei dieser Niederlagen gingen auf die Kappe der Adler: 2012/13 ein 3:6, 2014/14 sogar ein 0:6.

Duell der Gegensätze: 14 Villacher schnüren aktuell ihre Schlittschuhe für den Verein ihrer Heimatstadt. Dornbirn ist das krasse Gegenteil, dort sind mit Madlener, Häussle und Grabher-Meier überhaupt nur drei Vorarlberger engagiert. "Abgerundet" wird der Kader mit satten 15 Legionären, einer davon Neo-Keeper Florian Hardy, der 36 Schüsse entschärfte. Zumindest an diesem Tag war zweiteres Modell das erfolgreichere.

Hohe Wogen: Die Schlussminuten des ersten Drittels waren die entscheidende Phase des Spiels, und beiderseits wurden Nerven weggeworfen. Johner bekam im Verteidigungsdrittel einen Stock ins Gesicht und ging blutend zu Boden, die Bulldogs spielten weiter und erzielten das 0:2, weil alle VSVler abdrehten. Nach dem 0:3 Sekunden vor der Sirene eskalierte die Situation völlig: Hunter bekam einen harten Check ab, Bacher revanchierte sich dafür. Am Ende war das Spiel für ihn und D'Aversa beendet.

Olimpija Ljubljana - HC Innsbruck 0:2 (0:0,0:1,0:1)

Tore: Schuller (27./PP), Schaus (60./EN).

Ljubljana, 800 Zuschauer. Strafminuten: 12 bzw. 10.

Runde der Auswärtsteams: Nach Innsbrucks Sieg in Ljubljana blieb Znojmo das einzige Team, welches seine Fans mit einem Heimsieg beglücken konnte. Da folgte Olimpija dem Trend. Aus der Reihe tanzten die Drachen hingegen im Vergleich der Gastbeiträge zur EBEL, denn sie waren die einzige ausländische Mannschaft ohne (drei) Punkte.

Ist da jemand?: Allerdings dürfte sich die Trauer bei den Besuchern in Grenzen gehalten haben, schließlich fanden überhaupt nur 800 den Weg in die Halle. Hier schafft es Olimpija, dem Negativtrend des Vorjahres noch eins draufzusetzen. Wir hoffen auf Besserung!

Red Bull Salzburg - Vienna Capitals 4:5 n.P. (1:0,2:4,1:0,0:0 - 0:1)

Tore: Raffl (12.), Trattnig (31.,33.), Ferriero (60.) bzw. Dzieduszycki (21.,24.), Fraser (26.), Milam (32.), Penalties: Gamache, Dzieduszycki.

Salzburg, 3.200 Zuschauer. Strafminuten: 8 bzw 10+10 Fischer.

Alles hat ein Ende: Für die Capitals war es der erste Sieg im Salzburger Volksgarten seit 24. März 2013 und seit sieben Begegnungen zwischen diesen beiden Mannschaften insgesamt, nachdem der Meister im letztjährigen Finale ohne Niederlage blieb. Auch einen weiteren "Streak" sind die Bullen los, denn seit Champion und Vize am Eröffnungstag aufeinandertrafen, mussten die Salzburger im Falle der Beteiligung an solch einem Duell nie den Kürzeren ziehen.

Vier Männer im Fokus: Neben Matchwinner Matt "Diesel" Dzieduszycki, der mit zwei Toren und dem entscheidenden Penalty zum Helden wurde, waren die Augen auf Seiten der Wiener auch auf Troy Milam gerichtet. Der defensive Neuzugang traf nicht nur im ersten Duell mit seinem Ex-Arbeitgeber, sondern wurde 18 Sekunden vor der Schlusssirene mit seiner Abfälschung auch zum Pechvogel. Auf der Gegenseite machte Thomas Raffl vor seinem NHL-Abenteuer ein mögliches Abschiedsgeschenk zum 1:0, vergab jedoch in der Folge so manchen Sitzer. Matthias Trattnig zeigte sich mit zwei Toren treffsicherer, in der letzten Drittelpause ob der Performance seiner Mannschaft aber dennoch wenig erfreut.

So schnell kann es gehen: Drei Caps-Tore in gerade einmal 4:13 Minuten stellten die Partie völlig auf den Kopf. Auch danach war der Mittelabschnitt "Drittel der offenen Tür": Zwischen 2:3 und 3:4 lagen 1:58 Minuten. Ebenfalls kurios: Die Strafen-Flut zu Ende 2. bzw. Anfang 3. Drittel sorgte dafür, dass zuerst die Wiener und anschließend gleich die Salzburger in Genuss einer 5-gegen-3-Überzahl kamen. Beide blieben ungenutzt.

HC Znojmo - Black Wings Linz 4:0 (1:0,2:0,1:0)

Tore: Horn (19.,40.), Stach (27.), Stehlik (56.).

Znojmo, 2.831 Zuschauer. Strafminuten: 13+Spieldauer Lattner bzw. 6.

Kein fruchtbarer Boden: Znojmo war für die Black Wings keine Reise wert. Im 14. Duell dieser beiden Mannschaften in Tschechien blieben die "Adler" erneut Hausherren in ihrem "Horst". In der Regular Season gab es überhaupt noch keinen Erfolg der Linzer. Die beiden Ausnahmen waren aber wertvolle, nämlich im Viertelfinale 2013/14. Damals feierten die Stahlstädter ein 4:3 und ein 7:1 und gewannen die Serie dank dieser zwei "Breaks".

Ins richtige Horn gestoßen: Colton Yellow Horn - nicht der komplizierteste (siehe Capitals), dafür wohl der klingendste Name der gesamten Liga wurde zum auffälligsten Mann der Partie. Seine Tore zu psychologisch ungünstigen Zeitpunkten (19.,40.) und der Assist zum 4:0 brachten die Tschechen auf Kurs.

Am Powerplay arbeiten: Die Partie lief zwar mit Nicklichkeiten, aber weitestgehend diszipliniert ab. Znojmo zog trotzdem dumme Strafen und sah sich mit einer frühen 5-gegen-3 und einer Fünf-Minuten-Unterzahl konfrontiert. Die Linzer sorgten in diesen Phasen kaum für Gefahr.

Alleine geht es nicht: 91,3% Fangquote, das sind 42 von sagenhaften 46 Schüssen auf sein Gehäuse. Mike Ouzas präsentierte sich in Topform, aber ohne Hilfe der Verteidigung ist für Goalies nunmal schlecht Eishockey spielen.

KAC - Fehervar 1:3 (0:1,1:0,0:2)

Tore: Koch (21.) bzw. Sikorcin (3.,60./EN), Sarpatki (52.).

Klagenfurt, 3.092 Zuschauer. Strafminuten: 8 bzw. 6.

Anfang und Ende: Die Gäste gingen durch ihren ersten Angriff in Führung. Becze bediente Sikorcin ideal, der netzte in Minute drei. Der Stürmer setzte auch den Schlusspunkt in der Partie. Der KAC lag kurz vor dem Ende mit 1:2 zurück und probierte alles, um noch den Ausgleich zu erzielen. Tuokkola verließ sein Tor, aber wenige Sekunden danach nutzte Sikorcin einen Schnitzer in der KAC-Abwehr und schob zum 3:1-Endstand ein.

Abschlussschwäche: In den letzten sieben Partien durfte der österreichische Rekordmeister nur elf Mal jubeln. Auch in der EBEL-Partie gegen Fehervar setzte sich die Abschlussschwäche fort. Die Klagenfurter schossen ganze 40 Mal auf das gegnerische Tor, aber die Torsirene ertönte nur ein einziges Mal.

Vom Angstgegner zum Lieblingsgegner: 18 von 22 Heimspielen gewannen die Klagenfurter gegen Fehervar, aber vier der letzten sechs Duelle entschieden die Ungarn für sich. Für die Rotjacken setzte sich der Negativtrend zum Saisonbeginn fort. Nach den Testspiel-Niederlagen und den Pleiten in der Champions Hockey League misslang auch der EBEL-Auftakt.

Graz99ers - HC Bozen 0:1 (0:0,0:1,0:0)

Tor: Bernard (31./PP).

Graz, 2.890 Zuschauer. Strafminuten: 6 bzw. 10.

Schwaches Niveau: Eishockey vom Feinsten bekamen die Fans im Grazer Bunker keineswegs geboten. Beide Mannschaften agierten auf sehr niedrigem Niveau, die Zuschauer quittierten die Vorstellung der beiden Teams mit einem lautstarken Pfeifkonzert. Sowohl die 99ers, als auch Bozen wirkten bei ihrem Auftritt farb- und ideenlos.

Viele Neuzugänge:  26 neue Spieler standen heute für die 99ers und die Bozener auf dem Eis, 15 davon waren sogar Liga-Neulinge. Vier der Südtiroler Cracks stießen überhaupt erst am Vortag zum Team. Das ist eine mögliche Erklärung, warum die beiden Mannschaften alles andere als eingespielt wirkten. Bozen war anzumerken, dass die Vorbereitung auf die neue Saison denkbar kurz ausfiel, bei den Grazern hingegen war es nach der soliden Vorbereitung ein Rückschritt.

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