Salzburger drehen Hammerpartie gegen VSV

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Die ersten Viertelfinal-Partien der EBEL-Playoffs hatten es gleich in sich.

Der VSV präsentierte sich in Salzburg wie ausgewechselt und steuerte durch Mark Santorelli (11.) auf eine Überraschung zu, aber Brian Fahey (59.) und Dominique Heinrich (60.) trafen spät ins VSV-Herz.

Nach der Partie verloren Lammers und Haydar noch die Nerven und kassierten hohe Strafen. Bei Haydar droht eine Sperre fürs Heimspiel am Sonntag.

KAC zitterte sich zu Auswärtssieg

Der KAC musste in Znojmo trotz 5:0-Führung zittern und siegte 5:4. Die Klagenfurter begannen stark und konnten schnell davonziehen.

Znojmo wirkte lange von der Aggressivität des KAC überrascht und blühte erst im letzten Drittel auf.

Schlussendlich reichte es aber nicht mehr für den Ausgleich.

Doppel- und Triplepack

Auch Fehervar erzitterte das 4:3 über die Vienna Capitals. Die Black Wings aus Linz fegten 7:3 über Bozen hinweg, Andrew Jacob Kozek traf dreifach, Jason Ulmer doppelt. Justin Keller besorgte alle Tore der Südtiroler.

RB Salzburg - VSV 2:1 (0:1,0:0,2:0)

Stand in der Best-of-Seven-Serie: 1:0

Tore: Fahey (59.), Heinrich (60./PP) bzw. Santorelli (11.).

Salzburg, 2.800; Strafminuten: 6 bzw. 10 (nach Spielende weitere 10 bzw. 42).


Verrückter Spielverlauf: Es war ein ausgeglichenes Spiel mit stark aufspielenden Villacher Gästen, die sich trotz Niederlagenserie nicht beirren ließen und bis zum Schluss kämpften - dabei schien man bis zu den Schlussmomenten stets ebenbürtig. Doch das Spiel mit der schwarzen Hartgummischeibe ist manchmal ungerecht. Durch die Führung lange auf Kurs, wollte man die letzten Sekunden nur mehr irgendwie hinter sich bringen, und das sollte sich rächen. Fahey bezwang den fehlerfreien Lamoureux gegen den Lauf, Heinrich besorgte den Game Winner aus einem Konter, nachdem Santorelli und Brunner auf der Gegenseite die Entscheidung am Schläger hatten.

Das Karma ist erbarmungslos: Ein kleiner Moment, der vielleicht spielentscheidend war? Ein Puck fand den Weg auf die Spielerbank der Villacher. Normalerweise eine klare Sache, die Scheibe muss zu den Zuschauern - jedenfalls weit weg. Sie aufs Eis zurückzubringen, bringt nämlich Unglück. Lange schien es, als sollte sich die alte Weisheit nicht bewahrheiten... Doch sie schlug im Endeffekt nur umso härter zu.

52 Strafminuten nach Spielende: Niemand verliert gern. Schon gar nicht, wenn man in 90 Sekunden einen sicher geglaubten Auswärtssieg noch aus der Hand gibt. Bei den Villachern passierte genau das - da kann man schon mal wütend werden und die Nerven verlieren. So kassierten die Blau-Weißen nach Spielende wegen einer Massenschlägerei noch insgesamt 42 Strafminuten. Salzburg kam mit "nur" zehn glimpflich davon.

Pretnar packte zusammen: Der slowenische Verteidiger Klemen Pretnar ging nach einem Zweikampf im ersten Drittel zu Boden. Der 28-Jährige konnte das Eis zwar selbständig verlassen, seine genaue Verletzung blieb aber unklar. Vor kurzem wurde bekannt, dass der Slowene eine neue Herausforderung sucht und diese nicht beim VSV sieht. Sollte es sich um etwas Schlimmeres handeln, könnte das der letzte Auftritt Pretnars in der EBEL gewesen sein.

Black Wings Linz - HC Bozen 7:3 (1:0,4:1,2:2)

Stand in der Best-of-Seven-Serie: 1:0

Tore: Lebler (7.), Kozek (24., 43., 49./PP), Ulmer (25., 28.), Lukas (37.) bzw. Keller (24., 50., 56.).

Linz, 4.900; Strafminuten: 2 plus 10 Spannring bzw. 8 plus 10 Lee.

Schützenfest: Zehn Tore sind im heutigen Eishockey ein Seltenheitswert. Dazu fielen vier dieser Tore innerhalb von knapp vier Minuten. Die zahlreichen Linzer Fans wurden in einem zwar einseitigen, aber sehr unterhaltsamen Match gut mit Treffern und heißen Szenen versorgt. Wir können uns auf eine spannende und attraktive Viertelfinal-Serie freuen.

Bozen gab nicht auf: Bozen hat bewiesen, dass sie eine unangenehm zu spielende Mannschaft sind. Die Füchse hatten zwar keine richtige Chance, das Spiel gegen stark aufspielende Linzer zu gewinnen, jedoch verkauften sie ihr Fell teuer und gaben niemals auf. Viele Experten waren über die Wahl von Linz überrascht, nach der ersten Partie kann man eher erfreut sein, mehr Top-Spiele zwischen diesen beiden Teams zu sehen.

Doppel- und Triplepacks: Was für ein Spieltag für diese Jungs! Andrew Jacob Kozek feierte einen Hattrick, Jason Ulmer bejubelte einen Doppelpack und Ex-Linzer Justin Keller konnte sich zumindest mit drei Toren trösten. Letzterer ist überhaupt ein EBEL-Phänomen - ob für Linz, Salzburg, die Caps oder nun Bozen, der 29-Jährige ist für jedes Team Gold wert.

HC Znojmo - KAC 4:5 (0:1,1:4,3:0)

Stand in der Best-of-Seven-Serie: 0:1

Tore: Sedivy (36.), Nemcik (42.), Lattner (53.), Fiala (55.) bzw. Lundmark (9.), Setzinger (23./PP, 31.), M. Geier (28.), Hundertpfund (30.).

Znojmo, 3.250; Strafminuten: 14 bzw. 8.


Nervenkrimi: Was nach der Hälfte der Partie nach einer klaren Angelegenheit (0:5 aus Sicht der Adler) aussah, drehte sich im Schlussdrittel komplett. Der KAC fiel unter Druck wieder in alte Muster zurück und machte die Tschechen durch unnötige Fehler wieder stark. Eine Marotte, die sich in der Serie noch auswirken könnte.

 Jason DeSantis: Offense wins Games, Defense wins Championships. Das Herzstück der KAC-Abwehr ist Pekka Tuokkola. Doch steckte der Finne mit seiner wochenlang anhaltenden Überform auch seine Vorderleute an. Jason DeSantis war bei vier von fünf Treffern am Eis und spielte ein sehr gutes Auswärtsmatch.

Znojmo verpickt? Die Tschechen hatten die Wahl zwischen Wien und Klagenfurt. Manager Stefan Kuhlhanek meinte noch, dass man sich für den unbekannten Weg entscheidet. Die Capitals verloren ihr erstes Match gegen Fehervar im Grunde verdient, der KAC war ebenbürtig und wird zu Hause wohl alles daran setzten, die Serie auf 2:0 zu stellen. Da kann man sich schon fragen, ob es nicht doch ein Fehlpick war....

Fehervar AV19 - Vienna Capitals 4:3 (2:0,2:0,0:3)

Stand in der Best-of-Seven-Serie: 1:0

Tore: Banham (7., 37./PP2), Koger (10., 24.) bzw. Fraser (41.), Iberer (55./PP), Magowan (59.).

Fehervar, 3.397; Strafminuten: 6 bzw. 12.

Bam-Bam Banham: Der mittlerweile 39-jährige Kanadier ist das Um und Auf bei Fehervar. Seit ihn Salzburg 2006 in die Liga holte, ist Banham nicht mehr wegzudenken. Gegen die Caps schnürte der Routinier nicht nur einen Doppelpack, sondern holte sich mit dem 1:0 auch seinen 500. Punkt in der EBEL. Damit ist er der dritte Spieler, der diese Marke erreicht. Die Wertung führt Thomas Koch (597) vor Mike Craig (503) an.

Schlafende Capitals: Die Vienna Capitals müssen sich für die nächsten Partien die Uhr auf dem Wecker präziser stellen. Lustlos, ohne Saft und mit nur wenig Körpersprache wirkten die Gäste, bei den ohnehin zu Hause stark auftrenden Ungarn, wie das Kaninchen vor der Schlange. Einzig nach den Drittelpausen kamen die Caps stets besser ins Spiel, dass man sogar noch herankam, war ebenfalls einer (zu) späten Wende im Spiel zu verdanken.

Foucault kann mehr: Bis auf eine Rauferei mit Michael Boivin fiel Caps-Topscorer Kristopher Foucault kaum auf. Der 24-jährige Kanadier und Sniper der Gäste läuft seiner Topform aus der ersten Saisonhälfte noch immer vergebens hinterher. Wenn die Wiener ihren Urlaub nicht schon nächstes Wochenende antreten möchten, muss sich der Import auf jeden Fall steigern.

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